Kölner Haie: Trainer Mike Stewart spricht über die Niederlagen in der DEL

Nach punktlosem Wochenende : Kölner-Haie-Trainer spricht über die verpassten Torchancen

Zum wiederholten Male betet Trainer Mike Stewart herunter: Es geht um den Durchbruch. Die Torchancen hätten sie zur genüge, doch irgendwie wollen sie nicht zum Abschluss kommen. Ein punktloses Wochenende liegt hinter den Haien.

Auch ein paar Tage danach hatte Mike Stewart an dem Rückschlag noch zu knabbern. Das punktlose Wochenende in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war für den Trainer der Kölner Haie nicht so rasch hinter sich zu lassen. Besonders stark aufs Gemüt geschlagen hatte dem Kanadier die 2:5-Heimschlappe gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Zum einen, weil Stewart seine Schützlinge nach zuvor drei Siegen in Folge und einer starken, wenn auch letztlich erfolglosen Vorstellung beim EHC Red Bull München (1:3) auf dem richtigen Weg aus dem Tabellenkeller gewähnt hatte.

Vor allem aber deshalb, weil die Niederlagen neun und zehn in die Kategorie vermeidbar gefallen waren. „Wir hatten das Gefühl, dran zu sein“, seufzt Stewart. Stattdessen aber rutschten die Kölner wieder auf den zwölften Rang ab und müssen beim Aufbau eines Positivlaufs von vorn beginnen.

Hadern ließ Mike Stewart der Umstand, dass sich der KEC in beiden Begegnungen mehrere herausragende Tormöglichkeiten erspielt, aber nur einen Bruchteil von ihnen genutzt hatte. Die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse selbst im Powerplay zieht sich bei den Kölnern wie ein roter Faden durch die inzwischen nicht mehr ganz so junge Hauptrunde und spiegelt sich auch in der Statistik wider, in der sie mit mageren 29 erzielten Treffern das Schlusslicht im DEL-Ranking bilden. Stewart ist fest davon überzeugt, dass es sein Team wesentlich besser kann: „Wir haben die Qualität im Sturm und Spieler, die Tore schießen können. Was wir brauchen, ist diesen Durchbruch“, meint der Haie-Coach.

„Es geht um den letzten Punch“

Hoffnung auf Besserung speist Stewart aus der Tatsache, dass seine Profis die nötigen spielerischen Mittel, um sich in torgefährliche Positionen zu bringen, bereits unter Beweis gestellt haben. „Sorgen würde ich mir machen, wenn wir keine Chancen kreieren würden. Doch das ist nicht das Thema. Es geht um den Torabschluss, den letzten Punch. Wir müssen einen Weg finden, um die Tore zu schießen“, fordert der 47-Jährige zum nun schon x-ten Male.

Bei der Suche nach Ursachen für die anhaltende Torflaute bei nahezu allen Kölner Stürmern hat Mike Stewart ein „Kopfproblem“ ausgemacht. Ulf Wallisch, der im Sommer von Stewart mit an den Rhein gebrachte Mentalcoach aus Österreich, soll dabei behilflich sein, bestehende Blockaden zu lösen. „Die Jungs bekommen die Unterstützung, die sie brauchen“, sagt Stewart. Gesonderte Sitzungen mit Wallisch sind nicht vorgesehen. „Wir arbeiten wie immer.“

Der Knoten muss platzen

Dazu gehört für Stewart auch, weiter Ruhe und Zuversicht auszustrahlen. „Das ist der einzige Weg“, meint er. Bestes Hilfsmittel zum Bezwingen einer Krise sind jedoch Siege, mit denen sich die Kölner in den Heimspielen am Freitag gegen den amtierenden Meister Adler Mannheim, der bei der spektakulären 5:7-Heimniederlage am Dienstag gegen die Iserlohn Roosters erneut schwächelte, sowie am Sonntag (beide 16.30 Uhr, Lanxess Arena) gegen den ERC Ingolstadt in die anschließende Deutschland-Cup-Pause verabschieden möchten. Stewart setzt dabei auf die Grundtugenden: „Mir ist wichtig, dass wir mit Biss, Energie und Kampfeswillen spielen.“ Das Platzen des Knotens soll quasi erzwungen werden.