Geschäftsführer

Philipp Walter nimmt Arbeit bei den Kölner Haien auf

Der erste gemeinsame Auftritt in der frisch renovierten Spieler-Kabine der Kölner Haie im Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße: Rückkehrer und neuer Geschäftsführer Philipp Walter (r.) und Sportdirektor Mark Mahon.

Der erste gemeinsame Auftritt in der frisch renovierten Spieler-Kabine der Kölner Haie im Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße: Rückkehrer und neuer Geschäftsführer Philipp Walter (r.) und Sportdirektor Mark Mahon.

KÖLN. Der neue KEC-Geschäftsführer Philipp Walter hat seine Arbeit aufgenommen und will das negative Bild, dass die Kölner zuletzt abgaben, korrigieren.

Es hat sich einiges getan bei den Kölner Haien. Zum einen optisch: Das Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße hat während der Sommerpause einen neuen Farbanstrich verpasst bekommen. Der verbleichte Gelbton an der Außenfassade wurde durch ein schickes Anthrazit mit roter Linienführung ersetzt. Auch der überwiegend weiß designte Spielertrakt kommt deutlich frischer daher. Noch elementarer ist aber der Führungswechsel an der Spitze des kriselnden Eishockeyclubs: Dort hat Philipp Walter in dieser Woche auch offiziell seine Arbeit als neuer Geschäftsführer und Nachfolger des nach nur einjähriger Tätigkeit entlassenen Oliver Müller aufgenommen.

Vorstellen musste sich der gebürtige Breisgauer den wenigsten Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle der Haie. Vor seinem Wechsel im Herbst 2016 auf den Medienchefposten des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg war Walter bereits 13 Jahre lang beim KEC angestellt. Erst als Pressesprecher, später als Marketingleiter. Er kennt den Club, seine Strukturen und handelnden Personen sehr genau. Entsprechend herzlich fiel das Wiedersehen aus. „Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich habe gute Gespräche geführt und viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Vorfreude auf eine gute Zusammenarbeit ist zu spüren“, berichtete der 43-Jährige, der in den ersten Tagen nach seiner Rückkehr eine „brutale Bereitschaft“ bei den Haie-Mitarbeitern festgestellt hat.

Unter der Regie Müllers war dagegen immer wieder von einer angespannten Atmosphäre im Inneren des Clubs zu hören. Es verwundert daher nicht, dass Walter gleich zu seinem Amtsantritt als erstes wichtigstes Ziel ausgab, den KEC wieder zu vereinen: „Ich will, dass die Haie eine Einheit sind. Die gute Clubkultur soll auf und neben dem Eis zu spüren sein. Die Leute sollen stolz auf die Mannschaft sein und spüren, dass die Spieler viel Sprit im Tank haben.“

Das Gegenteil war in der abgelaufenen Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga der Fall. Die Haie gaben auf allen Ebenen ein schlechtes Bild ab. Das enttäuschende zweite Playoff-Viertelfinal-Aus in Folge wurde von diversen Streitereien begleitet, die bei Star-Verteidiger Shawn Lalonde, Rekordtorschütze Philip Gogulla und Simone Akin, der Leiterin Finanzen und Organisation, vor Gericht landeten und schließlich zu einer Trennung führten. Zudem überwarf sich Ex-Geschäftsführer Oliver Müller mit einem Teil der Sponsoren. Der neue Geschäftsführer will sich mit diesen Dingen aus der jüngeren Vergangenheit nicht unnötig lange aufhalten: „Das Leben kommt von vorn“, kommentiert Philipp Walter.

Vergleichen, das weiß er, lässt sich seine Arbeit im beschaulichen Freiburg mit seinem neuen Job im pulsierenden Köln nur schwer. Aber es gibt Werte, die beim SC Freiburg vorgelebt werden und die auch den Kölner Haien gut zu Gesicht stehen würden. „Eine Einheit zu sein, sich zu vertrauen und treu zu bleiben, dafür ist der SC Freiburg sicherlich ein Paradebeispiel“, meint Walter. Diesen „guten Geist“ gelte es nun auch beim KEC zu schaffen.Die Basis dafür sei gegeben. „Ich habe eine gute Struktur vorgefunden und sehe uns gut aufgestellt“, erklärt der neue starke Mann der Haie, dem ein harmonisches Verhältnis zu Hauptgesellschafter Frank Gotthardt nachgesagt wird.

Mit der Formulierung eines sportlichen Ziels gehen die Oberen der Haie indes noch verhalten um. „Es ist zu früh, um über eine konkrete Platzierung zu sprechen“, findet Walter. Die ungewohnte Kölner Zurückhaltung dürfte verschiedene Gründe haben. Die noch nicht gänzlich abgeschlossene Kaderplanung sowie die Ungewissheit, ob die vielen blutleeren Auftritte der abgelaufenen Saison wirklich der Vergangenheit angehören, gehören dazu. Mark Mahon setzt die Schwerpunkte daher zunächst anders. „Zu mehr Konstanz zu finden wird ein großes Thema sein. Leidenschaft, Zusammenhalt und ein gutes Verhältnis zu unseren Fans sind uns ebenfalls wichtig“, erklärt der Sportdirektor.