Rhein-Main-Cup: Turniersieg trotz schwerer Beine

Rhein-Main-Cup : Turniersieg trotz schwerer Beine

Die Telekom Baskets gewinnen den Rhein-Main-Cup der Dragons Rhöndorf. 85:75 im Finale gegen BBL-Aufsteiger Crailsheim.

Der Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn hat am Sonntag beim ersten Auftritt der neuformierten Mannschaft souverän das Vorbereitungsturnier Rhein-Main-Cup 2014 gewonnen.

Bei der elften Auflage des traditionsreichen Turniers des Bonner Kooperationspartners Dragons Rhöndorf siegte die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer im Finale mit 85:75 (27:12, 19:16, 21:32, 18:15) gegen den Beko BBL-Aufsteiger Crailsheim Merlins und hat damit den Cup bereits zum siebten Mal seit 2004 gewonnen.

Pro B-Ligist Rhöndorf schlug sich am unterhaltsamen Basketballwochenende in der Sporthalle am Menzenberg mehr als achtbar, auch wenn die Drachen am Sonntagnachmittag das Spiel um Platz drei gegen den Pro A-Ligisten SC Rasta Vechta mit 60:76 (32:45) verloren.

Am Samstag hatten die Telekom Baskets vor rund 1000 Zuschauern gegen die Dragons Rhöndorf mit 88:53 (26:13, 19:15, 18:17, 25:8) gewonnen. In der Auftaktpartie des Rhein-Main-Cups lösten die Crailsheim Merlins durch einen 75:57-Erfolg gegen SC Rasta Vechta das Finalticket.

Für die Basketballfans der Region war das Turnier wie immer eine willkommene Chance, die neuen Mannschaften zu begutachten. Und der erste Eindruck lässt hoffen, dass sowohl die Baskets in der Bundesliga als auch die Dragons in der Pro B eine gute Rolle spielen können.

Die Baskets haben sicherlich durch den Weggang von Power Forward Tony Gaffney und Center Jamel McLean an Athletik eingebüßt, scheinen durch die vier Neuzugänge Dirk Mädrich, Angelo Caloiaro, Mickey McConnell und Tadas Klimavicius aber noch abgeklärter und variabler agieren zu können. Angelo Caloiaro ist die neue Allzweckwaffe der Baskets. Er spielt mit viel Intuition und gibt der Mannschaft oftmals genau das, was sie im Moment braucht.

Es war beeindruckend mit anzusehen, mit wie viel Spielintelligenz der Italo-Amerikaner zu Werke geht. Egal ob Punkte, Rebounds, zielführende Pässe oder das Schaffen von Räumen: der 25-jährige ist eine echte Bereicherung. Das Attribut "total abgezockt" kann Bonns neuer litauischer Center Tadas Klimavicius für sich beanspruchen. Man merkt dem 2,04 Meter großen Kraftpaket an, dass er jahrelang auf hohem europäischem Niveau gespielt hat.

Ein glänzendes Entscheidungsverhalten bewies auch Mickey McConnell, der jeden freien Mann sofort sieht oder aber die Schützen der Baskets freispielen kann. Zusammen mit Eugene Lawrence scheinen die Baskets auf der Spielmacherposition gut gerüstet.

Center Dirk Mädrich hatte am Wochenende bei den Baskets eine soliden Einstand. Man spürt, dass der 2,11 Meter große Akteur sich für die Bundesligasaison viel vornimmt und ein starker Back-up auf der Position fünf ist. Baskets-Trainer Mathias Fischer: "Ich bin sehr zufrieden, dass die Jungs trotz des harten Konditionstrainings mit schweren Beinen gut gespielt haben. Wir haben mit der neuen Mannschaft an Spielintelligenz zugelegt und können den Ball gut bewegen. Ballbewegung ist das A und O. Und da habe ich bei uns am Wochenende schon viele gute Pässe gesehen."

Gute Laune hatte auch Rhöndorfs Trainer Boris Kaminski. Rhöndorf spielte zwar ohne seinen neuen US-amerikanischen Center Theron Laudermill, der erst am Dienstag in Deutschland eintrifft, aber sie spielten mutig gegen die favorisierten Gegner auf und hatten etliche erfolgreiche Spiel- und Korbaktionen.

Kaminski: "Es hat viel Spaß gemacht. Wir sind für die kommende Saison schneller aufgestellt und wollen verstärkt durch präzise flinke Pässe zum Erfolg kommen. Das war ein sehr gutes und lehrreiches Wochenende für uns."

Der frischgebackene Kapitän Viktor Frankl-Maus ist nach dem beruflich bedingten Weggang von Nick Larsen - er wurde herzlich verabschiedet - jetzt der Chef auf der Aufbauposition. Mit Savo Milovic haben die Drachen einen neuen umsichtigen Routinier, der zusammen mit Frankl-Maus das Spiel organisiert.

Einen großartigen Eindruck hinterließ Fabian Thülig, der gegen seinen Ex-Club Telekom Baskets groß auftrumpfte. Kaminski: "Für eine Saisonprognose ist es noch viel zu früh. Unser Team-Mix verspricht aber frischen Basketball."