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Regionalliga: Wie gewonnen, so zerronnen

Regionalliga : Wie gewonnen, so zerronnen

Hennef glaubt nach spätem Treffer an ersten Punkt - und kassiert das 2:3 in der Nachspielzeit.

Dass einem sein Hobby nicht nur Spaß, sondern manchmal auch abgrundtiefen Frust bereiten kann, mussten die Regionalliga-Fußballer des FC Hennef in den letzten Minuten der Partie gegen den FC Kray erfahren. Nachdem sie Sekunden zuvor noch den Ausgleich bejubelt hatten, standen sie nach dem 2:3 in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum fünften Male mit leeren Händen und hängenden Köpfen auf dem Platz. "So grausam kann Fußball eben sein", stellte der vom Spielausgang tief enttäuschte Hennefer Trainer Marco Bäumer fest. "Ich kann keinem meiner Spieler einen Vorwurf machen. Wir haben einfach unglaublich viel Pech."

Vor 550 Zuschauern war den Hausherren das Bemühen um die Spielkontrolle von Beginn an deutlich anzumerken. Der Versuch des geordneten Spielaufbaus endete aber häufig mit einem durch den seifigen Untergrund begünstigten Tackling. Dennoch erspielten sich die Hennefer nach zehn Minuten erste Möglichkeiten.

Sebastian Hecht verfehlte das Tor mit einem Volleyschuss aber recht deutlich und René Dabers, der einen Rückpass zum Torwart erlief, verfehlte aus spitzem Winkel. Nach einer halben Stunde kamen dann die Gäste besser ins Spiel. Nachdem Christoph Binot einen Schuss nur abfälschen konnte, hechtete FCH-Keeper René Monjeamb hinterher und erwischte den Ball noch vor der Torlinie (36.).

In der Anfangsminute der zweiten Halbzeit verhinderte Dabers im eigenen Strafraum in letzter Sekunde den Rückstand (46.) und zehn Minuten später musste Monjaemb sich bei einem fulminanten Distanzschuss mächtig strecken.

Zwei Minuten nach seiner Einwechselung war es dann der junge Nikolas Klosterhalfen, der mit einem Heber die Führung für die Hennefer erzielte und damit die Hoffnung auf die ersten Regionalliga-Punkte schürte (63.). Die Freude währte aber nicht lange: Nach einem verlorenen Zweikampf auf der rechten Hennefer Abwehrseite glich Philipp Gödde für den FC Kray aus (70.).

Die verbleibende Zeit entwickelte sich für die Hausherren zu einem Wechselbad der Gefühle. Zunächst musste Kapitän Kamil Niewiadomski, dem ein Freistoß an die Hand flog, mit Gelb-Rot vom Platz (79.). Den anschließenden Freistoß nutzte Ömer Akman zum 2:1 für die Gäste.

Als dann erneut Klosterhalfen nach einem Freistoß den Ball in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 über die Linie stocherte, war die Freude riesengroß. Doch das war noch nicht das Ende: Gleich nach dem Wiederanstoß landete ein Flachschuss zum 2:3 genau in unteren Eck des Hennefer Gehäuses. Der Schiedsrichter pfiff die Partie danach sofort ab.

Statt zum Gegner aufzuschließen, sind die Hennefer jetzt bereits sieben Punkte hinter Kray - und die richtig schweren Aufgaben stehen dem Aufsteiger noch bevor.

FC Hennef: Monjeamb, Inger (81. Boualall), Binot, Ehrenstein, Jamann, Habl, Niewiadomski, Günther (61. Klosterhalfen), Schöller, Dabers, Hecht.