Draisaitl vs. Draisaitl: Trainer der Kölner Haie tritt gegen seinen Sohn an

Draisaitl vs. Draisaitl : Trainer der Kölner Haie tritt gegen seinen Sohn an

Im Testspiel geht es für die Kölner Haie in der Lanxess Arena gegen die Edmonton Oilers. Das ist gleichzeitig das Duell zwischen Haie-Coach Peter Draisaitl und seinem Sohn Leon, der bei den Kanadiern unter Vertrag steht.

Leon Draisaitl wirkte ganz entspannt. Frisch geduscht schlenderte er in T-Shirt, kurzer Hose und mit Badeschlappen durch das Trainingszentrum der Kölner Haie, wo im Medienraum eine Meute von Reportern auf ihn wartete. „Es ist schön, zurück in der Heimat zu sein und viele bekannte Gesichter wiederzusehen.

Ich genieße die Tage in Köln“, sagte der deutsche Eishockeystar der Edmonton Oilers lächelnd in die zahlreichen Mikrofone, die auch für ein Statement seines Vaters ausgestreckt waren. Das letzte Testspiel des kanadischen NHL-Clubs vor dem Start in die neue Saison am Mittwoch (16 Uhr, Lanxesss Arena, live auf Sport1) bei den von Peter Draisaitl trainierten Kölner Haien ist schließlich vor allem die Geschichte von Vater und Sohn, die sich bislang noch nie in einem Eishockeyspiel als Gegner gegenübergestanden haben.

Das völlig neue und unbekannte Gefühl entfacht große Vorfreude im Hause Draisaitl. „Ich habe viele Eintrittskarten organisieren müssen. Die Partie ist ein einmaliges Erlebnis für meine Familie und mich“, schwärmt Leon Draisaitl vor dem Heimspiel in seiner Geburtsstadt gegen jenen Verein, bei dem er als Bambini die ersten Schritte auf dem Eis unternahm – und dem er bis heute engstens verbunden ist.

Erst im vergangenen Sommer hatte sich der 22 Jahre alte Nationalstürmer beim KEC wieder fit gemacht für den Vorbereitungsstart in Übersee. „Leon ist sehr glücklich, wieder in Köln zu sein. Er ist stolz auf seinen Vater und die Haie“, bestätigt Oilers-Headcoach Todd McLellan. Auch Peter Draisaitl fiebert dem im Rahmen der NHL Global Series stattfindenden Testspiel entgegen. „Es ist eine tolle Sache, die Edmonton Oilers zu Gast in Köln zu haben“, meint der 52-Jährige. Einen Matchplan für das Kräftemessen mit dem Kontrahenten aus einer anderen Eishockeywelt um Gigant Connor McDavid (21) hat der Coach des KEC zwar noch nicht entworfen, die nötigen Informationen hat er aber auch so schon parat.

Ergebnis stünde nicht im Vordergrund

Denn Peter Draisaitl kennt den Club seines Sohnes aus dem Effeff. „Ich verfolge die Oilers seit drei Jahren sehr intensiv, schaue mir jedes Spiel von Leon über das Internet an und habe viele seiner Mitspieler schon persönlich getroffen“, berichtet der Kölner Trainer, dessen Team naturgemäß mit eher kleinen Zielen in das ungleiche Duell mit den NHL-Stars geht. „Wir wollen laufen, kämpfen und uns gut präsentieren.

Das Ergebnis steht diesmal nicht im Vordergrund“, skizziert Sportdirektor Mark Mahon das Vorhaben des krassen Außenseiters. Die Sorgen der Kölner über den misslungenen Start in die neue Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga sollen zumindest für diesen einen Tag in den Hintergrund rücken. „Die Partie gegen Edmonton ist ein Spiel, das es so in Köln noch nicht gegeben hat und ein echtes Highlight. Im gesamten Club ist eine riesige Vorfreude spürbar“, sagt Geschäftsführer Philipp Walter. Für Unterhaltung auf dem Eis sollte allein schon durch den hohen sportlichen Stellenwert gesorgt sein, den die Partie für die Kanadier besitzt.

Das Spiel gegen den KEC stellt für die Oilers den letzten Test dar vor dem Saisonauftakt am kommenden Samstag im schwedischen Göteborg gegen die New Yersey Devils. „Wir nehmen die Partie in Köln sehr ernst. Für uns ist das die Generalprobe vor dem Auftakt der NHL, da muss alles passen“, betont der deutsche Nationalstürmer Tobias Rieder (25), der im Sommer von den Los Angeles Kings nach Edmonton gewechselt ist. Trotz Jetlag werden Draisaitl, Rieder und Co. ausgeruht in das Testspiel gehen. Nach ihrer Landung am Sonntag absolvierten sie am Montag eine einstündige Übungseinheit im Trainingszentrum des KEC. Am Dienstag steht dann ausschließlich das Kennenlernen Kölns auf dem Programm. „Wir werden den Dom besichtigen, das Schokoladenmuseum besuchen, eine Schifffahrt auf dem Rhein unternehmen und ins Brauhaus gehen“, sagt Headcoach Todd McLellan. Der Fremdenführer ist bereits ausgeguckt. Es ist Leon Draisaitl. Natürlich.