Kölner Haie: Rückkehrer Rok Ticar hofft auf schnelles Ankommen

Kölner Haie : Rückkehrer Rok Ticar hofft auf schnelles Ankommen

Die Kölner Haie versprechen sich von Rückkehrer Rok Ticar mehr Durchschlagskraft auf der Center-Position.

Rok Ticar betrat kein Neuland, als er am Neujahrstag seine Schlittschuhe auf das Eis an der Gummersbacher Straße setzte. Der an Silvester mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattete Mittelstürmer kennt das Trainingszentrum der Kölner Haie bereits aus seiner ersten Zeit beim KEC, mit dem er zwischen 2012 und 2014 zweimal die Vizemeisterschaft in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewann.

Viel Zeit, um seine Erinnerungen an die gegebenen Örtlichkeiten aufzufrischen, wird der 29-Jährige folglich nicht in Anspruch nehmen müssen. Ein schnelles Ankommen Ticars ist ganz im Interesse des Tabellenfünften, der sich von seinem neuen Center für das letzte Drittel der Hauptrunde und den sich zuspitzenden Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation eine Belebung der lahmenden Offensive verspricht. Mit nur 91 erzielten Treffern stellen die Kölner den drittschlechtesten Angriff der Liga.

„Rok soll uns dabei helfen, dass wir uns bei Gleichzahl wieder mehr Torchancen herausspielen und diese dann auch verwerten“, erklärt Sportdirektor Mark Mahon. Zudem soll der als schnell, trickreich und gut in der Spieleröffnung geltende Ticar dem Kölner Kader „mehr Tiefe“ auf der Center-Position verleihen. Mit dem langzeitverletzten Marcel Müller, der erst zwischen Mitte und Ende Februar zurückerwartet wird, sowie Mike Zalewski (Armbruch) stehen den Haien gleich zwei Mittelstürmer noch längere Zeit nicht zur Verfügung. Geht die Erteilung der Spielberechtigung für Ticar sehr zügig über die Bühne, kann der slowenische Nationalspieler sein Comeback im Haie-Dress bereits am Mittwoch (19.30 Uhr, Lanxess Arena) gegen den ERC Ingolstadt geben, andernfalls am Freitag (19.30 Uhr) im direkt folgenden Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters.

Wie schnell die Nachverpflichtung Ticars tatsächlich Wirkung zeigt, bleibt allerdings abzuwarten. Der Mittelstürmer war zuletzt zwei Monate vereinslos. Anfang November hatte Ticar den KHL-Club Kunlun Red Star aus Peking nach lediglich zwei Vorlagen in zwölf Einsätzen um Vertragsauflösung gebeten. Überhaupt ist Ticars vierjähriges Gastspiel in der russisch dominierten KHL überaus wechselhaft verlaufen. Nach guten Leistungen bei Slovan Bratislava und Avtomobilist Yekaterinburg hatte der Angreifer in den vergangenen beiden Spielzeiten mit großen Problemen zu kämpfen.

In der Saison 2017/18 wurde Ticar bei drei verschiedenen Vereinen durchgereicht und kam dabei auf insgesamt nur 14 Punkte. Am Ende von 225 Partien in der KHL standen für den Linksschützen 100 Scorerpunkte (44 Tore, 56 Vorlagen) zu Buche. In der DEL hat es Ticar in bislang 171 Partien auf 84 Scorerpunkte (27 Tore, 57 Vorlagen) für die Krefeld Pinguine und den KEC und damit auf eine nur minimal schlechtere Quote als in der spielstärkeren KHL gebracht. Findet Rok Ticar bei den Haien nun zu alter Leistungsstärke zurück, dürfte er zügig einen Platz im vorderen Lineup zugewiesen bekommen; möglicherweise den von Colby Genoway (acht Tore, elf Vorlagen), der als Importspieler nicht den erhofften Unterschied in der ersten Sturmreihe ausmacht.

Derweil hat sich der Kölner Vorsprung auf den ersten nicht direkten Playoffplatz durch die jüngste 1:3-Niederlage bei Konkurrent Straubing Tigers auf einen Zähler reduziert. Mark Mahon ist sich der Brisanz der Lage bewusst: „Die Tabelle ist sehr eng. Wir befinden uns in einer Phase, in der die Spiele Playoff-Charakter erhalten und jeder Punkt sehr wichtig ist, um den Kontakt zu den Top Vier der Liga zu halten“, betont der Sportdirektor vor nun vier aufeinanderfolgenden Heimspielen – mit dem Winter Game im Rheinenergiestadion am 12. Januar gegen die Düsseldorfer EG als abschließenden Höhepunkt.

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