Debüt für KEC-Trainer Lacroix: Haie erkämpfen Sieg gegen Bremerhaven

Debüt für KEC-Trainer Lacroix : Haie erkämpfen Sieg gegen Bremerhaven

Eine erfolgreiche Aufholjagd hat den Kölner Haien einen Sieg beim Debüt des neuen Trainers Dan Lacroix beschert. Gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven siegte der Gastgeber mit 5:4 (0:3, 4:0, 0:1) nach Verlängerung.

Dan Lacroix ist nicht viel Zeit geblieben. Gerade einmal etwas mehr als 48 Stunden lagen zwischen seiner ersten Trainingseinheit als neuer Coach der Kölner Haie und seinem Einstand hinter der Bande des KEC. Die Mannschaft persönlich kennenlernen und an der einen oder anderen Stellschraube drehen – mehr war für den Kanadier vor dem im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation in der Deutschen Eishockey Liga so wichtigen Heimspiel am Donnerstagabend gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven nicht drin gewesen. Trotz der kurzen Vorbereitungs- und Beschnupperungsphase sollte das Debüt des Nachfolgers des zu Wochenbeginn entlassenen Peter Draisaitl glücken – und obendrein reichlich Spektakel beinhalten. Köln landete nach wildem Ritt einen 5:4 (0:3, 4:0, 0:1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung und zog in der Tabelle an seinem unmittelbaren Konkurrenten vorbei zurück auf Rang vier.

Dabei hatte zunächst alles nach einer gründlich misslungenen Premiere für Lacroix ausgesehen. Grund war eine albtraumhafte Anfangsphase der Haie, die nach elf Minuten fast schon aussichtslos mit 0:3 im Hintertreffen lagen. Fedor Kolupaylo hatte gleich den ersten Vorstoß der Norddeutschen aus kurzer Distanz zum 0:1 abgeschlossen (3.). Als Miha Verlic drei Minuten später in Überzahl zum 0:2 abfälschte, dürfte Lacroix bereits Böses geahnt haben. Es kam sogar noch schlimmer für die Hausherren: Nach einem katastrophalen Scheibenverlust von Corey Potter direkt am eigenen Tor erhöhte Rylan Schwartz auf 3:0 für perfekt beginnende Bremerhavener. Der KEC fand im ersten Drittel dagegen überhaupt nicht statt und wirkte mit dem aggressiven Forechecking der Gäste streckenweise überfordert.

Doch die Kölner bewiesen eine unglaubliche Moral. Und im Mittelabschnitt war es dann urplötzlich ein komplett anderes Spiel. Der KEC kam wie verwandelt aus der Kabine, trat auf einmal wild entschlossen auf und erzielte durch ein Abprallertor von Lucas Dumont den schnellen Anschluss (23.). Dieser bildete den Startschuss für eine spektakuläre Aufholjagd, die Ryan Jones befeuerte, indem er in doppelter Überzahl einen Fernschuss von Morgan Ellis zum 2:3 abfälschte (32.). Die Haie agierten nun endgültig wie im Rausch, Bremerhaven verlor jeglichen Halt. Nach einem Solo von Alexander Oblinger staubte Kai Hospelt zum Ausgleich ab (34.), ehe Dumont bei einem Konter die Scheibe zur ersten Führung für den KEC unter den Querbalken feuerte (37.). Die rund 9000 Zuschauer, die in der Anfangsphase aus Protest gegen die Zerstückelung der Spieltage noch eisern geschwiegen hatten, waren schier aus dem Häuschen.

Im dritten Drittel beruhigte sich das Geschehen. Bremerhaven gewann wieder Boden unter den Füßen und konnte die Partie ausgeglichen gestalten. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang den Norddeutschen dann der Ausgleich durch Michael Moore. Gustaf Wesslau im Kölner Tor war die Sicht versperrt gewesen. So musste die Verlängerung über das Gelingen von Lacroix‘ Einstand entscheiden. Dort überstanden die Haie nach einer Strafe gegen Frederik Tiffels zunächst eine kritische Unterzahl, ehe Topscorer Jason Akeson in der vierten Minute der Overtime in Kölner Überzahl auf Vorarbeit von Ellis ins kurze Eck zum viel umjubelten Sieg traf.

Köln: Wesslau; Ellis, Mo. Müller; D. Tiffels, Madaisky; Potter, Gnyp; Akeson, Genoway, F. Tiffels; Schütz, Ticar, Uvira; Dumont, Pfohl, Jones; Oblinger, Hospelt, Zalewski.
SR.: Koharski/Schrader.
Zuschauer: 9084.
Tore: 0:1 Kolupaylo (2:25), 0:2 Verlic (5:49/PP1), 0:3 Schwartz (10:35), 1:3 Dumont (22:43/Gnyp, Pfohl), 2:3 Jones (31:45/Ellis, Genoway/PP2), 3:3 Hospelt (33:12/Zalewski, Oblinger), 4:3 Dumont (36:15/Jones), 4:4 Moore (52:38), 5:4 Akeson (63:43/Ellis/PP1).
Strafminuten: Köln 10; Bremerhaven 8.