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Baskets bieten nicht akzeptable Leistung

84:103 in Saloniki : Trainer O’Shea nicht zufrieden mit Leistung der Telekom Baskets

Der Bonner Interimscoach Chris O’Shea ist vom Auftritt der Telekolm Baskets beim 84:103 in Saloniki enttäuscht. Viel Arbeit für den neuen Bonner Headcoach Will Voigt.

Noch hat der neue Headcoach der Telekom Baskets Bonn kein Training geleitet. Aber er wird nach dem Auftritt der Bonner bei der 84:103-Niederlage in der Champions League bei Paok Saloniki wissen, dass eine schwere Aufgabe auf ihn zukommt. Will Voigt, den der Basketball-Bundesligist am Dienstag bis Saisonende verpflichtete, nachdem er sich zwei Tage vorher von Thomas Päch getrennt hatte, war am Mittwoch erst einmal damit beschäftigt anzukommen. Es gab die üblichen organisatorischen und logistischen Dinge zu erledigen, die immer anfallen, wenn man einen neuen Job in einer anderen Stadt, in diesem Fall auch in einem anderen Land, antritt.

Aber auch die ersten Gespräche mit den Verantwortlichen der Baskets und mit einzelnen Spielern haben stattgefunden, teilte der Club mit. Kennenlernen war angesagt. An diesem Donnerstag werden die Gespräche fortgeführt und die ersten Trainingseinheiten absolviert. Es gibt viel aufzuarbeiten.

Ein wichtiger Ansprechpartner wird für Voigt dabei Co-Trainer Chris O’Shea sein, der das Team in Saloniki coachte und der seinen neuen Chef möglichst schnell in die Thematik Bundesliga einarbeiten muss. O’Shea ist sich dieser wichtigen Aufgabe bewusst. „Ich werde alles tun, um ihm, dem Team und dem Verein zu helfen“, versprach er.

Die Eindrücke, die er aus Griechenland mitbrachte, sind alles andere als positiv. „Zwei Tage nach der Entscheidung, dass sich der Verein vom Cheftrainer trennt, so ein Spiel abzuliefern, ist nicht akzeptabel“, sprach O’Shea Klartext. Seine Spieler seien nicht als Team aufgetreten und hätten den absoluten Willen vermissen lassen, sich aufzubäumen und den Gegner zu stoppen. O’Shea: „Wir hatten das Ziel vor Augen, Zweiter in der Gruppe zu werden und damit im Achtelfinale Heimrecht zu haben. Da hätten die Spieler sagen müssen: ‚Hey, wir schaffen das’, und hätten mit der entsprechenden Entschlossenheit auftreten müssen. Doch diese Mentalität fehlt uns noch. Es ist sehr enttäuschend, wie wir die letzten drei Viertel verteidigt haben.“

Das Spiel sei „ein Spiegelbild unserer Saison“ gewesen. „Wir haben gut angefangen“, berichtete der Interimscoach, „aber dann hatten wir eine schwierige Phase, ein paar Pfiffe gegen uns und einen Gegner, der schwierige Würfe traf. Wir sind eingebrochen und haben keinen Weg mehr zurückgefunden.“ Auch die Chance, beim 67:69-Anschluss kurz vor Ende des dritten Viertels die Wende noch zu schaffen, ließen die Baskets liegen. O’Shea: „Das hätte uns Auftrieb geben müssen, doch es ging kein Ruck durch die Mannschaft.“

Jetzt soll Voigt diese Mentalität entwickeln. Auch O’Shea lernte den 43-Jährigen erst am Mittwoch kennen. „Ich habe aber vorher schon viel Gutes von ihm gehört. Lustigerweise habe ich mir erst vor zwei Wochen im Internet einen einstündigen Podcast von ihm angehört“, sagte O’Shea. Es ging um neue Überlegungen zum Defensivverhalten im Basketball. Ein Thema, das aktuell für die Baskets von großer Bedeutung ist.

O’Shea freut sich auf die Zusammenarbeit mit Voigt: „Ich glaube, er weiß genau, was er will. Er kommt mit einer ganz neuen Perspektive und ohne Vorurteile in die Mannschaft. Das wird ihr guttun.“

Gespannt darf man sein, was Voigt bis Sonntag (18 Uhr, Telekom Dome) bewirken kann, wenn die Bonner zum Bundesliga-Heimspiel ratiopharm Ulm empfangen. In der Champions League wird am 18. Februar das Achtelfinale ausgelost. Die Serie findet im Modus „best of three“ vom 3. bis 18. März statt.