In Bonn und der Region: Große Sorge um Tischtennis-Nachwuchs

In Bonn und der Region : Große Sorge um Tischtennis-Nachwuchs

Dass der Tischtennissport Schwierigkeiten hat, genügend Nachwuchs zu gewinnen, ist lange bekannt. Umso wichtiger sind für Tischtennisvereine die Mini-Meisterschaften, um Talente zu finden und zu binden.

Dass der Tischtennissport Schwierigkeiten hat, genügend Nachwuchs zu gewinnen, ist lange bekannt. Andere Sportarten - an erster Stelle Fußball - erscheinen Jugendlichen attraktiver, erfolgversprechender. Konsequenz: Die Zahl der Vereine ist rückläufig, die Mannschaften werden weniger und bisherige Maßnahmen, wie etwa Änderungen im Spielsystem, Vergrößerung des Balls und Vierer- statt Sechsermannschaften, konnten den Trend auch nicht stoppen, bestenfalls eine Stagnation erreichen. Besonders alarmierend sind die Zahlen der Jugend: 521 Vereine sind ohne eine Mannschaft (Vorjahr 454) und vor allem bei den Mädchen ist der Mangel so groß, dass man sie jetzt auch in Jungenteams unterbringt, damit sie überhaupt im Ligabetrieb antreten können. Es braucht also Initiativen und Ideen, um diesem Phänomen Einhalt zu gebieten. Und da sind auch und vor allem die Vereine selbst gefragt.

Eine Hilfestellung erwartet man sich von den Mini-Meisterschaften, die seit dem 1. September in Deutschland zum 37. Mal ausgetragen werden. Die erste Runde der Ortsentscheide endet Mitte Februar. Danach folgen ab März die Kreisentscheide, Bezirksentscheide und die Endrunde des Landesverbands. Wer zehn Jahre alt ist oder jünger, kann sich sogar für das Bundesfinale vom Anfang Juni 2020 in Saarbrücken qualifizieren. Mitmachen können alle im Alter bis zwölf Jahren, wenn sie keine Spielberechtigung eines Mitgliedsverbandes des DTTB besessen oder beantragt haben.

SSF Bonn führen seit 1996 Mini-Meisterschaften durch

"Die Mini-Meisterschaften sind erst mal ein Anfang," sagt Addi Wolf, der sich beim FC Pech seit Jahren zusammen mit Andreas Ruge und Reinhard Laars engagiert. Das Ganze funktioniert aus seiner Erfahrung aber nur über eine gute Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Grundschule und durch Werbung im Ort und den dort ansässigen Geschäften. Ob die Kinder allerdings dabei bleiben, ist dann stark abhängig von der Trainingsarbeit in den Vereinen. Auch für Jörg Brinkmann (SSF Bonn) sind "die TT-mini-Meisterschaften DAS Medium, um Kinder an Tischtennis heranzuführen." Aber man müsse schon persönlich in die Schulklassen gehen und die Kinder einladen. Die SSF führen seit 1996 Mini-Meisterschaften durch. Die Quote der Kinder, die dadurch in den Verein eintraten, liegt bei zehn bis 40 Prozent. Der Kreis Bonn unterstützt übrigens jeden Veranstalter mit bis zu 100 Euro.

"Grundsätzlich ist eine Präsenz in der Schule essenziell für jeden Verein - von sich aus wird ein Kind kaum in einen Sportverein eintreten", sagt auch Denis Krahe, Geschäftsführer des Bezirks Mittelrhein. Die Mini-Meisterschaften seien zwar "kein Allheilmittel, aber sie bieten Vereinen mit wenig Aufwand die Möglichkeit, Präsenz zu zeigen".

In Pech läuft das ganz gut, auch mithilfe von Sponsoring: Trikots, Grillnachmittage und andere Maßnahmen halten den Nachwuchs an den Tischen. "Dadurch wächst der Zusammenhalt und viele bleiben dabei", betont Wolf. Nicht jeder Club hat den gleichen Erfolg. "Aus den Rückmeldungen der Ausrichter weiß ich, dass die Quote von null bis 100 Prozent geht, immer abhängig von der Teilnehmerzahl", weiß der Bonner Kreisvorsitzende Johannes Heinzen.

Die nächsten Entscheide:

  • DJK BW Friesdorf: Samstag, 2. November, 14 Uhr: Meldeschluss: 13:45 Uhr, Servatiushalle Friesdorf; Kontakt: juergen.ibald@web.de.
  • TTG Sankt Augustin: 30. November 2019, 13 Uhr: Meldeschluss 12.30 Uhr, Sportzentrum St. Augustin- Menden-Süd; Kontakt: wolfgang.hintz49@t-online.de.
  • SSF Bonn: 12. Januar, 2020, 11 Uhr: Meldeschluss 10:30 Uhr, TH Alte Jahnschule, Herseler Str. 5; Kontakt: brinkmann-joerg-doris@t-online.de.
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