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Ergebnisse des Vielseitigkeitsturniers: Reiter trotzen Regen beim Turnier auf dem Rodderberg

Ergebnisse des Vielseitigkeitsturniers : Reiter trotzen Regen beim Turnier auf dem Rodderberg

Auf Gut Broichhof fand das Vielseitigkeitsturnier des RJC Rodderberg statt. Die Geschwister Ben und Leoni Leuwer aus Königswinter gingen gleich mehrfach erfolgreich an den Start.

Seine ehemals weiße Reithose war patschnass und hatte an einigen Stellen die Farbe des ebenfalls nassen Sattels angenommen. Als Ben die Stute Dacona (6) am Lkw absattelte, hatte er trotz Platz zwei "echt die Nase voll", wie er nach seinem dritten Geländeritt beim Turnier des RJC Rodderberg auf Gut Broichhof zugab.

Dann sah der 25-Jährige den zerfledderten rechten Vorderhuf der jungen Holsteiner Stute, die seinem Chef, dem Mannschafts-Olympiasieger von London, Dirk Schrade gehört. Die hatte auf der knapp 2,2 km langen Cross-Country-Strecke ein Eisen verloren. "Das geh ich gleich aber noch suchen!", nahm sich der Reiter trotz aller Anstrengungen des langen und am Nachmittag sehr nassen Turniertages vor.

Zusammen mit seiner Kollegin Sabrina Mertens stellte der gebürtige Königswinterer, der nach wie vor für den gastgebenden Club reitet, junge Pferde vor, die von den beiden in Schrades Stall ausgebildet werden. Und beide waren trotz der Wetterunbillen, die schlammfestes Schuhwerk erforderten, sehr angetan von der anspruchsvollen Strecke. "So etwas wie hier gibt es eben nur ganz selten", zog Ben Leuwer Bilanz über seine "Heimatstrecke", "und da müssen die jungen Pferde auch mal durch", ergänzte Kollegin Sabrina Mertens. "Aber das kannst du mit den Tieren nicht jedes Wochenende machen", fügte sie an.

Rodderberg-Turnier 2017

Wohl angesichts des nassen Wetters hatte nicht wenige ihre Nennung letztlich doch nicht in die Tat umgesetzt, so dass am Ende 23 Reiter bei der Zwei-Sterne-Vielseitigkeit ins Wachtberger Gelände starteten. Die Veranstalter um Turnierleiter Jan Lepkojis hatten angesichts der Wetterbedingungen einige Hindernisse entschärft oder ganz aus dem Programm genommen.

Dennoch schienen vor allem die Bergab-Teile im ständig wechselnden Rauf-Runter-Streckenverlauf besonders haarig zu sein. Mancher Reiter absolvierte diese vorsichtshalber im Trab statt zu galoppieren.

In der Endabrechnung nach Dressur, Parcoursspringen und Gelände findet sich unter den besten Sieben gleich dreimal der Name Leuwer. Ben wurde Zweiter mit Dacona (37,5 Minuspunkten). Mit Cassero, einem ebenfalls erst sechsjährigen Hannoveraner, holte er Platz sechs - knapp vor seiner jüngeren Schwester Leoni (20) mit Luccino.

"Motte" erzielte das zweitbeste Ergebnis im Gelände und das drittbeste in der Dressur, hatte sich aber beim Springen mit zwölf Strafpunkten ein deutlich besseres Ergebnis verhagelt. Bei einer Null-Fehler-Runde wäre es am Ende Platz zwei gewesen...

Den Sieg und somit 125 Euro Preisgeld holte sich Christina Hoffmann mit Fame (RC Bergerhof), Rang drei belegte Sabrina Mertens vor Jan Büsch vom Annaberger Hof, der Etienne gesattelt hatte. Der junge Ehemann drückte im anschließenden Zwei-Phasen-L-Springen mit der Stute Quel plaisir mächtig aufs Gas.

Hier mussten nach einigen Hindernissen auf dem Springplatz auch Aufgaben im angrenzenden Gelände absolviert werden, bevor es nach Hamburger Derby-Manier rapide bergab und dann sofort über eine steile weiße Planke ging. Das Duo war letztlich allerdings drei Sekunden langsamer als Jens Hofrogge und musste sich mit Silber zufrieden geben. Mit Amalia fehlte Leoni Leuwer nur ein Wimpernschlag zum Erreichen des Treppchens. Sie wurde Vierte.

Aus Rodderberger Sicht für zufriedene Gesichter sorgten auch Konstantin Harting mit Cigaline auf auf Rang sechs und Constanze Wiesner, die mit ihrem Cavallino bei Standing Ovations nach dem Ritt Rang sieben erreichte.