Wechseln oder auf der Tribüne sitzen

Wechseln oder auf der Tribüne sitzen

Acht Spieler, darunter Daniel Sengewald und Timo Mäkelmann, sollen den Fußball-Oberligisten Bonner SC in der Winterpause verlassen - Fünf Neue werden noch gesucht

Bonn. Die drei Herren diskutierten einige Stunden lang. Vorsitzender Hans Viol, sein Stellvertreter Gerd Demann und Trainer Reinhold Höck saßen in der vergangenen Woche in der Geschäftsstelle des Bonner SC zusammen, um die Rückrunde zu planen. Das Ergebnis: Acht Spieler sollen den Fußball-Oberligisten verlassen. Hinzu kommt noch Co-Trainer Gianni Lettieri (der GA berichtete).

Die fristlose Kündigung erhielt in diesen Tagen Daniel Sengewald. "Da waren so viele Punkte vorgefallen, dass es wirklich reichte", meint Viol. Allerdings wird der Abwehrspieler, vor der Saison vom schottischen FC Motherwell gekommen, von jener Agentur beraten, an der auch "Oppositionsführer" Jürgen Mahlig beteiligt ist. Insofern könnte die Akte Sengewald noch um einige Kapitel umfangreicher werden.

Bereits gelöst wurde der Vertrag mit Angreifer Ali Kaya, der angeblich mit dem Landesligisten FC Geistingen in Verbindung steht. Bei den anderen Spielern stehen die Gespräche über eine einvernehmliche Trennung noch aus. "Wenn sie sich keinen neuen Verein suchen wollen, sitzen sie bei uns auf der Tribüne", sagt Viol. "Reinhold Höck plant jedenfalls nicht mehr mit ihnen."

Neben Manuel Pettineo, Mustafa Celik, Görkan Erdem, Daniel Habl und Pierre Winkler (der allerdings in die A-Jugend zurückgehen könnte) handelt es sich dabei - etwas überraschend - um Timo Mäkelmann. Mit großen Hoffnungen war der Stürmer aus dem Zweitligakader des VfB Lübeck geholt worden. "Timo ist charakterlich okay", betont Viol, "aber sportlich kommt einfach zu wenig."

Rechnet man noch die bereits abgewanderten Mikhail Sajaia (Bayreuth) und Jakob Guhn (Dattenfeld) hinzu, ist die Fluktuation beim BSC mal wieder immens. Lediglich zwölf Spieler aus dem ursprünglichen Kader sollen auch in der Rückrunde das Bonner Trikot tragen:

fürs Tor Sascha Prell und Günther Schuhmacher; für die Abwehr Alexander Konjevic, Alexander Kutz, Ronny Waldkirch und Nana Amaniampong; fürs Mittelfeld Daniel Blankenheim, Arthur Scherer, Peter Stüttgen und Albert Souza; für den Sturm Ahmad Sieah und Jimmy Mukuna, dessen französischer Pass bis zum Trainingsbeginn am 6. Januar endlich vorliegen soll.

Hinzu kommen die jüngst verpflichteten Neuzugänge Christian Ofori (Abwehr), Ali Sreiy (Mittelfeld, beide Uerdingen) und Sascha Gebhardt (Sturm, Yurdumspor Köln). René N`Dombasi, der schon vor drei Jahren unter Höck im Sportpark spielte, liegt ein Angebot des BSC vor, das der Angreifer aber noch nicht angenommen hat.

Mit nur 15 Spielern den Abstieg vermeiden - das geht kaum. Deshalb wird der Oberligist seinen Kader bis Mitte Januar noch auf 19 oder 20 Spieler aufstocken. "Wir sind mit Leuten für jeden Mannschaftsteil im Gespräch", sagt "Vize" Gerd Demann.

Klappt die Trennung von Gianni Lettieri wie geplant, muss übrigens auch Trainer Reinhold Höck Verstärkung bekommen. Da der Coach nur im Besitz des B-Scheins ist, wird dann ein A-Lizenz-Inhaber benötigt. Im Gespräch als "Strohmann" ist Ex-Profi Walter Posner, der auch einige Jahre beim BSC spielte.