Coach Stewarts Mission bei den Kölner Haien

Eishockey : Haie-Trainer will Mannschaft auf Platz zehn der DEL führen

Der Trainer der Kölner Haie will sein Team noch auf Platz zehn der Deutschen Eishockey Liga führen.

Durchhalten und irgendwie dran glauben: Den Kölner Haien bleibt wohl nichts anderes übrig vor den finalen neun Partien in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach einer beispiellosen und historischen Negativserie von 13 Niederlagen in Folge sowie dem freien Fall auf Platz elf der Tabelle ringt der KEC um seine letzte Chance, die ersten zehn Ränge und damit die Playoffs doch zu erreichen. Nachdem alle ergriffenen Maßnahmen nur zum Gegenteil geführt haben, sollen nun die Demission von Sportdirektor Mark Mahon und die 14-tägige Länderspielpause für den nötigen Schub sorgen, um die enteilte Konkurrenz wieder in Sichtweite zu bekommen.

„Die Zeit weg von der Halle hat allen gut getan. Die Jungs haben sich gefreut zurückzukommen und haben im Training viel Energie aufs Eis gebracht“, ist Haie-Coach Mike Stewart optimistisch geblieben. Inwieweit sich sein Eindruck in Leistung ausdrückt, werden die nächsten beiden Aufgaben zeigen. Am Freitag in Schwenningen und am Sonntag beim rheinischen Derby in Düsseldorf zählen für den KEC nur zwei Siege. „Der Glaube war immer da. Wir schmeißen alles in den Pott für den ersten Sieg und um das Momentum aufzubauen.“

„Team in a mission“, nennt der Kanadier Stewart die Situation, die er und seine Mannschaft vor sich haben. Nur wenn die Haie selber wieder mal gewinnen, dürfen sie irgendwann auch auf die Konkurrenz aus Augsburg, Wolfsburg und Nürnberg schauen. Also hat Mike Stewart seit Sonntag in längeren Trainingseinheiten an den Schwachpunkten seines Teams gearbeitet. Eine umfangreiche Aufgabe, denn neben der unterirdischen Powerplay-Quote funktioniert bei den Haien auch sonst nicht viel. „Unterzahl, Torhüterleistung, Team-Defensive und an dem Game-Plan halten“, zählt Stewart die lange Liste auf und verbreitet Optimismus: „Nichts, was wir nicht hinkriegen könnten.“

Der 47-Jährige versucht also dort weiterzumachen, wo er vor der Länderspielpause vergeblich einen Weg zurück zum Erfolg gesucht hat: „Ich lerne immer dazu, aber mein Fundament als Trainer bleibt gleich. Ich bin, wie ich bin. Ich muss authentisch bleiben und etwas Positives in der Kabine ausstrahlen. Sonst bringe ich nur Chaos in die Mannschaft. Ich weiß, was ich tue.“

Zu Stewarts Job gehört seit Mahons Freistellung auch vermehrt die Kaderplanung für die aktuelle und vor allem die neue Saison. „Meine Arbeitstage sind noch länger geworden“, berichtet er. Der Interims-Sportdirektor hält es für möglich, dass sich die Haie bis zum Ende der Transferperiode am 15. Februar nach der Verpflichtung von Justin Fontaine noch ein weiteres Mal verstärken. „Alles ist offen“, antwortete er auf die Frage, ob die Kölner nach einem Offensivverteidiger, Stürmer oder Torwart suchen. Bedarf gibt es auf allen Positionen.

Der neue, ganz starke Mann an der sportlichen Spitze des KEC bewegt sich gleichzeitig auf dem schmalen Grat zwischen der Mission, mit dem aktuellen Kader noch Platz zehn zu erreichen und auf der anderen Seite die nächste Saison vorzubereiten. Kevin Gagné, Sebastian Uvira und Goalie Hannibal Weitzmann sollen ihre auslaufenden Verträge bereits verlängert haben. Als Neuzugänge sind die beiden Augsburger Brady Lamb und Drew Leblanc im Gespräch. Aus Ingolstadt sollen neben Mike Collins Stürmer Jerry D’Amigo und Offensivverteidiger Maury Edwards kommen. Und auf der Kandidatenliste für einen Nachfolger von Torwart Gustaf Wesslau, der am Freitag in Schwenningen spielen wird, steht wohl der Finne Jussi Rynnäs (Krefeld) weit oben. Viel zu tun für Mike Stewart, der auch bei der Neubesetzung des Sportdirektor-Postens ein gewichtiges Wort mitspricht. „Meine Meinung ist gefragt. Es gibt schon einige Namen“, sagt der Trainer. Welche, wollte er natürlich nicht verraten.