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Langstreckenmeisterschaft: Rennstart in der grünen Hölle

Langstreckenmeisterschaft : Rennstart in der grünen Hölle

Am Wochenende beginnt die Motorsportsaison auf dem Nürburgring. Unter den 173 Fahzeugen sind 24 GT3-Boliden. Erstmals in der Top-Kategorie startet das Team Getspeed Performance des in Alfter lebenden Adam Osieka.

Wenn der Autofahrer von den Winter- auf Sommerreifen wechselt, fährt auch der Motorsportler seinen Wagen aus der Garage: Am Wochenende startet die VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring in ihre 42. Saison. 173 Autos sind zum Auftakt in der Eifel gemeldet, darunter 24 GT3-Fahrzeuge.

Erstmals am Start in der Top-Kategorie: Das Team Getspeed Performance, dessen Geschicke von dem in Alfter lebenden Adam Osieka gelenkt werden. Osieka bleibt auch in der Spitzenkategorie seiner Lieblingsmarke Porsche treu. „Adam und ich haben von dem Aufstieg geträumt, seit ich bei Getspeed bin“, erklärt Stammpilot Steve Jans. Der Luxemburger, der seiner Mannschaft seit 2013 die Treue hält, wird sich in diesem Jahr das Cockpit mit dem erst 21-jährigen Marek Böckmann aus Lautersheim teilen. „Wir haben große Konkurrenz, zum Beispiel Manthey. Spätestens in der zweiten Saisonhälfte wollen wir aber um Siege und Podestplätze fahren“, sagt Jans. Manthey dürfte unter den Porsche-Teams jedoch vorerst der Platzhirsch bleiben.

Die Nachbarn – beide Teams sind in Meuspath, drei Kilometer vom Ring entfernt, ansässig – setzen zwei 911er ein, die ausnahmslos mit Porsche-Werksfahrern besetzt sind. Im Porsche mit der Startnummer 911 wechseln sich Kevin Estre, Earl Bamber und Laurens Vanthoor ab, im Schwesterauto mit der Startnummer 912 Richard Lietz, Nick Tandy und Patrick Pilet. Unter den 24 gemeldeten GT3-Autos stellt Porsche mit acht Fahrzeugen ein Drittel des Feldes.

Das Wochenspiegel-Team verließ Ende 2016 das Porsche-Lager und wechselte zu Ferrari. In diesem Jahr setzt die Mannschaft um Georg Weiss gleich zwei Boliden aus Maranello ein. Auf dem Ferrari mit der Startnummer 11 startet Nürburgring-Urgestein Christian Menzel erstmals mit seinem Sohn Nico. „Ich höre schon das Geläster im Fahrerlager, sollte Nico mich bügeln“, so der 46-Jährige. Auch die diversen Audi R8 sind hochkarätig besetzt. Während sich in dem rosafarbenen BWT-Audi mit der Startnummer 24 Markus Winkelhock, Nico Müller und Mike Rockenfeller abwechseln, gibt es im Auto mit der Startnummer 25 ein Wiedersehen mit Pierre Kaffer. Der aus Burgbrohl stammende Wahlschweizer feierte 2004 mit dem Sieg beim 1000-km-Rennen den wohl größten Erfolg seiner Karriere. In seiner Sammlung fehlt noch ein Erfolg beim 24-Stunden-Rennen, zu dessen Vorbereitung die ersten VLN-Läufe vornehmlich dienen.

Auch in den unteren Klassen wechseln sich prominente Fahrer ab. Im Hyundai i 30 TCR mit Startnummer 830 werden etwa die ehemaligen Formel-1-Piloten Nicola Larini und Gabriele Tarquini starten. Bei den „Kleinen“ findet man nicht nur große Namen aus der Formel 1, sondern auch aus der Wirtschaft. Carlos Tavares, Chef des PSA-Konzerns, zu dem Peugeot und Opel gehören, ist auf zwei Fahrzeugen gemeldet, einem Kadett GSI und einem Opel Calibra. Er wechselt sich unter anderem mit dem Bonner Tobias Jung ab.

Zeitplan und Wetter: Das Training findet am Samstag wie gewohnt morgens zwischen 8.30 Uhr und 10 Uhr statt. Das Rennen geht über vier Stunden und startet dann ebenfalls am Samstag um 12 Uhr. Es soll trocken bleiben, die Temperaturen zwischen zwei und acht Grad liegen.