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Rücktritt von Spichs Trainer Axel Linden: Mit dem Rucksack in die Wahner Heide

Rücktritt von Spichs Trainer Axel Linden : Mit dem Rucksack in die Wahner Heide

Der etwas andere Rücktritt von Spichs Trainer Axel Linden. Schon vor dem Abpfiff des Spiels seiner Mannschaft packte er seine Sachen und ging. Als Abteilungsleiter sucht er jetzt seinen Nachfolger.

Dass ein Trainer zurücktritt, ist nicht nur im Fußball ein ziemlich normaler Vorgang. Dass ein Verein sich von seinem Coach trennt, gehört zum Sport ebenfalls dazu – meist dann, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden.

Dass ein Übungsleiter aber aus freien Stücken schon vor dem Abpfiff seine Sachen packt, verschwindet, die Mannschaft allein lässt und nach Hause fährt, das kommt wahrlich nicht alle Tage vor.

So aber geschah es am vergangenen Sonntag im Spicher Waldstadion, wo ausgerechnet das „Urgestein“ Axel Linden, seines Zeichens seit 25 Jahren Abteilungsleiter des Fußball-Bezirksligisten und 15 Jahre lang Coach der Gelb-Schwarzen, die Nase gestrichen voll hatte.

Dass Jimmy Mukuna rund zehn Minuten vor dem Ende der Partie gegen den VfR Wipperfürth (1:3) auch noch einen Elfmeter an den Pfosten schoss, brachte für Linden das Fass zum Überlaufen.

„Das war zu viel. Ich habe meinen Rucksack genommen, bin zum Auto gegangen und in die Wahner Heide gefahren“, erzählt Linden, in dem sich nach dem verpassten Aufstieg einiger Ärger und einige Enttäuschung angestaut hatten. „Dort war ich lange nicht mehr. Es ist übrigens sehr schön da. Ich bin dann eine halbe Stunde rumgelaufen und zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser ist, wenn ich das Traineramt niederlege.“

Schon in den vergangenen zwei Wochen habe er mit dem Gedanken gespielt zurückzutreten, berichtet Linden. „Schließlich muss mir die Sache Spaß machen. Wenn ich keinen Spaß mehr habe und mich zu jedem Training quälen muss, hat es keinen Sinn mehr.“

Dass er von seiner (Ex-)Mannschaft enttäuscht ist, daraus macht der „Ur-Spicher“ keinen Hehl. „Das Team ist in sich zerrissen. Ich habe einen Fehler gemacht, den ich mir ankreiden muss. Ich hätte die Mannschaft anders zusammenstellen müssen“, sagt Linden. „In der Hinrunde hat der Erfolg manches übertüncht.“ So hat er beschlossen, auch in seiner Funktion als Abteilungsleiter „die letzten Saisonspiele dieser Mannschaft nicht mehr zu verfolgen“.

Hinzu kamen Probleme mit den drei Futsal-Spielern, die nur unregelmäßig trainieren konnten. Daniel Fredel wurde sogar ins Futsal-Nationalteam berufen und „hat von 50 Trainingseinheiten vielleicht 20 mitgemacht. Er war aber ein Leistungsträger“, so der Ex-Coach.

Seinen Humor aber hat er glücklicherweise noch nicht ganz verloren. Zwischen dem Abteilungsleiter Linden und dem früheren Trainer Linden gebe es keine Differenzen, meint er. „Da der Coach jetzt mit dem Abteilungsleiter nicht um irgendwelche Bezüge feilschen wird, kommt der Rücktritt dem Abteilungsleiter eigentlich ganz recht.“

Vorerst soll der bisherige Assistent Wilfried Arft die Übungseinheiten der Gelb-Schwarzen leiten. „Ich werde zusammen mit unserem Sportlichen Leiter Marco Greulich überlegen, wie es weitergeht. Arft soll es jedenfalls bis zum Saisonende nicht allein machen“, sucht Linden einen Nachfolger für Linden.