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Leistungssport in Bonn: SSF bewerben sich als Landesstützpunkt

Leistungssport in Bonn : SSF bewerben sich als Landesstützpunkt

Die großen Zeiten der Schwimm- und Sportfreunde liegen lange zurück. Wie sich der Verein jetzt wieder als Standort für Schwimmtalente etablieren will.

Es ist ruhig geworden um die Schwimmabteilung der SSF Bonn. Das soll sich bald wieder ändern. Der Verein hat sich im Rahmen des Programms „Leistungssport 2020 – Förderung von Eliten und Nachwuchs in NRW“ für die Anerkennung als Landesleistungsstützpunkt Schwimmen für den Zeitraum 2017 bis 2020 beworben. Die SSF wollen sich überregional wieder als hervorragender Standort für die Ausbildung von Schwimmtalenten etablieren.

Etliche starke deutsche Schwimmerinnen und Schwimmer sind früher für den Bonner Traditionsverein bei Deutschen Meisterschaften und internationalen Wettbewerben gestartet. Aus der jüngeren Vergangenheit ist beispielsweise noch Nina Schiffer vielen präsent. Sie erkämpfte sich 2007 bei den 119. Deutschen Meisterschaften über 200 m Schmetterling die Goldmedaille mit einer persönlichen Bestzeit von 2:11,28 Minuten.

Schiffer war damals die mit Abstand jüngste Titelträgerin in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark Berlin. Beinahe wäre sie auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gestartet, verpasste aber bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Mexiko um 15 Hundertstelsekunden die Qualifikationszeit.

Weitere Talente wie Max Pilger, Josha Salchow und Tim Schacht brachte die SSF danach noch hervor. Salchow wechselte im Sommer 2014 aber von Bonn nach Potsdam. Schacht verließ die SSF. Pilger verlagerte seinen Trainingsmittelpunkt zum Bundesleistungsstützpunkt Essen, weil er dort bessere Voraussetzungen hat, startet aber aus alter Verbundenheit noch für die SSF. Er erkämpfte sich Anfang Mai 2016 DM-Bronze über 200 m Brust.

Polensky weiß: Es ist ein schwieriger Prozess

Ansonsten waren die SSF bei großen Wettkämpfen überhaupt nicht mehr vertreten. Ein Neuanfang fand zur Saison 2014/15 statt, als Trainer Thorsten Polensky den scheidenden SSF-Coach Peter Fischer beerbte. Polensky weiß, dass es ein schwieriger Prozess ist, den Verein in der deutschen Schwimmszene wieder stärker zu etablieren: „Wir wollen wieder den Anschluss finden. Wir haben uns damals einen Vierjahresplan gesteckt und sind im Soll“, sagt Polensky.

„Einige Talente wie Rebecca Dany, Daniel Schäfer, Sarah Kirrinnis und Laura Schnürle sind auf einem guten Weg. Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass wir bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2018 um die Medaillen mitschwimmen können. Es könnte aber gut sein, dass wir das schon 2017 schaffen.“

Der Schwimmsport hat es schwer bei der Jugend in Deutschland. Das Training ist intensiv, und wer vorne dabei sein will, muss einen immensen Trainingsaufwand betreiben. Eine Anerkennung als Landesleistungsstützpunkt NRW wäre für die SSF Bonn ein willkommener Werbeeffekt mit angenehmen Nebenwirkungen. Schwimmtalente aus NRW würden wieder verstärkt in Bonn trainieren, der Standort an Bedeutung zurückgewinnen.

Die SSF sind der einzige Club im Bezirk Mittelrhein, der momentan die Infrastruktur für eine Anerkennung besitzt: A- und B-Lizenztrainer sind vorhanden, der Bäderbetrieb ist gesichert, Möglichkeiten für Trockentraining sind gegeben, es gibt eine schulische Anbindung an das Tannenbusch-Gymnasium. Die Anerkennung der Landesleistungsstützpunkte Schwimmen durch das Sportministerium des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgt im ersten Halbjahr 2017. Polensky: „Wir wollen in Bonn wieder etwas aufbauen. Die Anerkennung wäre ein wichtiger Mosaikstein.“