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Fußball-Verband Mittelrhein stellt Spielbetrieb auf Verbands- und Kreisebene ein

Zunächst bis Mitte April : Fußball-Verband Mittelrhein stellt Spielbetrieb ein

Der Fußball-Verband Mittelrhein hat den kompletten Spielbetrieb auf Verbands- und Kreisebene ab sofort bis vorerst Freitag, den 17. April, abgesagt.

Bonn. Sonnenschein und 15 Grad – perfektes Fußballwetter pünktlich zu Beginn des Frühlings. Doch der Ball wird am Wochenende ruhen – auch auf den Amateurplätzen in Bonn, in der Region und im Rheinland. Wie der Fußballverband Mittelrhein (FVM) am Freitag mitteilte, wird der komplette Spielbetrieb bis zum 17. April eingestellt, im Rheinland soll die Fußball-Abstinenz bis zum 31. März dauern. Die Unterbrechung der Saison gilt für sämtliche Spiele im Senioren- und Juniorenbereich.

„Wir haben die Entwicklung in den vergangenen Wochen intensiv beobachtet und standen in regelmäßigem Austausch mit den Behörden“, erklärte FVM-Präsident Bernd Neuendorf. „Wir tragen alle Verantwortung dafür, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen. Dieser Verantwortung möchten wir mit dieser drastischen Maßnahme Rechnung tragen.“

Nachdem zahlreiche regionale Verbände – unter anderem im Handball und Basketball – die Spiele für die aktuelle Saison abgesagt oder verlegt haben, reagiert auch der FVM auf die Pandemie. Die Maßnahme trifft in den betroffenen Kreisen auf breite Zustimmung. „Die Entscheidung ist vollkommen richtig“, sagt Ingo Wolff, Jugendleiter von Hertha Bonn. „Wir müssen unsere Kinder, Eltern und Trainer schützen.“ Bis auf Weiteres hat die Hertha daher auch den Trainingsbetrieb eingestellt.

Zunächst gilt die Maßnahme des Verbandes bis zum 17. April – also bis zum Ende der Osterferien. „Wir werden die Zeit nutzen, um uns auf alle denkbaren Szenarien hinsichtlich des Spielbetriebs intensiv vorzubereiten. Es ergeben sich mit Blick auf die verbleibenden Spiele in dieser Saison komplizierte Fragestellungen, die wir seriös beantworten müssen. Wir gehen Schritt für Schritt vor“, erklärt Neuendorf.

Eine Unterbrechung wäre demnach nur eine Option. Die Maßnahmen könnten sogar bis zum vollständigen Abbruch der Ligen führen. „Ich finde es noch zu früh, von einem Abbruch zu sprechen“, sagt Marc Eisenhut, Jugendleiter des SSV Bornheim. „Wir hoffen, dass durch die Maßnahmen eine positive Entwicklung erreicht wird.“ Das frühe Saison-Aus würde natürlich einige Fragen mit sich ziehen. Zum Beispiel die nach Auf- und Abstieg oder nach dem Ligameister. Der TuS Mondorf führt zum Beispiel aktuell die Tabelle der Bezirksliga 2 an. An eine Meisterschaft denkt beim Primus allerdings noch niemand. „Wir möchten gerne bis zum Saisonende Fußball spielen und aus eigener Kraft sportlich den Aufstieg schaffen“, so TuS-Trainer Bastian Wittenius.

Der FV Bad Honnef belegt dagegen gerade den letzten Tabellenplatz der Landesliga. Bliebe es bei der Tabellensituation, ginge es für den HFV in die Bezirksliga. „Auch wenn es ein Leichtes für uns wäre zu sagen, wir hören auf“, so Benjamin Krayer, Spieler des HFV, „so würden wir die Saison trotz unserer misslichen Lage gerne zu Ende spielen.“

Stefan Bung, dem Trainer des 1. FC Spich, käme ein frühzeitiges Ende der Spielzeit dagegen recht. „Sie sollten gleich einen Haken an die Saison machen. Das wäre besser“, sagt Bung. „Wir wissen ja überhaupt nicht, wie schlimm die Geschichte mit Corona wirklich ist und wo sie noch hinführt.“

Um eine mögliche Ansteckung zu verhindern, verzichten die meisten Mannschaften zurzeit auch auf ein gemeinsames Training. Die Sportplätze sind verwaist. In Mondorf rollt der Ball bis auf Weiteres. „Wir werden weiter trainieren“, sagt Wittenius. „Vielleicht liege ich falsch, aber die Leute gehen zum Einkaufen, fahren mit der Bahn oder gehen in Clubs – warum sollten wir dann nicht trainieren? Sollte es schlimmer werden, könnte sich meine Einstellung natürlich ändern.“

Die aktuelle Spielzeit stand schon von Beginn an unter keinem guten Stern. Nachdem in der Vorsaison ein Spieler der Sportfreunde Ippendorf in einem A-Liga-Spiel eine Rote Karte gesehen hatte, kam es zu einem monatelangen Rechtsstreit, an dessen Ende die Verlegungen des ersten Spieltags in den Kreisklassen Bonn und Sieg sowie der Bezirksliga standen.

Damals war der Verband schließlich zu dem Ergebnis gekommen, die Bezirksliga auf 17 Mannschaften aufzustocken. In der aktuellen Lage ist eine schnelle Lösung unwahrscheinlich. „Wir werden die Entwicklung weiter genau beobachten, täglich neu bewerten und frühzeitig entscheiden, inwieweit wir den Spielbetrieb nach dem 17. April wieder aufnehmen können“, erklärt Dirk Brennecke, FVM-Geschäftsführer und Leiter der FVM-Koordinierungsgruppe.