Deutsche Eishockey Liga: Kölner Haie gewinnen Playoff-Spiel gegen Ingolstadt

Deutsche Eishockey Liga : Kölner Haie gewinnen Playoff-Spiel gegen Ingolstadt

Durch den 3:2-Erfolg gegen Ingolstadt gelang den Domstädtern der erste Sieg in der Playoff-Serie. Das Duell glich einer Zitterpartie.

Das Zittern wollte keine Ende nehmen. Ryan Jones hatte die Kölner Haie im dritten Spiel des Playoff-Viertelfinals um die Deutsche Eishockeymeisterschaft gegen den ERC Ingolstadt mit seinem Treffer zum 3:2 (0:0, 2:1, 0:1, 1:0) nach 2:56 Minuten der Verlängerung schon in einen Jubeltaumel gestürzt, als die Schiedsrichter den Videobeweis anforderten. Die Zeit kroch im Schneckentempo, bis endlich feststand, dass der Kanadier die Scheibe regulär mit dem Schlittschuh über die Linie geschoben hatte. „Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wir sind sehr glücklich“, freute sich Jones, bevor er sich von den Fans feiern ließ. Das Team von Trainer Dan Lacroix verkürzte mit seinem ersten Sieg in der „best of seven“-Serie auf 1:2 und ist vor Spiel vier am kommenden Freitag in Ingolstadt wieder voller Hoffnung und Mut das Halbfinale zu erreichen.

Die Haie mussten am Sonntag in der heimischen Lanxess Arenadie knifflige Aufgabe lösen, die richtige Balance zwischen offensiven Risiko und defensiver Kontrolle zu finden. Der 0:2-Rückstand in der Serie forderte zwar einen Sieg von den Kölnern, sie mussten aber auch dem gefährlichen Ingolstädter Konterspiel Respekt zollen. Wieder mit dem am Freitag gesperrten Moritz Müller und erstmals auch Stürmer Fabio Pfohl gelang ihnen das zehn Minuten recht ansehnlich. Sechs gute Chancen des KEC und ein Powerplay durften die Statistiker zählen, weil die Scheibe sicher durch die Reihen der Gastgeber lief und auch die Rückwärtsbewegung funktionierte.

Sebastian Uvira kam einem Treffer am nächsten, scheiterte aber freistehend am aufmerksamen ERC-Goalie Jochen Reimer. Wie schon am Freitag in Spiel zwei fehlte dem KEC die Konstanz über 20 Minuten. Eine chaotische und fehlerhafte Phase, die in einem Faustkampf zwischen Pfohl und Maury Edwards gipfelte (18.), brachte die Gäste ins Spiel. Torwart Gustaf Wesslau musste gegen Brandon Mashinter alles aufbieten (18.) und hatte Glück, als Thomas Greilinger (20.) in Überzahl knapp vorbei zielte. Als das Drittelende nahte und Kai Hospelt in Unterzahl nach einem Abpraller Reimer bereits umkurvt hatte, verhinderte Greilinger bei Erklingen der Sirene das 1:0 der Haie.

Die Haie blieben am Drücker und verzeichneten auch im zweiten Durchgang ein deutliches Chancenplus. Nachdem Reimer spektakulär im Fallen einen Abpraller fing (27.) und die Kölner auch ihr zweites Powerplay liegen ließen, schockte Ingolstadt die KEC-Fans unter den 13984 Zuschauern in der Arena. Greilinger, der schon in Spiel eins und zwei die entscheidenden Tore geschossen hatte, bediente David Elsner, der mit langem Schläger seinen dritten Treffer im Viertelfinale erzielte (30.). Wieder hatte der dritte Sturm des ERC zugeschlagen. Die dritte Reihe der Kölner war dagegen in dieser Serie bislang wirkungslos unterwegs. Das sollte sich ändern. Alexander Oblinger, 2014 noch mit Ingolstadt Meister gegen Köln geworden, fuhr ein Solo und spielte mit dem Rücken zum Tor einem sensationellen Rückhandpass durch die eigenen Beine zu Uvira, der zum 1:1 vollendete (31.). Die prompte Antwort auf das 0:1 beflügelte die etwas zweifelnden Kölner und erneut war es ihre dritte Reihe, die stach. Center Rok Ticar fasste sich ein Herz und donnerte die Scheibe bei einem Konter mit allem, was er an Kraft hat, zum umjubelten 2:1 in die Maschen (37.).

Das Momentum lag also wie schon zwei Mal am Freitag auf Seiten der Haie. Und wieder entglitt es ihnen. Nach einer strittigen Strafe für Uvira rutschte ein Pass von Jerry D’Amigo irgendwo über die Linie (44.). Ein Tor, das erst nach 2:33 Minuten und einem Videobeweis seine Anerkennung fand. Die Kölner versuchten danach alles, doch der starke Reimer rettete die Panther gegen Ticar (54.) in die Verlängerung. Dann aber kam Ryan Jones und löste mit seinem Tor nach einem Schuss von Lucas Dumont in der Arena einen Jubelorkan los (63.). Damit steht auch fest, dass es am 24. März ein drittes Heimspiel für die Haie geben wird.

Köln: Wesslau; D. Tiffels, Després; Ellis, Müller; Madaisky, Zerressen; Ugbekile; Akeson, Genoway, F. Tiffels; Zalewski, Pfohl, Hanowski; Oblinger, Ticar, Uvira; Dumont, Hospelt, Jones. – SR.: Bauer/Piechaczek. – Zuschauer: 13984. – Tore: 0:1 Elsner (29:23/Greilinger, Cannone), 1:1 Uvira (30:37/Oblinger), 2:1 Ticar (36:02/D. Tiffels), 2:2 Amigo (43:07/PP1), 3:2 Jones (62:56/Dumont, Dumont, Pfohl). – Strafminuten: Köln 10 +10 Pfohl; Ingolstadt 12 +10 Edwards.

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