Niederlage im Fiba Europe Cup: Baskets brechen nach der Pause ein

Niederlage im Fiba Europe Cup : Baskets brechen nach der Pause ein

Die Telekom Baskets haben das Europe-Cup-Spiel bei den Södertälje Kings mit 89:90 verloren. Die Bonner führten schon mit 25 Punkten, verlieren am Ende aber denkbar knapp.

Ein bitteres Ende nahm das Europe-Cup-Spiel bei den Södertälje Kings für die Telekom Baskets Bonn. Bei der 89:90 (37:20, 22:21, 14:26, 16:23)-Niederlage hatten die Bonner mit einer phasenweise begeisternden ersten Halbzeit eigentlich die Grundlage für einen wichtigen Sieg und nach der Schlappe in der Bundesliga gegen Braunschweig für eine extragroße Portion Selbstvertrauen gelegt, doch es kam anders. Nach der Pause ließen sich die Gäste das Spiel vom schwedischen Meister nach und nach völlig aus der Hand nehmen und traten mit gesenkten Köpfen und null Punkten im Gepäck die Heimreise an. Es war wettbewerbsübergreifend die dritte Niederlage in Serie. Das einzig Positive war, dass die Bonner nach dem 85:76-Erfolg im Hinspiel den direkten Vergleich mit den Kings für sich entscheiden konnten und dass sie in der Dreiergruppe C nach wie vor alle Möglichkeiten haben, die nächste Runde zu erreichen.

Angesichts der ersten Halbzeit war der spätere Einbruch der Baskets völlig unerklärlich, denn da hatten sie bereits mit 25 Punkten Differenz (54:29) geführt. Vor allem so ein starkes erstes Viertel hatte man von ihnen lange nicht mehr gesehen. Die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic begann hoch konzentriert – aggressiv in der Verteidigung und eiskalt abschließend im Angriff. Beleg dafür war eine hochprozentige Dreierquote. Zehn von 16 Distanzwürfen ließ Bonn vor der Pause durch die Reuse der Kings rauschen.

Es waren kaum zehn Minuten gespielt, da waren die mitgereisten Bonner Fans schon in Karnevalsstimmung. „Ein ganzes Jahr und noch viel mehr...“, schallte das Lied vom treuen Husaren durch die spärlich besetzte, eigentlich 2500 Zuschauer fassende Täljehalle. Das war noch viel zu früh zum Feiern, doch das Spiel der Gäste gab auch allen Anlass dazu, euphorisch zu sein.

Einen Spieler muss man hervorheben: Florian Koch. Weil Ryan Thompson (Beschwerden im linken Fußgelenk) leicht angeschlagen ist und geschont wurde, stand der 26-Jährige die komplette erste Halbzeit auf dem Feld und bedankte sich mit einer tollen Vorstellung. Am Ende war er mit 19 Punkten Topscorer seines Teams. Dass wird ihm das nach der Schlusssirene ein schwacher Trost gewesen sein. Völlig überrascht schienen die Baskets, dass die Kings mit deutlich mehr Energie aus der Kabine kamen, wesentlich aggressiver auftraten und die konsternierten Bonner damit von einer Verlegenheit in die nächste stürzten. Jetzt fanden ihre Distanzwürfe nur noch selten das Ziel und wurde so mancher Angriff vom Gegner schon im Keim erstickt.

Dazu kamen Schwächen in der Defensive, die Södertälje konsequent nutzte, um zu punkten. Dabei spielte sich vor allem Power Forward Toni Bizaca in einen Rausch. Der Kroate war von den Bonnern nicht zu halten, versenkte Dreier um Dreier (acht von zehn) im Bonner Korb und kam am Ende auf 32 Punkte.

Mitentscheidend aus der Sicht der Baskets war, dass sie unter dem Korb große Probleme hatten. Der oft unglücklich agierende Filip Barovic rieb sich dort auf, Julian Gamble fand von Beginn an nicht ins Spiel und stand insgesamt nur knapp acht Minuten auf dem Parkett.

Mit dem schwindenden Vorsprung wurde das Krunic-Team immer unsicherer. Zum Ende des dritten Viertels lag es nur noch mit sechs Punkten vorn: 73:67. Zwar konterten die Baskets, lagen nach einem Dreier von Tony DiLieo wieder zweistellig (78:67) in Führung, doch in der Folge gesellten sich zum unstrukturierten Spiel viele vermeidbare Ballverluste, wie diverse Schrittfehler dokumentierten. Bizaca war es, der beim 81:81 erstmals für seine Mannschaft ausglich. Und Davis Lejasmeiers sorgte mit einem einfachen Korbleger für die erste Führung der Schweden. Vier Bonner Punkte in Folge zum 85:83 machten noch einmal Hoffnung, die aber wieder von Barovic zerstört wurde. Er löste sich bei einem Einwurf vom Gegenspieler, bekam den Ball hinter der Dreierlinie und drückt sofort ab: 86:85 für die Kings.

Die letzten Sekunden waren ein Wechselbad der Gefühle. Josh Mayo traf mit zwei Freiwürfen zum 87:86. Thomas Massamba antwortete aus der Mitteldistanz. Dann konnte Bonn nicht erfolgreich abschließen, sodass Nicolas Spires nach einem Rebound auf 90:87 für die Kings erhöhte. Schließlich scheiterte Mayo mit einem Dreier, bevor Yorman Polas Bartolo an der Freiwurflinie nur noch Ergebniskosmetik betreiben konnte.

Södertälje: Sjolin, Massamba 9/1 Dreier, Lindstrom 2, Lejasmeiers 10/2, Bizaca 32/8, Ramstedt, Ongwae 10/1, Spires 11, Johnson 3, Kurbas 13/3.

Bonn: Silins 11/2, Barovic 8, Richter 7/1, Gamble 2, DiLeo 9/1, Koch 19/3, Bartolo 5, Mayo 11/3, Horton 17/3.

Trefferquote: Södertälje 64 Prozent (34/53), Bonn 53 Prozent (32/60) / Dreierquote: Södertälje 65 Prozent (15/23), Bonn 46 Prozent (13/28) / Freiwurfquote: Södertälje 64 Prozent (7/11), Bonn 71 Prozent (12/17) / Rebounds: Södertälje 23, Bonn 29 (bester: Horton 5) / Assists: Södertälje 18, Bonn 21 (Bester: Mayo 7) / Ballverluste: Södertälje 11, Bonn 13 / Ballgewinne: Södertälje 3, Bonn 4 / Fouls: Södertälje 20, Bonn 15.

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