Kommentar zu Streit im Amateurfußball: Wiederholung undenkbar

Kommentar zu Streit im Amateurfußball : Wiederholung undenkbar

Im Streitfall um den Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers der Sportfreunde Ippendorf steht eine endgültige Entscheidung immer noch aus. Die beste Lösung wäre es, die Bezirksliga auf 17 Mannschaften aufzustocken, meint unser Autor.

Gewinner und Verlierer – das ist mit sportlicher Betrachtungsweise stets das Ergebnis einer Gerichtsentscheidung. Wer im Rechtsstreit um den Einsatz des nicht spielberechtigten Ippendorfer Spielers am Ende das Feld als Sieger verlässt, ist auch zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison noch unklar. Ob aus der Angelegenheit überhaupt noch ein Verein als echter Sieger hervorgehen wird, ist ohnehin zu bezweifeln – dafür ist im Laufe des Verfahrens zu viel Porzellan zerschlagen worden, was den Fußball in Bonn und an der Sieg wohl noch einige Zeit belasten wird.

Es wäre eine vernünftige Entscheidung des Fußballverbands Mittelrhein, die Bezirksliga in der Saison 2019/20 auf 17 Vereine aufzustocken, wodurch sowohl Beuel als auch Niederkassel aufsteigen könnten und somit auch für Meindorf und Kaldauen der Weg in die nächsthöhere Klasse frei wäre. Das mag nicht die ideale Lösung sein, aber im Vergleich aller Möglichkeiten die beste. Ein Wiederholungsspiel, zu dem sich das Kölner Gericht am Donnerstag entschieden hat, ist jedenfalls undenkbar. Denn dass Ippendorf und Beuel zu dieser Partie mit den gleichen Kadern antreten wie beim Spiel am 5. Mai, ist allein wegen der Spielerwechsel zum Sommer praktisch unmöglich. Genauso unmöglich ist aber auch ein Duell mit den neuen Mannschaften, da das Kräfteverhältnis zwischen beiden Teams nicht mehr das gleiche wie noch in besagtem Rückrundenspiel wäre.

Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten aus dem Fall für die Zukunft ihre Lehren ziehen. Dass sich ein sportliches Verfahren über Wochen und Monate hinzieht, ohne das es ein endgültiges Urteil gibt, hilft niemandem. Ganz davon abgesehen, dass Aufstiege auf dem Fußballplatz entschieden werden sollten – und nicht am grünen Tisch.