Kölner Haie: Drohung für die ganze Liga

Kölner Haie : Drohung für die ganze Liga

Der KEC ist Tabellenführer und in einer beachtlichen Frühform. Neuzugang Nicolas Krämmer zeigt dabei sein großes Talent.

Nicolas Krämmer ist erst 23 Jahre jung. Und was die Kölner Haie betrifft, ist er erst recht kein alter Hase. Gerade einmal sieben Spiele hat der Neffe des großen Gerd Truntschka für den KEC absolviert, nachdem ihn im Sommer die Insolvenz der Hamburg Freezers unverhofft als KEC-Nachverpflichtung von der Elbe an den Rhein gespült hat. Erfahrung und Länge der Clubzugehörigkeit spielen aber nicht immer eine Rolle, wenn es darum geht, gewichtige Dinge zu sagen. Das hatte der Flügelstürmer nach dem beeindruckenden 7:2 der Haie am Sonntagabend gegen die Iserlohn Roosters: „Ich glaube, wir können noch besser spielen“, schickte Krämmer eine Drohung an die Clubs der Deutschen Eishockey Liga, die Spitzenreiter Köln nach acht Spieltagen schon etwas aus den Augen verloren haben.

6:1 gegen Straubing, 3:0 in Berlin und nun das nächste Torfestival in der heimischen Lanxess-Arena: „Das war wieder eine Wahnsinns-Teamleistung. Alle vier Reihen haben gut gespielt. Wir sind sehr ausgeglichen besetzt, da hat das Management einen richtig guten Job gemacht“, lobte Krämmer, der mit zwei Toren am Schützenfest gegen den neuen Tabellenletzten beteiligt war. Tatsächlich befinden sich die Haie schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison in einer beachtlichen Form. Die Defensive mit den drei Verteidiger-Paaren Moritz Müller/Torsten Ankert, Frederik Eriksson/Shawn Lalonde und Corey Potter/Pascal Zerressen agiert so souverän und kompromisslos, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Alexander Sulzer überhaupt nicht ins Gewicht fällt.Wenn sich einmal eine Lücke auftut oder ein Fehler einschleicht, können sich die Kölner auf Gustaf Wesslau verlassen. Der schwedische Torwart demonstrierte nach seinem zweiten Shut-out in Berlin gegen Iserlohn erneut seine Klasse. Erst neun Gegentore (Schnitt 1,36 pro Spiel) veranlassten Nico Krämmer zu einem dicken Kompliment: „Gustaf ist herausragend.“

Auch offensiv hat der klar strukturiert arbeitende Trainer Cory Clouston schnell gute Lösungen entwickelt. Seit dem Straubing-Spiel überzeugen alle vier Reihen. So war es gegen die Roosters die vierte Reihe, die nach ihrem starken Auftritt bei den Eisbären, in Person von Sebastian Uvira den Torreigen einleitete. Zweimal Krämmer, Lalonde, Ryan Jones und Philip Gogulla folgten, ehe auch Patrick Hager nach zuletzt starken Auftritten mit sechs Vorlagen endlich sein erstes Saisontor bejubeln durfte. „Für Patrick freut es mich besonders, weil er immer so hart arbeitet“, sagte Krämmer. Eine Aussage, die auch für den aktuell guten Geist in der Kabine der Haie spricht: „Über seine persönlichen Leistungen will keiner sprechen, es geht immer nur um das Team. Wir haben viele Super-Leader, an denen ich mich hochziehen kann“, erklärt Krämmer. So, wie es ein 23-Jähriger und Neuankömmling braucht und am liebsten hat.

Bleibt die Frage, wie die Haie nun eigentlich noch besser spielen können. Zumal sie auch in den Special Teams überragende Werte aufweisen. In Überzahl konnte der KEC bislang ein Drittel seiner Möglichkeiten nutzen und in Unterzahl gab es überhaupt nur ein Gegentor (Quote 95,65 Prozent) beim 2:4 gegen Schwenningen – und das bei Drei gegen Fünf.

„Wir haben noch ein paar Leichtsinnsfehler und zu viele Scheibenverluste“, benennt Nico Krämmer das Verbesserungspotenzial. Oder er hält es wie sein sachlich, ruhiger Trainer Cory Clouston: „Ich hoffe, dass wir diese Leistungen konstant weiter abrufen können.“

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