Telekom Baskets Bonn: Baskets sind krasser Außenseiter in München

Telekom Baskets Bonn : Baskets sind krasser Außenseiter in München

Im Spiel bei den Bayern geht es am Sonntag um die Qualifikation für das Top-Four-Turnier im Pokal. Die Bonner haben in der Liga bewiesen, dass sie die Münchner schlagen können.

Zwei entscheidende Spiele stehen den Telekom Baskets Bonn innerhalb von vier Tagen bevor. Am Sonntag (15.30 Uhr, Audi Dome) spielen sie in der Pokalqualifikation bei Bayern München um den Einzug ins Top Four in Berlin (18./19. Februar), am nächsten Mittwoch könnten sie mit einem Erfolg in Litauen gegen Prienu-Birstono ins Achtelfinale des Fiba Europe Cups einziehen. „Das ist schon ein gewisser Druck, dem wir da ausgesetzt sein werden, aber es ist ein Druck, den wir Spieler lieben. Dafür spielen wir Basketball“, kann Baskets-Spielmacher Josh Mayo es kaum erwarten.

Druck haben am Sonntag vor allem aber die Münchner, für die das Erreichen des Top Four Pflicht ist. Und die Aufgabe gegen Bonn werden sie sicherlich besonders ernstnehmen, nachdem sie das Bundesliga-Hinspiel bei den Baskets mit 83:95 verloren haben. „Da haben wir sicherlich Selbstvertrauen getankt. Aber es macht die Aufgabe für uns nicht leichter. Die Bayern werden uns nicht unterschätzen, besonders nicht vor eigenem Publikum. Wir sind krasser Außenseiter“, sagte Sportmanager Michael Wichterich. Zumal das Star-Ensemble von Trainer Aleksandar Djodjevic sich im Saisonverlauf gefunden habe, sehr stabil auftrete und sich auch europäisch gegen gute Mannschaften behaupte.

In der Top-16-Runde des Eurocups ist München noch ohne Niederlage, gewann in seiner Gruppe unter anderem in Ulm (68:57) und setzte sich gegen Khimki Moskau klar durch (90:74). „Die Bayern sind, seitdem wir gegen sie gewonnen haben, besser geworden. Wir werden 40 Minuten an unserem Limit spielen müssen, um eine Chance auf den Sieg zu haben“, sagte Trainer Predrag Krunic. Laut Wichterich werde viel darauf ankommen, „wie wir ins Spiel reinfinden. Wir müssen von Anfang an präsent sein“.

Mayo weiß, was auf ihn und seine Mitspieler zukommt. „Die Münchner werden hungrig sein und mit viel Energie aufs Feld kommen“, erklärte er. Der Schlüssel zum Erfolg sei, die eigenen Ballverluste zu minimieren und eine „extrem gute Verteidigung zu spielen“. Andererseits werden sich die Münchner in ihren Abwehrbemühungen besonders auf Mayo, der im Bundesligaspiel 21 Punkte erzielte und fünf Assists gab, und Ryan Thompson konzentrieren. Er war Anfang Dezember im Telekom Dome mit 32 Punkten überragender Topscorer. Mayo hat keine Angst vor dem Druck, den der Gegner auf ihn ausüben wird. Der 1,81 Meter große Point Guard ist nach einer Eingewöhnungsphase zum Beginn der Saison zu einem echten Anführer für die Baskets geworden. Mayo: „Die Unterstützung durch meine Mitspieler und den Trainer hat mir geholfen, dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Aber es steckt viel Arbeit dahinter.“ Die Entwicklung, die er in den letzten Monaten genommen habe, sei in ähnlicher Weise auch bei seinen Mitspielern und der Mannschaft insgesamt zu erkennen. „Wir halten auf und neben dem Feld zusammen. Hoffentlich bleibt es so, dann können wir noch viel erreichen“, blickt er voraus.

Für die Pokalqualifikation hätte sich Coach Krunic lieber ein Heimspiel gewünscht, „denn Bayern ist in eigener Halle noch einmal ein Stück stärker einzuschätzen. Aber, wir haben uns diese Situation erarbeitet, haben es bis unter die sechs Mannschaften geschafft, die um das Top Four spielen, also fahren wir auch nach München, um zu gewinnen“.

In den anderen Qualifikationsspielen hat medi Bayreuth Meister und Bundesliga-Spitzenreiter Bamberg zu Gast, Ludwigsburg spielt zu Hause gegen Ulm. Die Auslosung für das Top-Four-Turnier findet am Sonntag im Rahmen des Bundesligaspiels Alba Berlin gegen Löwen Braunschweig statt.