Zukunft weiter ungewiss: Klosterhalfen bereitet sich auf Olympische Spiele in Tokio vor

Zukunft weiter ungewiss : Klosterhalfen bereitet sich auf Olympische Spiele in Tokio vor

Nach Fabelrekord in Berlin und WM-Bronze in Doha steht für die Konstanze Klosterhalfen die nächste Reise an: Mit der Familie geht es nach Dubai. Viel Zeit zur Erholung bleibt für die 22-Jährige aber nicht, die Olympischen Spiele in Tokio stehen vor der Tür.

Auf die Pflicht folgt für Konstanze Klosterhalfen nun eine besondere Kür - Urlaub. Nach Fabelrekord in Berlin, WM-Bronze in Doha und Feiermarathon in der Heimat Bockeroth und Königswinter steht für die Mittelstreckenläuferin die nächste Reise an: Mit der Familie geht es nach Dubai. Viel Zeit zur Erholung bleibt für die 22-Jährige aber nicht, die Olympischen Spiele in Tokio stehen vor der Tür.

Klosterhalfen will den Urlaub genießen, aufs Training verzichten kann sie allerdings nicht. Neun Monate sind es nur noch bis zur Eröffnungsfeier in Tokio - es bleibt also nicht viel Zeit zur Vorbereitung. Immerhin: Das von Pete Julian auferlegte Trainingsverbot ist aufgehoben, Koko darf wieder laufen. Und das wird sie in Dubai tun. Möglichst in Ruhe. Denn nach ihrer Rückkehr steht für sie eine spannende Entscheidung an: Wie und wo wird es für die Mittelstreckenläuferin sportlich weitergehen?

Das Nike Oregon Project (NOP) war erst vor wenigen Tagen vom Hauptsponsor Nike beendet worden, nachdem Cheftrainer Alberto Salazar wegen Doping-Verstößen für vier Jahre gesperrt worden war. Klosterhalfen selbst hatte nie unter Salazar trainiert. Dennoch eine Entscheidung, die viele Experten und Funktionäre begrüßten. Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV), aber auch das Klosterhalfen-Lager kündigten Gespräche über die Zukunft der Mittelstreckenläuferin an.

Einen kurzfristigen Plan hat Klosterhalfen bereits: "Mein Trainer in Oregon ist Pete Julian, und ich will mich in Amerika auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten", sagte die 22-Jährige bei ihrem Besuch in Königswinter. Sie wolle auch weiterhin auf dem Campus trainieren. Eine Aussage, die bei vielen Sportfans für Irritationen sorgte. Derselbe Trainer, derselbe Campus, derselbe Sponsor und möglicherweise dieselben Trainingsmethoden - was hat sich also durch das Aus des NOP geändert?

Auf Anfrage relativiert Klosterhalfens Management die Aussage. Sie sei aus dem Zusammenhang gerissen: Die Zeit laufe der Mittelstreckenläuferin in Bezug auf Tokio davon, heißt es. Natürlich werde man daher vorerst an den vorhandenen Trainingsplänen sowie den Trainingsmöglichkeiten festhalten. Eine nachvollziehbare Entscheidung. Pete Julian hatte mit Klosterhalfen weit vor dem NOP-Aus die weiteren Schritte genau geplant. Die Gespräche mit dem DLV und Nike stehen an, dauern dann möglicherweise aber einige Zeit. Zeit, die Klosterhalfen einfach nicht hat.

Auch die weitere Zusammenarbeit mit Nike wäre laut Klosterhalfens Management nicht sonderlich verwunderlich. Schließlich stehe das Unternehmen für Ausdauersport, wie der Marathonlauf unter zwei Stunden des Kenianers Eliud Kipchoge bewiesen habe. Die Zusammenarbeit mit Klosterhalfen habe zudem schon lange Zeit vor dem Einstieg ins NOP bestanden.

Sechs Tage wird Klosterhalfen in Dubai bleiben. Sechs Tage, in denen sie sich erholen, aber auch viele Gedanken über ihre Zukunft machen kann.

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