Konstanze Klosterhalfen: Mit Bronze aus Doha zurück in Königswinter

Bronze bei WM in Doha : Konstanze Klosterhalfen ist zurück in Königswinter

Konstanze Klosterhalfen hat bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewonnen. Am Montag kam die 22-Jährige zurück nach Hause. In Königswinter verbringt sie nun ein paar Tage.

Die Augen strahlten mit der Bronzemedaille in der linken Hand um die Wette, in der rechten gelbe Blumen, passend zu dem Trainingsanzug der DLV-Athleten. Konstanze Klosterhalfen war der Stolz deutlich anzusehen, als sie am Tag nach ihrem beeindruckenden 5000-Meter-Lauf auf dem Siegerpodest im Khalifa International Stadion in Doha stand. „Das war schon ein ganz spezieller Moment“, sagt die 22-Jährige. Sichtlich genoss sie ihn. Innehalten. Nur wenige Sekunden. „Es war unbeschreiblich. Gänsehaut. Erst da ist mir bei der Übergabe der Medaille so richtig bewusst geworden, was da einen Tag zuvor passiert ist.“

20 Stunden zuvor hatte sich die Studentin aus Königswinter-Bockeroth einen packenden Dreikampf mit Hellen Obiri und Margaret Chelimo Kipkemboi sogar um Gold geliefert. Zwar musste sich Klosterhalfen den beiden Kenianerinnen geschlagen geben, dennoch überwog die Freude. „Ich hatte nicht gesagt, dass ich das schnellste Rennen meiner Karriere laufen will, sondern das beste“, erklärte sie im ZDF. Und das war sie gelaufen. Trotz des eher verhaltenen Anfangstempos lief sie eine Zeit von 14.28,43 Minuten – nur wenige Sekunden langsamer als bei ihrem Fabelrekord bei den Finals in Berlin. Der Lohn: Die Bronzemedaille und nicht die sonst üblichen Steigerungsläufe nach einem Wettkampf.

Klosterhalfen hatte einen wahren Marathon hinter sich

Dass Klosterhalfen erst mit eintägiger Verspätung in diesem speziellen Moment realisierte, was ihr gelungen war, war kein Wunder. Denn die wohl beste deutsche Mittelstreckenläuferin hatte zu diesem Zeitpunkt einen wahren Marathon hinter sich: Von Fotoshootings über die Pressekonferenz des DLV bis hin zu weiteren Medienterminen – Klosterhalfen wuselte von einem Ort zum nächsten.

Dieses Video gehört zu einer Kooperation von GA und WDR.

Eine Medaille bei der Leichtathletik-WM bringt Pflichten mit sich. So viele, dass sich der Austausch mit der für das Finale angereisten Familie in Grenzen hielt. Erst am Abend blieb dann noch ein wenig Zeit, sich die weiteren Wettkämpfe, etwa den Goldsprung von Malaika Mihambo, anzusehen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Mutter Brigitte und Vater Bernd bereits wieder auf der Heimreise ins Siebengebirge – die Arbeit. Dennoch: „Es war ein super schönes Gefühl, dass meine Eltern im Stadion dabei waren“, sagte Klosterhalfen, die sich schon unmittelbar nach dem Rennen bei ihren Eltern und ihrem Team für die Unterstützung bedankt hatte. Unterstützung in Bezug auf die Sperre ihres Cheftrainers Alberto Salazar und das umstrittene Nike Oregon Project (NOP) benötigte die 22-Jährige indes nicht. Klosterhalfen hatte sich komplett auf das Rennen fokussiert. Offenbar so sehr, dass sie unmittelbar vor dem Bronzelauf noch ihr Trikot vermisste.

Doch das Thema tauchte auch am Tag nach den letzten Wettkämpfen bei der WM auf. So hat das ehemalige NOP-Teammitglied Kara Goucher nach der Sperre gegen Salazar das Ende des Projects gefordert. „Es muss weg“, sagte die WM-Zweite über 10.000 Meter von 2007, die als Zeugin gegen ihren ehemaligen Trainer ausgesagt hat, der BBC. „Es tut mir leid für die Athleten, weil ich denke, dass viele von ihnen unschuldig sind“, sagte Goucher.

Klosterhalfen berührt das zumindest äußerlich nicht. Sie wird nicht müde, zu betonen, dass sie und ihre Teamkolleginnen sauber seien und der untersuchte Zeitraum weit vor ihrer Zeit beim NOP liege. Sie freue sich „auch schon wieder, zurück mit dem Team nach Amerika zu gehen“, erklärte sie dem SID.

Doch zuvor belohnt sich die 
22-Jährige selbst. Es steht Zeit mit der Familie an. Seit Montag ist sie in Deutschland und verbringt nun ein paar Tage in ihrer Heimat Königswinter. Möglicherweise soll es einen Empfang in Bockeroth geben. Ein gemeinsamer Urlaub mit der Familie ist geplant, sagt sie auf GA-Anfrage. Nicht zu lange. Denn nach der WM ist vor Olympia in Tokio. Im kommenden Jahr will sie wieder angreifen. Vielleicht erneut das beste Rennen ihres Lebens laufen und wenn alles gut läuft wieder mit einer Medaille um die Wette strahlen.

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