Kommentar zur Bonner Kreisliga A: Spielt doch Fußball

Kommentar zur Bonner Kreisliga A : Spielt doch Fußball

Der Streit einiger Vereine aus der Bonner Fußball-Kreis- und Bezirksliga um ihre Ligazugehörigkeit ist mittlerweile zu einer Farce geworden, meint GA-Redakteur Simon Bartsch. Dabei sollten die Beteiligten etwas nicht vergessen - den Fußball selbst.

Seit dreieinhalb Monaten streitet sich eine Handvoll Mannschaften der Kreis- und auch der Bezirksklasse um die Liga-Zugehörigkeit. Was mit einer einfachen Roten Karte begonnen hat, ist mittlerweile zu einem Verhandlungsmarathon, nein viel mehr zu einer Farce geworden.

Der Fall wurde vom Kreissportgericht (KSG) Bonn behandelt, landete beim Bezirkssportgericht (BSG), wanderte zum KSG Köln, ging erneut vor das BSG, von dort zum Verbandssportgericht. Dann verhandelte wieder das KSG, dann ging der Fall erneut zum BSG, bis schließlich das Präsidium des Fußballverbandes Mittelrhein nicht nur eine salomonische sondern die fairste und einfachste Lösung getroffen hat: Die Aufstockung auf 17 Mannschaften.

Auf diesem langen Weg haben sich weder Vereine noch Sportgerichte mit Ruhm bekleckert. Es wurden falsche Urteile gefällt, Vorwürfe von Absprachen und Mauscheleien machten die Runde, es ging um Befangenheit, wahrscheinlich auch um persönliche Animositäten. In den sozialen Medien ging es hoch her – nicht immer fair. Die Beteiligten pochten auf ihr Recht, haben dabei aber die schönste Nebensache der Welt vergessen: den Fußball.

Jetzt steht ein Urteil, das der Verband früher hätte treffen müssen. Es bleiben einige Gewinner: Beuel, Niederkassel, Kaldauen, Meindorf, Wormersdorf und Uni Bonn II, die alle aufgestiegen sind. Es gibt eine Reihe von Vereinen, denen das Urteil einfach egal sein kann. Und da sind auch einige Vereine, die nun unter der Woche spielen müssen und deren Teams nicht alle an einem Spieltag vor heimischen Publikum spielen. Das ist ärgerlich, ja.

Der Fall ist so verworren, dass es Verlierer geben muss. Zurzeit ist das niemand anderes als der Amateurfußball. Denn der Marathon geht in die nächste Runde. Haltet es doch einfach mit dem Kaiser: „Geht's raus und spielt's Fußball“. Klingt einfach, ist es eigentlich auch.

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