1. Sport
  2. Telekom Baskets

Telekom Baskets Bonn: 88:80 - Koch-Team gleicht in den Play-offs gegen Oldenburg aus

Telekom Baskets Bonn : 88:80 - Koch-Team gleicht in den Play-offs gegen Oldenburg aus

Die Telekom Baskets haben in der Play-off-Viertelfinalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft gegen die EWE Baskets Oldenburg ausgeglichen. Das Team von Michael Koch gewann am Donnerstag im ausverkauften Telekom Dome mit 88:80 (27:12, 22:22, 23:23, 16:23) und hat so in der Best-of-five-Serie zumindest ein viertes Spiel erzwungen.

Schon am Samstag (18 Uhr) steht die nächste Partie in Oldenburg auf dem Plan. Das Bonner Eigengewächs Fabian Thülig spielte seine bisher beste Partie im Magenta-Trikot mit einer Defense, lästig wie Kaugummi am Schuh, und 13 Punkten – darunter drei wichtige und vor allem mutige Dreier.

Das Bonner Team machte von Beginn an deutlich, dass es nicht gewillt war, zum letzten Mal vor heimischem Publikum zu spielen. Alle waren von Beginn an präsent. Chris Ensminger erwischte einen richtig guten Start in die Partie und sorgte für die ersten vier Bonner Punkte. Als Jamel McLean auf 6:2 erhöhte und noch einen Bonus-Freiwurf oberdrauf erhielt, ballte Koch am Seitenrand zum ersten Mal beide Fäuste. Er wusste, jetzt war sein Team in den Play-offs angekommen. Der Play-off-Modus war das, was ihm beim ersten Spiel in Oldenburg gefehlt hatte.

Ensminger, Weems mit einem Freiwurf und ein weiteres Mal McLean erhöhten auf 12:4 (6.) und Oldenburg-Trainer Sebastian Machowski nahm die erste Auszeit. „Wir hatte einen katastrophalen Start“, gab er später zu Protokoll, „die Defense war nicht präsent.“ Das nutzten die Baskets aus und bauten ihren Vorsprung angepeitscht von einer euphorischen Halle auf 27:12 nach dem ersten Viertel aus.

[kein Linktext vorhanden]Wer sich gewundert hatte, warum es in der Halle so warm war, wusste es nach dem ersten Viertel: die Baskets waren heiß. Heißer als die Gäste es offensichtlich erwartet hatten. Auch als Koch Jared Jordan, McLean und Ensminger eine längere Pause gönnte, ließen die Baskets die Zügel nicht schleifen.

„Ich habe seit ich in Bonn bin, noch nie eine so ausgeglichene Mannschaft gecoacht“, sagte Koch hinterher, „alle haben gepunktet, alle haben Verantwortung übernommen.“ Thülig präsentierte sich endlich mit Mumm. Koch verriet zumindest einen Teil des Geheimnis‘: „Er musste im Training gegen Jamel ran und hat ziemlich Prügel bezogen. Da musste er sich dann mal richtig durchsetzen.“ Der junge Flügelspieler präsentierte sich mit einer ganz anderen Körpersprache, ballte die Faust, wenn etwas gelang. Zur Pause führten die Baskets mit 49:34 – und das war vollkommen verdient.

Oldenburg kam mit mehr Intensität zurück. Julius Jenkins eröffnete das dritte Viertel per Dreier und brachte seine Farben bis auf zwölf Punkte heran, ehe David McCray einen wichtigen Dreier zum 58:43 versenkte. Oldenburg spielte jetzt besser, aber die Baskets fanden auf alle Versuche, den Vorsprung einzuschmelzen, eine eiskalte Antwort. Als Thülig kurz vor Ende des dritten Viertels per Dreier zum 72:57 traf, war Ruhe eingekehrt im gelben Fanblock.

Im letzten Viertel begannen die Oldenburger angesichts des hohen Rückstands und der verrinnenden Zeit nervös zu werden. Hier ein Fuß im Aus, dort ein weggeworfener Pass. Sie fingen sich wieder und als Kevin Smit zum 87:77 traf, war der Rückstand erstmals bei zehn Punkten. Die Gäste versuchten, die Baskets an die Freiwurflinie zu zwingen, wo sie sich insgesamt mehr als harmlos präsentierten. Dennoch ließ sich das Team von Trainer Koch den Sieg nicht mehr nehmen.

Trainerstimmen:

Michael Koch (Bonn):„Jetzt sind wir endgültig in den Playoffs angekommen. War waren von Beginn an wach, hellwach, und haben uns über die gute Offensivleistung eine Menge Selbstvertrauen erspielt. In all meinen Jahren, die ich jetzt schon in Bonn bin, habe ich noch keine Mannschaft trainiert, die so ausgeglichen aufgetreten ist. Jeder Spieler hat seine Chancen bekommen und diese auch genutzt. Ist uns eine Option genommen worden, ist ein Anderer in die Bresche gesprungen und hat die „Big Shots“ verwandelt. Jetzt müssen wir uns möglichst optimal erholen, um dann zu sehen, wie viel Saft wir am Samstag in den Beinen haben.“

Sebastian Machowski (Oldenburg):„Gratulation an Bonn. Wir haben heute von Anfang an nicht die notwendige Intensität aufs Feld gebracht oder das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Aufgrund der vielen Ballverluste müssen wir uns an die eigene Nase fassen, da wir uns damit das Leben selbst unnötig schwer gemacht haben. Für uns gilt es nun, am Samstag den Heimvorteil zu verteidigen.“

Statistik

Telekom Baskets:McCray (9/1 Dreier), Ensminger (9), Veikalas (10/2), Thülig (13/3), Jordan (11/3, 10 Assists), Weems (15/1), Koch (dnp), McLean (12, 7 Rebounds), Wohlfarth-Bottermann (9), Mertz (dnp)
EWE Baskets:Kramer (4), Joyce (13/2), Chubb (9), Paulding (12), Burrell (0), Bahiense de Mello (3/1), Wysocki (3), Smeulders (19/1, 9 Rebounds), Smit (4), Jenkins (13/2), Freese (0)

Trefferquote: Bonn 52% (33/64), Oldenburg 39% (24/62); Dreierquote: Bonn 59% (10/17), Oldenburg 32% (7/22); Freiwurfquote: Bonn 46% (12/26), Oldenburg 78% (25/32); Rebounds: Bonn 28 (Bester: McLean 7), Oldenburg 49 (Bester: Smeulders 9); Assists: Bonn 15 (Bester: Jordan 10), Oldenburg 12 (Bester: Kramer und Joyce je 3); Ballgewinne: Bonn 4, Oldenburg 1; Ballverluste: Bonn 5, Oldenburg 14; Fouls: Bonn 27 (McCray 5), Oldenburg 23.