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DFB-Elf: Bundestrainer Löw schätzt die Analysen von Lukas Pfeiffer

Spielanalyse für DFB-Team : Bundestrainer Löw erhält Unterstützung aus Hennef

Lukas Pfeiffer, A-Junioren-Trainer beim FC Hennef 05, ist Ausbilder beim Kölner Spielanalyseteam des Deutschen Fußball-Bunds. Mit seiner Arbeit trägt er dazu bei, dass die deutsche Nationalmannschaft auf jeden Gegner optimal vorbereitet ist.

Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eins der großen Turniere wie Welt- und Europameisterschaft erfolgreich absolviert, wenn die Truppe von Bundestrainer Joachim Löw souverän Qualifikationspartien meistert oder in Testländerspielen überzeugt, dann ist die Freude bei Lukas Pfeiffer besonders groß. Denn der 29 Jahre alte Übungsleiter der A-Junioren-Mittelrheinligakicker des FC Hennef 05 ist daran nicht ganz unbeteiligt; er ist so etwas wie einer der Zuarbeiter für das Team um Chefcoach Löw.

Pfeiffer, seines Zeichens Student an der Sporthochschule Köln im Bachelor-Studiengang „Sport und Leistung“, absolvierte in den Jahren 2017 und 2018 zusätzlich den in Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingerichteten Zertifikats-Studiengang „DFB-Spielanalyseteam Köln“, den er erfolgreich abschloss. Fortan wechselte er die Seiten und ging in den Ausbilderstab. Seither zählt er als Referent neben dem Leiter Alexander Otto zu den sieben Angestellten des Projekts, das vom DFB finanziert wird. „Alle zwei Jahre werden von uns 50 bis 60 Analysten ausgebildet, die das Erlernte in der Vorbereitung auf Länderspiele anwenden dürfen“, berichtet Pfeiffer, der diese Arbeit logischerweise aus eigener Erfahrung kennt. „2018 bin ich als Analyst zur U17-Europameisterschaft mitgefahren. Wir stehen immer wieder in Kontakt zu den Jugend-Nationalteams“, erzählt er.

Eine Fülle an Informationen vom nächsten Gegner

Die Anforderungen an das „Team Köln“ sind vielschichtig. „Die Idee ist, den deutschen Nationalspielern und -trainern Informationen über den nächsten Gegner zu liefern und sie zu unterstützen“, meint Pfeiffer. „Wir wollen demonstrieren, in welchen Bereichen ein Vorteil für unsere Elf liegen könnte.“

Hinzu kommt eine Mannschaftsanalyse über das taktische Verhalten und taktische Abläufe bestimmter Gruppen in diversen Spielphasen. Wichtig ist dabei: „Du musst Hilfen zur Hand haben, die unabhängig von einem konkreten Spielsystem sind.“ Grundmuster also, die beim Kontrahenten immer wieder auftreten. Das Verhalten bei Standards wie Eckbällen und Freistößen darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Sind die ganzen Erkenntnisse gebündelt und in Videos oder schriftlich fixiert, werden sie an die Verantwortlichen beim DFB weitergegeben. Dabei gibt es einen regelmäßigen Austausch insbesondere mit Scout Thomas Schneider, Torwarttrainer Andreas Köpke und dem Diplom-Sportwissenschaftler Stephan Nopp, früher Jugendtrainer beim FC Rot-Weiß Lessenich. Joachim Löw selbst „habe ich leider noch nicht kennengelernt“.

Pfeiffers Arbeit zahlt sich für ihn auch in seinem Job beim FC Hennef 05 aus. „Gerade was die Denk- und Betrachtungsweise betrifft, wie du an ein Spiel herangehst, habe ich viel übernommen“, sagt der 29-Jährige, der nun endlich seine Bachelorarbeit zu Ende bringen will, um sein Studium abzuschließen. „Dafür fehlte bislang die Zeit.“