Langstreckenmeisterschaft: Rowe BMW siegt auf dem Nürburgring

Langstreckenmeisterschaft : Rowe BMW siegt auf dem Nürburgring

Nach Unfall und Nachtreparatur feiert Rowe BMW den ersten Saisonsieg auf dem Nürburgring. Die Manthey-Piloten vergeigen innerhalb von elf Minuten alle Siegchancen.

Jesse Krohn und Connor De Phillippi gewannen auf einem Rowe BMW M6 GT den zweiten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Den zweiten Platz sicherten sich Maro Engel, Adam Christodoulou, Manuell Metzger und Dirk Müller auf einem Mercedes AMG GT3 des Black Falcon Teams. Der dritte Rang ging an Klaus Bachler und Martin Ragginger auf dem Falken-Porsche.

Unverhofft kommt oft. Nach den Einstellfahrten am Freitag schien eine gute Platzierung für das Duo Krohn/De Phillippi in weiter Ferne zu liegen. Krohn war mit dem Auto heftig abgeflogen und hatte seinen Mechanikern eine Nachtschicht beschert. Im Qualifying am Samstagmorgen sollte es nur für den siebten Startplatz reichen. Die Nase vorn hatte einmal mehr das Manthey-Team, das wie schon bei der Saisoneröffnung mit zwei gelbgrünen Porsche antrat. Grello 1 und 2 belegten die Startplätze eins und zwei. Ebenso wie der drittplatzierte Black-Falcon-Mercedes blieben beide Porsche unter acht Minuten. Mit knapp zehn Sekunden Rückstand qualifizierte sich der GT3-Porsche des Getspeed-Teams für den 23. Startplatz.

Neben Steve Jans und Marek Böckmann nahm kurzfristig auch Fabian Schiller in dem Boliden Platz. „Ich habe Teamchef Adam Osieka am Donnerstag angerufen, und er hatte noch einen Platz frei“, so der Troisdorfer. Schiller ist auch ein Kandidat für das 24-Stunden-Rennen. Osiekas GT3-Porsche gehört noch nicht zu den Siegkandidaten, ist aber schon recht flott. „Das ist erst unser zweites Rennen. Ein GT3-Porsche hat viel mehr Stellrädchen als ein Cup-Porsche, mit dem wir bislang unterwegs waren. Da braucht man einfach Erfahrung“, so der Teamchef.

Siegchancen in elf Minuten vergeigt

Im Rennen hatten die beiden Manthey-Porsche Ladehemmung. Romain Dumas, der von der Pole-Position startete, geriet ins Gras, kam danach nicht mehr recht in Fahrt und rutschte bis auf den vierten Rang ab, während sich das Schwesterauto ein sehenswertes Duell mit dem später zweitplatzierten Black-Falcon-Mercedes lieferte. Zur Halbzeit konnte man sich bei Manthey sogar über eine Doppelführung freuen. Allerdings nicht allzu lang. Innerhalb von elf Minuten vergeigten die Piloten alle Siegchancen.

Zuerst drehte sich der Porsche von Pilet/Makowiecki/Tandy in der Mercedes-Arena. Er belegte am Ende den fünften Rang. Laurens Vanthoor flog kurz darauf mit dem Schwesterauto von der Bahn und beschädigte es so stark, dass es an der Box nicht mehr repariert werden konnte. Zwischenzeitlich hatten Krohn/De Phillippi ordentlich Boden gut gemacht und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Der Getspeed-Porsche belegte den elften Gesamtrang und gewann seine Klasse (GT3-Fahrzeug mit Profi-und Amateurfahrern).

Auch Horst Baumann konnte sich freuen. Der Bonner belegte auf einem BMW M4 GT4 den vierten Platz in seiner Klasse. Den größten Applaus bei der Siegerehrung gab es für Andreas Gülden, der lange Zeit in Meckenheim lebte. Der heutige Chefinstruktor der Rennfahrerschule am Nürburgring ist mittlerweile fast 40 Jahre alt, wohlgenährt und begeisterter Raucher. Und ein Phänomen. Er absolvierte das Rennen über vier Stunden allein und gewann als Einzelkämpfer obendrein seine Klasse.

Ergebnisse

1. Jesse Krohn/Connor De Phillippi Rowe (BMW M6 GT3), 2. Maro Engel/Adam Christodoulou/Manuel Metzger/Dirk Müller (Black Falcon Mercedes-AMG GT3), 3. Klaus Bachler/Martin Ragginger (Falken Porsche 911 GT3), 4. Sheldon Van Der Linde/Marcel Fässler (Land Audi R8 LMS), 5. Patrick Pilet/Fred Makowiecki/Nick Tandy (Manthey Porsche 911 GT3), 6. Frank Stippler/Nico Müller (Phoenix Audi R8 LMS), 7. Maximilian Götz/ Christian Hohenadel/Indy Dontje (Mann Filter Mercedes AMG GT3), 8. Yelmer Buurmann/Thomas Jäger/Jan Seyffarth/Luca Stolz (Black Falcon Mercedes AMG GT3).

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