Tour-Kolumne von Christian Knees: Der erste Härtetest

Tour-Kolumne von Christian Knees : Der erste Härtetest

Die ersten Etappen der 106. Tour de France liegen hinter den Fahrer. FAus Sicht des Rheinbacher Radprofis und mehrmaligen Tour-Teilnehmers Christian Knees erscheinen die Athleten noch recht entspannt - das könnte sich in den nun folgenden Bergetappen allerdings ändern.

Die ersten Etappen sind also absolviert. Und der Auftakt der 106. Auflage der Tour de France war der erwartet nervöse. Gerade im Finale gab es viele zum Teil schwere Stürze. Dennoch bin ich überrascht, was für einen entspannten Eindruck die Fahrer auf dem Bildschirm machen. Ziemlich relaxed rollt das Hauptfeld bislang. Bei den neuen Onboard-Kameras kommt das Tour-Spektakel schon besser rüber. Aber selbst die besten Bilder sind immer noch kein Vergleich, zu dem eigenen Fahrgefühl bei einer Tour.

Bis jetzt bin ich mit meinem Team Ineos sehr zufrieden: Es ist immer vorne mit dabei und immer präsent. Ich denke, die Jungs können auch sehr mit ihrem Mannschaftszeitfahren zufrieden sein: Auf die Hauptkonkurrenz haben sie Zeit gut gemacht, nur das Team Jumbo-Visma mit Toni Martin als Zugpferd ist mit 20 Sekunden Vorsprung gefühlt in einer eigenen Welt gefahren.

Zu der Form der Favoriten ist noch nicht viel zu sagen. Der erste richtige Test kommt erst heute mit dem La Planche des Belles Filles – einem Berg, den ich selbst bei meinen beiden letzten Touren auch hoch musste. Es handelt sich nicht um den schwersten Berg der Tour. Im Vergleich zu einem Alpen-Pass ist er nicht wirklich lang. Aber es ist der erste Tag, an dem man nicht mehr taktieren kann. Hier wird sich sicher erstmals die Form der Favoriten zeigen. Allerdings hat mir Egan Bernal sehr gut gefallen. Er war bislang der einzige Favorit, der sich auf den welligen Etappen gezeigt hat.

2012 haben wir am La Planche des Belles Filles das Gelbe Trikot mit Bradley Wiggins erobert und bis Paris nicht mehr hergegeben.

Der Rheinbacher Radprofi Christian Knees kommentiert in seinen GA-Kolumnen das aktuelle Geschehen bei der Tour de France. Dabei gibt der 38-Jährige vom Team Ineos Einschätzungen zum Abschneiden der Top-Favoriten sowie der deutschen Fahrer ab und beschreibt, worauf es bei den Etappen ankommt.

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