Heimsieg in der BBL: Baskets deklassieren Bremerhaven mit 108:75

Heimsieg in der BBL : Baskets deklassieren Bremerhaven mit 108:75

Die Telekom Baskets Bonn haben Schlusslicht Bremerhaven mit 108:75 deklassiert. Sie klettern dadurch in der Basktetball Bundesliga (BBL) auf Platz acht und spielen ein historisches 41-Punkte-Viertel.

Das Tabellenschlusslicht darf von Glück sagen, dass im Rheinland Ende Februar frühlingshafte Temperaturen herrschten. So dürften die Eisbären Bremerhaven, die nackt die Heimreise antreten musste, zumindest ohne Erkältung davongekommen sein. Denn ihre Felle waren ihnen schon im ersten Viertel davongeschwommen – was im Wesentlichen daran lag, dass sie auch ohne Zähne angereist waren und nie ein Mittel gegen die Telekom Baskets Bonn fanden. Die Mannschaft von Cheftrainer Chris O’Shea nahm die Gäste regelrecht auseinander und spielte sich mit einem 108:75 (41:13, 27:21, 20:21, 20:20)-Erfolg in die Playoffränge.

„Wir haben viel davon gesprochen, dass wir den nächsten Schritt macghen wollen“, sagte O’Shea, „Bremerhaven ist ein gutes Team, aber mein Co-Trainer Savo Milovic hatte sie gut gescoutet. Wir waren absolut bereit, das erste Viertel war unglaublich.“

Sein gegenüber Dan Panaggio war bedient: „Bonn hat uns gewaltig den Allerwertesten versohlt. Das war peinlich – in jedem Aspekt des Spiels.“

An der Defense hatten die Bonner in der zweiwöchigen Spielpause seit dem Sieg in Vechta gearbeitet. Davon durften sich die Bremerhavener von Beginn an überzeugen. Es waren kaum zwei Minuten gespielt, da bat Gästetrainer Panaggio zur ersten Auszeit um seine völlig überforderte Mannschaft wieder aufzurichten, nachdem sie mit 9:0 von spielfreudigen Baskets überrollt worden war. Der erfahrene Coach sah, dass hier mit Lautstärke nichts zu erreichen war.

Seinem Team helfen konnte er allerdings auch nicht. Denn die Baskets spielten sich geradezu in einen Rausch und nutzten die zahnlose Defensive der Gäste gnadenlos aus. Regelrecht eingeschüchtert präsentierte sich entsprechend auch die Eisbären-Offensive. Da funktionierte: Nichts.

Als Bojan Subotic in der sechsten Minute den Ball, den James Webb III den indisponierten Gästen geklaut hatte, zum 24:5 in der Korb legte, nahm Panaggio die nächste Auszeit. Das Einzige was inzwischen noch schlechter war als der Auftritt der Männer in Blau war die Laune ihres Trainers.

Als das erste Viertel als eines der punktreichsten eines Teams in die BBL-Historie einging (41:13), hatte das Spiel bereits deutlich gemacht, dass für Bremerhaven hier nichts zu holen war. Die Aufgabe der Mannschaft von Chris O’Shea veränderte sich: Spiel weiter ernst nehmen, Spannung nicht verlieren, weiter einspielen auf das Karnevalsspiel am Samstag gegen ratiopharm Ulm und: nicht verletzen. O’Shea verteilte die Spielzeit und jeder seiner Spieler wusste etwas damit anzufangen.

Als Chris Warren Josh Mayo in der 16. Minute bei 30 Punkten Vorsprung für die Baskets (53:23) klaute, hätten die Bonner den Gästespielmacher bequem zu zwei Punkten laufen lassen können, aber TJ DiLeo machte endgültig klar, dass Bonn hier nicht nachlassen würde, stahl den Ball zurück und leitete einen Spielzug ein, den Reischel mit einem Dreier abschloss. Belohnt wurde er mit der Auswechslung und dem verdienten Applaus der nur 4100 Zuschauer. Die frühe Spielzeit (19 Uhr) an einem Wochentag war wohl nicht jedermanns Sache. Wer nicht da war, hatte jedenfalls etwas verpasst. 41-Punkte-Bundesliga-Historie inclusive.

Auch wenn O’Shea sich nach der Pause ebenfalls ein paar Mal veranlasst sah, in einer Auszeit nachzujustieren, geriet der Erfolg nie auch nur annähernd in Gefahr. Für den Klassenunterschied auf dem Parkett, waren die 33 Punkte Differenz auf der Anzeigetafel beinahe noch zu wenig. Das störte niemanden. Auch das sich der frustrierte Elston Turner mit zwei unsportlichen Fouls am – zugegeben – lästigen Yorman Polas Bartolo abarbeitete und die Halle verlassen musste: Nur eine Randnotiz in einem souveränen Bonner Auftritt.

Die Feierlichkeiten im Telekom Dome nahmen noch einmal Fahrt auf, als Nate Linhart, der als einziger ein wenig Wurfpech gehabt hatte, den 100. Punkt markierte und sich Youngster David Falkenstein mit dem 102:62 auch noch am umfangreichen Punkten beteiligte. Die Generalprobe für das Karnevalsspiel war gelungen.

Telekom Baskets: Nate Linhart 5 Punkte/1 Dreier, Jarelle Reischel 14/1, Olivier Hanlan 15/3, Bojan Subotic 11/1, Stefan Bircevic 5/1, TJ DiLeo 4 Martin Breunig 6, Yorman Polas Bartolo 13/2, Josh Mayo 14/3, James Webb III 9/1, Julian Jasinski 10/1, David Falkenstein 2.

Bremerhaven: Warren 12/1, Canty 4/1, Breitlauch 14/2, Bleck 5/1, Moten 14/1, Turner 3/1, Summers 9, Benson 2, Bojang, Jackson 12.

Trefferquote: Bonn 51% (36/71), Bremerhaven 38% (27/72), Dreierquote: Bonn 42% (14/33), Bremerhaven 35% (7/20), Freiwurfquote: Bonn 81% (22/27), Bremerhaven 74% (14/19), Rebounds: Bonn 47, Bremerhaven 34; Assists: Bonn 27, Bremerhaven 13; Ballgewinne: Bonn 4, Bremerhaven 5; Ballverluste: Bonn 11, Bremerhaven 11; Fouls: Bonn 21, Bremerhaven 23 (Turner disqualifiziert nach zwei unsportlichen Fouls).

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