Kader wird umgebaut: Philip Gogulla muss Kölner Haie verlassen

Kader wird umgebaut : Philip Gogulla muss Kölner Haie verlassen

Nach dem Playoff-Aus im Viertelfinale bauen die Kölner Haie ihren Kader rigoros um. Selbst Urgestein Gogulla muss gehen. "Wir müssen etwas tun", sagt Trainer Peter Draisaitl.

Auf der Geschäftsstelle der Kölner Haie herrschte ein reges Kommen und Gehen. Zwei Tage nach dem vorzeitigen Saisonaus in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hatte der KEC alle seine Spieler zu einem Einzelgespräch einbestellt. Für viele von ihnen nahm die Unterredung mit Trainer Peter Draisaitl und Sportdirektor Mark Mahon ein schlechtes Ende. Anstatt wie erhofft am Dienstag Spiel sieben der Playoff-Viertelfinalserie bei den Nürnberg Ice Tigers zu bestreiten, gab es für sie die Papiere.

Nach dem abermaligen Verpassen der Runde der letzten Vier sahen sich die Vereinsverantwortlichen zum Handeln gezwungen – und leiteten einen personellen Kahlschlag ein. Ein alternativloser Schritt, wie Draisaitl betonte: „Wir müssen etwas tun, das hat diese Saison deutlich gezeigt.“

Dass die Haie bei dieser Aufgabe keine Rücksicht auf Namen nehmen, verdeutlicht das Beispiel Philip Gogulla. Das 30-jährige Club-Urgestein muss den KEC, für den Gogulla seit 2004 spielte, trotz eines noch ein Jahr laufenden Vertrages bereits jetzt verlassen. „Philip spielt in unseren Planungen keine Rolle mehr. Wir sind zu der Übereinkunft gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, getrennte Wege zu gehen“, erklärte Draisaitl. Bei diesem brisanten Entschluss schreckte der KEC offenbar auch nicht davor zurück, dem ehemaligen Nationalstürmer eine teure Abfindung zahlen zu müssen. Wohin es den hochveranlagten, aber häufig lethargisch wirkenden und zuletzt auch als Einzelgänger im Team geltenden Rekordtorjäger der Haie zieht, ist noch unklar.

Gravierend fallen die Veränderungen auch auf der Center-Position aus, der größten personellen Schwachstelle des Kaders. Mit T. J. Mulock („Ich habe die Chancen auf einen neuen Vertrag bei 50:50 gesehen“), Blair Jones („Der Club wird eine andere Richtung einschlagen“), Bill Thomas und Alex Bolduc sortierten die Haie gleich vier Mittelstürmer auf einmal aus. Als Abgänge stehen zudem die beiden Torhüter Daniar Dshunussow und Justin Peters, Verteidiger Fredrik Eriksson sowie die Stürmer Nico Krämmer, Dylan Wruckund Eric Valentin (Förderlizenzspieler) fest. Noch offen ist der Verbleib der Offensivkräfte Justin Shugg und Jean-Francois Boucher.

Auch Christian Ehrhoff räumte seinen Spind im Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße leer – allerdings bekanntermaßen aus freien Stücken. Ein besonderes Gefühl verspürte der Starverteidiger dabei nicht. „Es hat sich angefühlt wie nach jeder Saison, wenn es aus und vorbei ist. Wahrscheinlich wird es erst im August für mich komisch werden“, sagte der olympische Silbermedaillen-Gewinner, der seine Laufbahn trotz eines ursprünglich noch bis 2019 datierten Kontrakts mit Köln vorzeitig für beendet erklärte.

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