Adler Mannheim erster DEL-Finalist: Kölner Haie scheiden im Playoff-Halbfinale aus

Adler Mannheim erster DEL-Finalist : Kölner Haie scheiden im Playoff-Halbfinale aus

Die Adler Mannheim haben die Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft erreicht. Der Hauptrunden-Erste gewann am Dienstag bei den Kölner Haien 4:2 (1:0, 3:0, 0:2) und entschied das Playoff-Halbfinale mit 4:0-Siegen für sich.

„Charakter, Kampf und Wille. Wir sind stolz auf Euch.“ Das Ende schmeckte zwar etwas bitter, die Fans bereiteten den Kölner Haien mit ihrem Spruchband aber eine phänomenalen Schlussakkord. Der KEC musste sich am Dienstagabend mit einer 2:4 (0:1, 0:3, 2:0)-Heimniederlage gegen die Adler Mannheim wie erwartet aus dem Playoff-Halbfinale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft verabschieden. Die übermächtigen Adler „fegten“ den KEC so mit 4:0-Siegen aus der „Best of seven“-Serie und zogen als erstes Team in die am Gründonnerstag, 18. April, beginnende Finalserie ein.

Das Hoffnungs-Barometer bei den Kölnern bewegte sich angesichts des 0:3-Rückstands in der Serie und der dramatischen Personalsituation mit acht Ausfällen schon vor dem Spiel auf einem sehr niedrigen Level. Wie es um den Glauben an die Haie stand, belegte auch die Zuschauerzahl: Nur 11.329 Eishockey-Fans waren zum wahrscheinlich letzten Heimspiel der Saison in die Lanxess-Arena gekommen. Eine Enttäuschung, immerhin handelte sich immer noch um ein Playoff-Halbfinalspiel. Es sah zunächst so aus, als sollten die äußeren Umstände die Spieler beider Teams beeinflussen. Das erste Drittel riss jedenfalls niemand von den Sitzen. Zumal sich im Vergleich zu den ersten drei Duellen am Spielfilm nichts änderte. Die Haie hatten durch Freddy Tiffels (3.), Kapitän Moritz Müller (7.) und Jason Akeson (18.) drei wirklich gute Möglichkeiten. Sie durften auch wieder zweimal in Überzahl ran. Doch als 20 Minuten absolviert waren, standen für die Haie in diesem Halbfinale neun torlose Drittel und 16 unproduktive Powerplays in den Büchern. Den zurückhaltenden und auf Defensive bedachten Mannheimern reichte ein Konter, um durch Luke Adam zum vierten Mal in der Serie das erste Tor zu erzielen (11.).

Der Favorit gab dem Außenseiter mit zwei Strafen eine letzte Chance. Doch selbst bei 51 Sekunden mit zwei Spielern mehr, blieben die Haie weitgehend hilflos (24.). Nachdem Akeson und Genoway (27.) sich noch einmal vergeblich bemühten, hatte die Gnade der Adler ein Ende. Andrew Desjardins und Garett Festerling stellten nach unnötigen Strafen für Akeson und Mike Zalewski im Powerplay innerhalb von 34 Sekunden auf 0:3 (28.). Mit dem 0:4 von Ben Smith (32.) nahm das letzte Saisonheimspiel der Haie bittere Züge an.

„Ihr habt noch 20 Minuten“, intonierten die 800 mitgereisten Mannheimer vor dem letzten Drittel. Und als Verteidiger Pascal Zerressen das zweite Kölner Tor dieser Serie zum 1:4 erzielte (45.), jubelten die Gäste-Fans einfach mal mit. Das Tor gab den Hausherren aber noch einmal die Energie, um sich mit einem starken letzten Drittel von ihren Anhängern zu verabschieden. Und tatsächlich gelang den Haien ein zweiter Treffer. Im 20. Kölner Powerplay der Serie überwand Freddy Tiffels nach Vorarbeit von Ryan Jones in seinem letzten Spiel im KEC-Trikot Adler-Goalie Dennis Endras (54.) erstmals bei Überzahl. Die Zuschauer feuerten ihr Team in den letzten drei Minuten der Saison frenetisch an und schickten sie mit minutenlangen, stehenden Ovationen in den wohlverdienten Urlaub.

Köln: Wesslau; Müller, Ellis; D. Tiffels, Zerressen; Madaisky; Ugbekile; F. Tiffels, Genoway, Akeson; Hanowski, Ticar, Dumont; Jones, Pfohl, Zalewski; Köhler, Hospelt, Palka. – SR.: Rohatsch/Iwert. – Zuschauer: 11.329. – Tore: 0:1 Adam (10:46/Smith), 0:2 Desjardins (27:25/Eisenschmid, Katic, PP1), 0:3 Festerling (27:59/Plachta, Adam, PP1), 0:4 Smith (31:25/Seider, Lehtivouri), 1:4 Zerressen (44:43/F. Tiffels, Genoway), 2:4 F. Tiffels (53:24/Ellis, Jones, PP1) . – Strafminuten: Köln 12; Mannheim 14.

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