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Basketball-Bundesliga will Saison zu Ende spielen

Pause bis 30. April : Basketball-Bundesliga will Saison zu Ende spielen

Die Clubs der Basketball-Bundesliga hoffen weiterhin darauf, ihre wegen des Coronavirus unterbrochene Saison demnächst fortsetzen zu können. Inzwischen scheinen auch Geisterspiele dafür kein Tabu mehr zu sein.

Nach einer Videokonferenz setzen die Clubs aus der Basketball-Bundesliga (BBL) weiter auf das Prinzip Hoffnung, an Spielbetrieb ist wegen des Coronavirus aber weiter nicht zu denken. Bis mindestens zum 30. April wird pausiert, das beschlossen die Vereine am Mittwoch laut BBL-Mitteilung „mit deutlicher Mehrheit“. Die Zeit soll bis dahin bestmöglich genutzt werden, um Pläne zu entwickeln, wie diese Saison sportlich beendet werden kann. Der Abbruch droht aber weiterhin.

Drei Stunden lang debattierten die Verantwortlichen der 17 Bundesligisten in einer Videoschalte. Das Ergebnis, sich noch mehr Zeit zu geben, bewertete die große Mehrzahl positiv. „Das ist die einzig richtige Entscheidung, die wir jetzt gefällt haben. Ich bin froh, dass sowohl die überwiegende Mehrheit der Clubs als auch die BBL GmbH das genauso sehen. Wir ziehen alle an einem Strang“, sagte Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Fraport Skyliners in Frankfurt. Auch Marko Pesic, Geschäftsführer vom deutschen Meister Bayern München, sprach von der „einzig logischen Entscheidung. Somit besteht auch weiterhin Zeit, zu diversen Problemstellungen und Szenarien Lösungen zu erarbeiten.“

Wie die Liga in einem Statement mitteilte, gehört dazu auch die Idee, die Saison eventuell „mit einem gekürzten, respektive verdichteten Modus“ zu Ende zu spielen. Frank Meinertshagen, Geschäftsführer der BG Göttingen, ist zufrieden. „Momentan kann man nur sehr schwer absehen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt. Deshalb ist die Entscheidung, erst einmal noch ein bisschen abzuwarten, in meinen Augen die richtige.“ Wolfgang Wiedlich, Präsident der Telekom Baskets, wollte sich im Detail nicht zu der Diskussion äußern. „Die Kommunikationshoheit liegt bei der Liga“, sagte Wiedlich, sprach aber davon, dass „die Diskussion nicht sehr kontrovers“ geführt worden sei.

Die Bundesliga ist von der seit 12. März andauernden Pause stark gezeichnet, einige Clubs schickten Trainer und Spieler in Kurzarbeit, viele US-Amerikaner verließen Deutschland Richtung Heimat. Es drohen die Einnahmen aus Ticketing und TV-Rechten wegzubrechen. „Es zeigt, dass wir alle im gleichen Boot sitzen“, sagte Wöbke, der wie etwa die Baskets gerade erst Kurzarbeit anmelden musste: „Wir stehen in einem guten Austausch über Maßnahmen, Möglichkeiten und Risiken und unterstützen uns gegenseitig. Die Entscheidung gibt uns die Chance, weiter flexibel reagieren zu können und so die Saison, sofern irgendwie möglich, fortsetzen zu können.“

Für Wöbke stehen zwei Dinge im Vordergrund: „Erstens müssen wir alles dafür tun, die Ausbreitung des Virus einzuschränken, also das Überleben der Menschen zu gewährleisten. Zweitens: Wir müssen wirtschaftlich überleben.“

Während einige Vereine Verträge mit US-amerikanischen Spielern auflösten, haben die Skyliners ihre US-Profis nur beurlaubt. Wöbke: „Wir haben gesagt: Geht nach Hause und haltet euch verfügbar.“ Aber auch ein aufgelöster Vertrag heißt offenbar nicht, dass der Spieler nicht mehr zur Verfügung steht. Wiedlich: „Sollte es weitergehen, könnten sie wieder für uns spielen. Wir würden eine absolut spielfähige Mannschaft aufbieten können.“ Die Baskets hatten Branden Frazier, Eugene Lawrence, Donald Sloan und Stephen Zimmerman mit aufgelösten Verträgen in die Heimat ziehen lassen. Trainer Will Voigt steht auf Abruf.

Die kämpferische Haltung der BBL hatte ihr Geschäftsführer Stefan Holz schon vor der Videokonferenz vorgegeben. Es gehe darum, „zu spielen, wenn es irgendwie geht“, sagte der 52-Jährige. Einfach werde das in der Corona-Krise keineswegs: „Natürlich sind wir keine Traumtänzer, wir können Szenarien bewerten.“

Was das Spielen vor leeren Rängen angeht, gehen die Meinungen offenbar auseinander. Geisterspiele kommen für Wiedlich laut früheren Aussagen nicht infrage. Wöbke stellte fest: „Für mich ist auch das Szenario denkbar, ohne Publikum zu spielen.“ Konkretes könne man aber erst sagen, wenn man die Situation genau einschätzen könne, die Risiken kenne und wisse, „welche politische Linie gerade gefahren wird. Wer weiß, ob das Land nicht in zwei bis vier Wochen umschwenkt, so wie das beispielsweise in China gerade passiert“. (sid/ga)