Trakehner siegt beim Freispringchampionat: Popeye auch ohne Spinat erfolgreich

Trakehner siegt beim Freispringchampionat : Popeye auch ohne Spinat erfolgreich

Er trägt den Namen einer weltbekannten Comic- und Cartoon-Figur, die besonders gerne Spinat vertilgt: Popeye. Doch der große braune Trakehner von Elke Börsch (52) aus Hennef sorgte auf andere Art und Weise für Erstaunen.

Was als eine kleine Schnapsidee begann, endete mit einer großen Überraschung. Und das kam so: Elke Börsch, profilierte Spring- und Vielseitigkeitsreiterin bei Turnieren an Rhein und Sieg und Züchterin, wurde beim regelmäßigen Züchter-Stammtisch in Rösrath auf die Idee gebracht, mit ihrem Popeye zum Trakehner-Hengstmarkt ins schleswig-holsteinische Neumünster zu fahren und das Pferd dort beim neu ins Leben gerufenen Freispringchampionat für Drei- und Vierjährige vorzustellen.

Gesagt, getan. Drei-, viermal trainierte Elke Börsch mit Popeye, der ansonsten seine Zeit auf der Hengstweide in vollen Zügen genoss. "Ohne Ambitionen", erzählt die Züchterin, "eben auf Glück." Und das war ihr und Popeye hold. Zehn Pferde waren ausgesucht worden, am Ende stand der Halbblüter aus Hennef mit dem kraftvollen Namen ganz vorn.

Dem drei Jahre alten Pferd von Fragonard xx (Vater) und Pittypat, auch im Besitz von Elke Börsch, war der Sieg nicht zu nehmen, nachdem er in der Holstenhalle ohne Beeinflussung eines Reiters einen fast mannshohen rot-weißen Hochweitsprung (Oxer) absolviert hatte, als wäre der nur halb so hoch gewesen.

Beide Richter, Vielseitigkeits-Championatsreiter Frank Ostholt und Tierarzt Jörgen Köhlbrandt, Holsteiner Vermarktungsleiter und früher im Springsattel unter anderem mit seinem Schimmelhengst Bonaparte beim Deutschen Springderby in Hamburg erfolgreich, sahen den Braunen ganz vorn. Für den einzigen Halbblüter im zehnköpfigen Feld zogen die Juroren die Wertnoten 8,8 für die Springmanier und 9,0 für das Springvermögen. Gesamtnote somit 8,9 (10 ist die höchste Note) für Popeye.

Elke Börsch kam aus dem Staunen nicht heraus. 8,9 - das war der Sieg, mit dem sie "nie und nimmer" gerechnet hatte. Auch während der vorangegangenen Qualifikation nicht, als sie ob der Qualität von Popeye schon von anderen Besuchern angesprochen wurde.

Vor wenigen Tagen ist Popeye ausgezogen. Elke Börsch hat den Sieger kurz vor Weihnachten verkauft. In Richtung Ammersee. "Ich habe ihn in gute Hände gegeben, weil ich zu viele Pferde habe und nicht alle behalten kann", berichtet die Züchterin. Ihr Plan ist, aus seiner Vollschwester, "die mir nicht mehr gehört, ich sie aber zur Zuchtpacht haben kann, ein Fohlen und hoffentlich Stutfohlen zu ziehen."

Nachdem ihr erfolgreicher Wallach Candy Man (13) - ebenfalls selbst gezogen und ausgebildet - verletzungsbedingt (nach einem schlechten Beschlag) seine Turnierkarriere vorzeitig beenden musste, setzt sie jetzt große Hoffnungen auf die Stute "Mighty fine". Die sei mutig, leider nicht so rittig, diskutiere gerne, "und ich liebe sie heiß und innig". Sie ist erst fünf und - die Schwester von Popeye...