Handball: Niederpleis droht der Exodus

Handball : Niederpleis droht der Exodus

Oberliga-Handballer wollen nicht mit dem neuen Coach Hendrik Geffert zusammenarbeiten. Vor gut einem Monat fiel beim Handball-Oberligisten HSG Niederpleis/St. Augustin die Entscheidung über die Zukunft nach dem im Sommer endenden Engagement der Trainer Keno Knittel und Stefan Tuitje. Die Verantwortlichen präsentierten mit Hendrik Geffert einen neuen Trainer für die erste Mannschaft.

Doch es war seit Längerem ein offenes Geheimnis, dass mit der Entscheidung des Vorstandes weitreichende Konsequenzen auf den Verein zukommen könnten. Diese haben sich nun konkretisiert, denn die Mannschaft hat dem Vorstand kürzlich mitgeteilt, unter dem neuen Trainer in der kommenden Saison nicht arbeiten zu wollen. Dem Vernehmen nach trauen die Spieler Geffert die Aufgabe nicht zu, und die ersten Akteure haben offenbar bereits anderen Clubs ihre Zusage gegeben. Somit könnte in den nächsten Wochen ein Domino-Effekt einsetzen. Im schlimmsten Falle bliebe der HSG kein Spieler der aktuellen Mannschaft erhalten.

Offene Worte hat es vom Vorstand zu diesem Thema bereits gegeben. "Wir sind von Hendrik Geffert überzeugt. Außerdem gibt es für die Haltung der Mannschaft keinen Grund, und eine wirkliche Alternative ist auch nicht aufgezeigt worden", wischt HSG-Leiter Stefan Heesen die Bedenken vom Tisch. Die Reaktion der Spieler ließ dann auch nicht lange auf sich warten. "Die Mannschaft ist unter einem anderen Trainer bereit gewesen zu bleiben. Wir haben dem Verein unsere kollektive Entscheidung unter Angabe von Gründen auch dargelegt und haben außerdem diskutiert, wie wir uns eine weitere Zusammenarbeit mit Blick auf die Trainernachfolge vorstellen könnten. Richtig konkret hätten wir erst werden können, wenn wir die Rückendeckung des Vereins erhalten hätten. Weiterhin ist dem Verein angeboten worden, unterstützend im Bereich der Sponsorenakquise tätig zu werden", sagte Spieler Jan-Heiner Lück.

In den vergangenen Jahren war es gelungen, die HSG aus den Niederungen der Verbandsliga in die Oberliga zu bringen. Die Früchte dieser Arbeit sieht nicht nur Lück nun gefährdet. Nicht neu sind die Stimmen, die sagen, dass die Oberliga in finanzieller und logistischer Hinsicht auf Dauer nicht zu halten sein dürfte.

"Wir hätten gerne mit so vielen Spielern wie möglich weitergearbeitet und bedauern die Entscheidung daher sehr. Damit müssen wir nun klarkommen", sagte Heesen. Auf das einstige Handball-Aushängeschild wird in den nächsten Wochen und Monaten in jeglicher Hinsicht viel Arbeit zukommen.