Wachtberger Christoph Brüse startet zum zweiten Mal beim CHIO in Aachen

Wachtberger Christoph Brüse startet zum zweiten Mal beim CHIO in Aachen

Von Werthhoven in die Soers - Wieder zum Kult-Turnier eingeladen

Bonn. Mama Traudel strahlt: Zu Hause in Wachtberg-Werthhoven hat die gesamte Familie Brüse vor einigen Tagen "mit großer Freude vernommen", dass Sohn Christoph nach seiner Premiere im Vorjahr jetzt wieder in Aachen beim berühmten CHIO (= Concours Hippique International Officiel: Offizielles Internationales Spring-, Dressur-, Vielseitigkeits-, Fahr- und Voltigierturnier der Bundesrepublik Deutschland) mit von der Partie ist.

Denn für die Soers kann der Reiter nicht einfach herkömmlich nennen, sondern er wird eingeladen beziehungsweise nominiert. Somit haben die Fotos und Schleifen von der Premiere im vergangenen Jahr einen Ehrenplatz im Hause Brüse.

So richtig viele Gedanken hat sich Christoph Brüse, der in Köln BWL studiert, so kurz vor Beginn des CHIO noch nicht gemacht, und daheim wurde auch nicht viel darüber gesprochen. Stress und Hektik herrschen vor.

Zunächst stand nämlich ein weiteres wichtiges Turnier für den 20-jährigen Springreiter aus Werthhoven an: Das am Sonntag beendete große Meeting auf dem Hof Kasselmann in Hagen am Teutoburger Wald, wo Bundestrainer Dietmar Gugler die Aspiranten für die Europameisterschaft im Juli in Prag noch einmal genauer unter die Lupe nehmen wollte.

Christoph Brüse hatte den erfahrenen Rhodos mitgenommen und in zwei schweren Prüfungen jeweils fehlerfrei Platz drei erobert. Im Mannschafts-Nationenpreis, der als EM-Sichtung zählenden Prüfung, musste der Wachtberger, der national für den Reit- und Jagdclub Rodderberg startet, als letzter Reiter des Quartetts 'ran, und zwar mit der braunen Stute Atlanta: Es lief ganz gut für ihn.

Lediglich ein Springfehler in der ersten Runde und ein Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung im zweiten Umlauf. Am Ende belegte das deutsche Junge-Reiter-Team etwas enttäuschend Platz drei hinter den Niederlanden und Großbritannien.

Die 13-jährige Oldenburger Stute Atlanta alias "Atti" ist eines der beiden Pferde, mit denen Brüse am Dienstag in Aachen startet. Sie kennt die Gegebenheiten zur Genüge: Mit der Lohmarerin Katharina Offel im Sattel landete sie bei den Weltreiterspielen vor zwei Jahren an Ort und Stelle auf Platz vier.

Atti war damals und ist immer noch im Besitz von Frank Müller (Hückeswagen), dessen Pferde Christoph Brüse häufig reitet und auf Turnieren präsentiert. Auch Brüses eigenes Pferd Audrey, die nur "Mary" genannt wird, fährt wieder mit nach Aachen. Die braune Stute (13) sammelte mit dem Wachtberger 2007 Erfahrungen in Aachen.

Bei insgesamt acht Starts mit drei Pferden (Audrey, Rhodos, Ratinho) erritt sich Brüse 2007 fünf grüne Schleifen bei dem Kult-Turnier. Die Startnummern stehen schon fest: Mit 19 (Atlanta) und 23 (Audrey) geht Brüse (als 816. der aktuellen Weltrangliste) am Dienstag im Eröffnungsspringen am Vormittag und in der ersten Qualifikationsprüfung (Stawag-Preis) nachmittags an den Start.

Insgesamt werden 64 Springreiter aus 15 Nationen mit 189 Pferden beim CSIO***** (= Concours Saut d’Obstacles International Officiel) einreiten. Läuft alles rund, geht es für den Studenten am Mittwoch mit dem Preis von Europa und am Freitag mit dem Preis von Nordrhein-Westfalen weiter. Krönung könnte der Start im Großen Preis von Aachen am Sonntag vor mehr als 45 000 Zuschauern sein. Die Aufgaben sind schwer.

Hindernisse, die mindestens 1,50 Meter hoch sind, warten schon in der ersten Prüfung. Welches Pferd er wann reiten wird, steht noch nicht fest. Da hat der Trainer noch ein entscheidendes Wörtchen mitzureden.

Christoph Brüse indes macht - wie es seine Art ist - nicht viele Worte, aber er freut sich auf Aachen. Der CHIO ist eben ein ganz besonderes Turnier: In der Ruhe liegt für ihn die Kraft. Seine Ruhe allerdings kann andere manchmal tierisch nervös machen.

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