Rennkanuten aus Bonn: Caro Arft und Max Rendschmidt ziehen positive Bilanz

Rennkanuten aus Bonn : Caro Arft und Max Rendschmidt ziehen positive Bilanz

Die Bonner Rennkanuten Max Rendschmidt und Caro Arft blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück. Nach einer kurzen Pause werden sie mit ihren ihren Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio starten.

Das Bild, das Kanute Max Rendschmidt von seinem Teamkollegen in den sozialen Medien postet, spricht Bände: Tobias-Pascal Schultz sitzt auf einem Gartenstuhl, den Kopf hängend, vollkommen erschöpft. "Wir hatten bis zu 35 Grad in Brandenburg. Bei dem Programm, das wir abgespult haben, schwinden schon mal die Kräfte", sagt Rendschmidt. "Wir haben in Zelt und Wohnwagen gewohnt. Das war in der Hitze schon ein Abenteuer."

Das Programm, das Rendschmidt und die weiteren Kanuten bei den deutschen Meisterschaften in Brandenburg abgespult haben, kann sich tatsächlich sehen lassen. Bei den nationalen Titelkämpfen ging der Bonner gleich sechs Mal an den Start und die Bilanz kann sich sehen lassen: Über die 1000 Meter gewann Rendschmidt mit dem Vierer, über die 500 Meter im Zweier den deutschen Meistertitel. Dazu ein zweiter Platz über die 200 Meter im Zweier sowie ein dritter Platz im Zweier über die 1000 Meter. Im Einer erreichte er über die 1000 Meter den vierten Platz. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich da schon gespürt, dass ich körperlich ziemlich am Ende war", so Rendschmidt. "Bei den 5000 hat dann mein Kreislauf gesponnen." Rendschmidt musste nach 1000 Meter abreißen lassen und paddelte wieder zurück.

Mittlerweile ist der Sportsoldat wieder in Bonn – im Urlaub, Freunde treffen. "Wir sind jetzt mit der Saison durch. Jetzt können wir die die Dinge tun, die sonst auf der Strecke bleiben", sagt der Bonner. Mit den deutschen Meisterschaften endet eine aufregende Saison. "Nach dem schleppenden Start mit einer Krankheit zu Beginn lief es für mich immer besser", so Rendschmidt. Es folgte der zweite Platz bei den European Games in Minsk, ein starker Auftritt bei den Finals in Berlin, dann der WM-Titel in Szeged inklusive Olympia-Ticket und nun die Medaillen-Sammlung bei den deutschen Meisterschaften. "Jetzt sind wir mit der Saison durch und das Fazit fällt positiv aus."

Die Pflicht ist absolviert, jetzt fehlt nur noch die Kür. Und die gibt es bereits nächste Woche. Dann fliegt Rendschmidt nach Tokio. In der Hauptstadt Japans steht ein besonderer Termin bevor. Rendschmidt testet schon mal für Olympia. Am kommenden Montag startet der Flieger. "Das ist im Grunde ein Testlauf. Wir dürfen schon einmal auf das Olympische Wasser", sagt der Doppel-Olympiasieger. "Außerdem geht es da um die Organisation." Dabei ist gar nicht klar, ob Rendschmidt mit nach Japan reist. "Das Olympia-Ticket gilt ja für das Boot und nicht für den Sportler. Aber wenn ich gesund bleibe, denke ich, dass ich gesetzt bin."

Mit im Flieger sitzt auch Caro Arft. Die 23-Jährige hat ein ähnliches Programm wie Rendschmidt abgespult und sich im Saisonfinale ebenfalls zur deutschen Meisterin gekrönt – sogar doppelt. Arft gewann im Einer und im Zweier über die 200 Meter. Dazu sammelte sie zwei zweite Plätze im Einer und Vierer über die 500 Meter und einen dritten Rang im Zweier ebenfalls über die 500 Meter ein. "Insgesamt würde ich schon sagen, dass das ein richtig gutes Jahr für mich war", sagt sie. "Ich wurde für die A-Mannschaft nominiert, habe einen Quotenplatz für Olympia eingefahren und jetzt bin ich deutsche Meisterin." Durch die gute Platzierung dürfte sie zudem auch den Sprung in den A-Kader geschafft haben.

Auch Arft wird nun die Reise in ihre alte Heimat antreten. Mittlerweile trainiert und wohnt die Kanutin in Essen – jetzt geht es nach Rheidt. "Bei der Familie versuche ich, schon ein wenig herunterzukommen." Über die falsche Ernährung in den freien Tagen wird sich Arft aber keine Gedanken machen. "Wenn ich zwei Tage am Stück ungesund esse, fehlt mir die gesunde Ernährung."

Ohnehin ist die Pause nicht grenzenlos. "Am 1. Oktober steigen wir ja auch schon wieder ein", sagt Arft. In Oberhof gibt es dann ein Seminar, bei dem die kommende Saison geplant wird. Trainingspläne und Inhalte werden erstellt. Im Fokus steht dabei der Höhepunkt der kommenden Saison: die Olympischen Spiele in Tokio. Und spätestens da gehen die beiden Bonner Kanuten wieder komplett an ihre körperlichen Grenzen.

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