Telekom Baskets: Baskets empfangen am Sonntag die angeschlagenen Hagener

Telekom Baskets : Baskets empfangen am Sonntag die angeschlagenen Hagener

Während die Telekom Baskets Bonn sich klar im Aufwind befinden, geht es für Phoenix Hagen zur Zeit wortwörtlich um die Existens. Am Mittwoch wurde beim Amtsgericht Hagen der Insolvenzantrag gestellt.

Vor einer durchaus schwierigen Aufgabe steht Predrag Krunic, wenn die Telekom Baskets Bonn am Sonntag (18 Uhr, Telekom Dome) die Mannschaft von Phoenix Hagen zu Gast haben. Der Trainer des Basketball-Bundesligisten muss in der Vorbereitung auf das Spiel die besondere Situation beim Gegner mit in sein Kalkül einbeziehen. Nachdem Phoenix am Mittwoch beim Amtsgericht Hagen einen Insolvenzantrag gestellt hat, sind dem Club vier Punkte abgezogen worden. Damit ist ein etwas skurril anmutendes Tabellenbild entstanden: Die Hagener, die bisher noch kein Spiel gewonnen haben, zieren mit minus vier Pluspunkten das Tabellenende. Zudem muss jederzeit damit gerechnet werden, dass Trainer Ingo Freyer den einen oder anderen Leistungsträger verliert.

Stand gestern soll aber noch kein Spieler mitgeteilt haben, den Verein verlassen zu wollen. „Wir fahren in voller Sollstärke nach Bonn“, sagte Geschäftsführer Patrick Seidel der „Westfalenpost“. Die Gehälter der Spieler sollen bis einschließlich November durch Insolvenzgeld gesichert sein.

Zwar erklärte Baskets-Coach Krunic, dass er das Insolvenzverfahren der Hagener im Gespräch mit der Mannschaft nicht groß thematisieren werde, „aber ich werde ihnen natürlich sagen, dass sie in dieser Situation besonders vorsichtig sein müssen.“ Frei nach dem Motto: Ein angeschlagener Gegner kann erst recht gefährlich sein. Grundsätzlich aber geht es für Krunic nur um Basketball. Und da gebe es genug Gründe für seine Spieler, besonders wachsam und konzentriert zu sein.

„Die Tabellenposition täuscht über die wahre Qualität der Hagener hinweg“, sagte Krunic. „Die Mannschaft kann einen sehr guten Basketball spielen. Sie spielt sehr schnell, schließt schnell ab und ist in der Lage, an einem guten Tag jeden Gegner zu schlagen.“ Hagen verfüge über eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Eine besondere Stärke hat Hagen im Offensivrebound. Durchschnittlich 13 Bälle greift sich das Team nach eigenen Würfen, die vom Ring abprallen.

„Es ist klar, dass wir von Beginn an mit einer hohen Intensität und einer aggressiven Verteidigung auftreten müssen“, fordert Krunic. Der Gegner ist durchaus ausgewogen besetzt. Coach Freyer hat unter dem Korb mit Center Trent Plaisted (2,11 m, 12,0 Punkte, 8,2 Rebounds pro Spiel) und Owen Klassen (2,08 m, 11,2, 8,0) zwei gefährliche große Spieler zur Verfügung sowie mit David Bell (17,6 Punkte, 5,0 Assists) und Chris Williams (12,3, 2,5) zwei ebenso gefährliche Guards, wobei Bell zu den fünf besten Werfern der Liga gehört. Auf dem Flügel gesellen sich zu Chris Hass (9,0 Punkte) die zwei erfahrenen Profis John Godbold (7,0) und Adam Hess (7,0). Das Gros der Einsatzminuten verteilt sich auf die sieben genannten Spieler.

Bei den Baskets nahm am Freitag der am Knie verletzte Ken Horton wieder am Mannschaftstraining teil, allerdings noch nicht im Spiel fünf gegen fünf und noch nicht mit voller Intensität. Die Frage danach, ob Ojars Silins, den die Baskets als Ersatz bis Anfang November verpflichtet haben, zwangsläufig ausscheide, wenn Horton wieder voll einsatzfähig sei, ließ Krunic offen. „Damit beschäftigen wir uns jetzt noch nicht. Die Entscheidung fällt, wenn die Zeit reif ist“, so Krunic.

Genauso wehrte der Coach Nachfragen ab, wie man mit der noch vakanten Ausländerposition umgehen wolle und auf welcher Position eine Verstärkung in Frage komme. Krunic: „Im Moment interessieren mich nur die Spieler, die wir derzeit zur Verfügung haben. Es sind erst fünf Spiele absolviert. Man muss der Mannschaft und jedem Spieler die Zeit geben, sich zu entwickeln.“ Zudem wolle man auch den Fiba Europe Cup abwarten. Das Heimspiel am Dienstag gegen den schwedischen Meister Södertälje läutet eine Phase mit englischen Wochen ein, die Aufschluss darüber geben werden, wie stabil die Bonner als Kollektiv und individuell funktionieren.