Eishockey: Kölner Haie verlieren gegen Ice Tigers in Nürnberg

Neuanfang unter Mike Stewart : Kölner Haie verlieren in Nürnberg

„Das war einfach nicht gut genug“, resümiert der neue Haie-Coach Mike Stewart nach der Schlappe in Nürnberg. Gegen die Ice Tigers verließen die Kölner Hockey-Spieler das Eis mit einem 0:4.

Der Neuanfang bei den Kölner Haien unter Mike Stewart gestaltet sich schwierig. Mit der 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)-Schlappe am Sonntag bei den Nürnberg Ice Tigers setzte es für den KEC am vierten Spieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die dritte Niederlage. Entsprechend bedient war der neue Haie-Coach, dessen Mannschaft bereits zum Start in das Wochenende durch das 2:3 nach Verlängerung bei den Eisbären Berlin das Eis als Verlierer verlassen hatte: „Wir müssen in dieser Woche über einiges reden. Das war einfach nicht gut genug.“

Stewart hatte sich vor Saisonbeginn festgelegt, zwischen den Pfosten regelmäßiger rotieren zu lassen. Hannibal Weitzmann, der sich in der abgelaufenen Spielzeit hinter dem unantastbaren Gustaf Wesslau in lediglich sieben Partien beweisen durfte, soll unter dem neuen Kölner Trainer häufiger zum Einsatz kommen. In Franken erhielt der stets loyale Ersatzgoalie erstmals in dieser Runde die Gelegenheit, Spielpraxis zu sammeln. Es sollte ein frustrierendes Saison-Debüt werden.

Das Kölner Eigengewächs startete zwar mit einem entschärften Alleingang gegen Jochen Reimer (4.), war in der zehnten Minute jedoch zum ersten Mal geschlagen. Nach einem Scheibenverlust von Kevin Gagné an der gegnerischen blauen Linie wurden die Haie überrumpelt. Joachim Ramoser lief davon und legte das Spielgerät an Weitzmann vorbei ins Netz.

Danach waren die Ice Tigers das bessere Team. Nürnberg investierte mehr, brachte mehr Tempo aufs Eis und stellte den KEC mit Positionswechseln immer wieder vor Probleme. Die erneut mit durchgemischten Angriffsreihen angetretenen Haie standen sich beim Herausarbeiten eigener Chancen durch zahlreiche Scheibenverluste dagegen selbst im Weg; auch in drei Überzahl-Situationen binnen zehn Minuten brachten Stewarts Profis die Defensive der Hausherren nicht in Bewegung. 30 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts verpasste Eugen Alanov mit einem Schuss an das Quergestänge derweil das 2:0.

Die Kölner Powerplay-Schwäche setzte sich im Mitteldrittel nahtlos fort. Kurz nachdem die Haie auch ihre vierte Überzahl ohne Ertrag hatten verstreichen lassen, machte Nürnberg vor, wie es richtig geht. Die Gastgeber ließen die Scheibe so lange durch die eigenen Reihen gleiten, ehe Brandon Buck in Stellung gebracht war und aus spitzem Winkel traf (28.).

Ein Aufbäumen der Gäste erfolgte erst gegen Ende des zweiten Drittels. Robin Palka hätte sein erstes Profitor erzielen müssen, verfehlte jedoch das sperrangelweit aufstehende Nürnberger Gehäuse (33.). Alexander Oblinger und Zach Sill verpassten in einer Doppelchance (35.) ebenfalls den Anschluss. Auf der Gegenseite vergab Buck mit dem zweiten Nürnberger Lattentreffer die frühe Vorentscheidung (40.).

Insgesamt lief bei den Haien aber auch im Schlussdrittel spielerisch kaum etwas zusammen. Nachdem Jochen Reimer das zweite Nürnberger Powerplay-Treffer nachgelegt (52.) und der KEC bei nun sogar vierminütiger Überzahl erneut schaurig ausgesehen hatte, wollte Stewart ein Tor geradezu erzwingen.

Der Kölner Coach holte Hannibal Weitzmann vom Eis, tat seinem Team damit aber keinen Gefallen, denn Daniel Fischbuch schraubte das Ergebnis mit einem Empty Netter weiter in die Höhe (59.). „Wir waren überall einen Schritt zu spät und nicht richtig da. Wir müssen das Spiel, das wir uns vorstellen, langsam mal aufs Eis bringen“, schimpfte Weitzmann.

Köln: Weitzmann; Mo. Müller, Aronson; Ugbekile, Gagné; Zeressen, Kindl; Hanowski, Matsumoto, Uvira; F. Tiffels, Genoway, Palka; Akeson, Pfohl, Dumont; Köhler, Sill, Oblinger. – SR.: Hunnius/Kohlmüller. – Zuschauer: 3789. – Tore: 1:0 Ramoser (10:03), 2:0 Buck (27:01/PP1), 3:0 Reimer (51:26/PP1), 4:0 Fischbuch (58:21/ENG). – Strafminuten: Nürnberg 12; Köln 6.

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