6:3-Sieg

Kölner Haie bezwingen Nürnberg Ice Tigers

An der Reihe: Hannibal Weitzmann bekommt im 14. Saisonspiel seinen ersten Einsatz.

Hannibal Weitzmann hatte wenig zu tun.

Köln. Im letzten Hauptrunden-Heimspiel verbuchte der KEC drei wichtige Punkte auf dem Weg zur direkten Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale.

Wenn es in der Deutschen Eishockey Liga auf den Monat März zugeht, spielt das Kurzzeitgedächtnis eine immer größere Rolle. Finden jedenfalls Spieler und Trainer. Es geht ums schnelle Vergessen oder wie Dan Lacroix es ausdrückte: „Erfolge dürfen dich nicht zu selbstsicher machen, Niederlagen dürfen nicht so lange in deinem Kopf hängen bleiben.“

Der Trainer der Kölner Haie spielte mit dieser Aussage auf das vergangene Wochenende an, an dem die Haie zwei Niederlagen mit 13 Gegentoren schlucken mussten und  zwei Tabellenplätze verloren. Beim DEL-Fünften funktionierte am Dienstag das Kurzzeitgedächtnis gegen die Nürnberg Ice Tigers. Mit dem ungefährdeten 6:3 (1:1, 3:0) im letzten Hauptrunden-Heimspiel verbuchte der KEC drei wichtige Punkte auf dem Weg  zur direkten Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale.

Im Duell der beiden aktuellen Schießbuden der Liga setzten beide Teams wenig überraschend zunächst auf defensive Stabilität. Dan Lacroix verhalf dabei Back-up-Goalie Hannibal Weitzmann zu seinem fünften Saisoneinsatz und Stammkeeper Gustaf Wesslau zu einer verdienten Pause. Weitzmann hatte allerdings wenig zu tun.

Der 24-Jährige musste nach einem leichten Puckverlust von Neuzugang Simon Després nur einmal eingreifen, ehe ihn Patrick Reimer überraschte. Der Nationalspieler traf in der ersten Nürnberger Überzahl unbehelligt von links ins lange Eck (15.). Eigentlich hatten die Haie das Spiel kontrolliert. Der KEC versäumte es aber die Überlegenheit in Tore umzumünzen und hatte bei einem Pfostenschuss von Felix Schütz Pech (11.).

Der auf Platz zehn dümpelte Vorjahres-Halbfinalist half den Kölner aber auf die Sprünge. Mit vier Strafzeiten in den letzten beiden Minuten des ersten Drittels gönnten die Franken den Haien eine dauerhafte doppelte Überzahl. Dabei sprang immerhin das 1:1 durch Sebastian Uviras 17. Saisontreffer heraus (18.). Erst das Stochertor zum 2:1 von Mike Zaleswski (23.) setzte das Kurzzeitgedächtnis der Hausherren und die Auflösung der Nürnberger Defensivstruktur aber richtig in Gang.

Fabio Pfohl ließ schnell das 3:1 folgen (25.) und jubelte seinen Frust über eine gefühlte Ewigkeit ohne eigenen Treffer heraus. Nachdem Weitzmann in der zweiten Ice Tigers-Überzahl sein Können zeigen durfte, kam der große Moment von Mick Köhler. Das Haie-Eigengewächs versenkte nach einem Schuss von Kai Hospelt den Abpraller souverän zum 4:1 – seine DEL-Tor-Premiere und passendes Geschenk (33.) vor seinem 21. Geburtstag am Samstag.

Den Schlussabschnitt nutzten die Haie zunächst zum Schaulaufen. Zalewski erhöhte sein persönliches Konto mit dem 5:1 (42.) auf fünf Saisontreffer, ehe Verteidiger Morgan Ellis beim 6:1 zum zehnten Mal traf (53.). Ein übler Check von Maximilian Kislinger gegen Pfohl (50.), der benommen vom Eis musste, das 6:2 durch Jason Bast (53.) nach schlimmem Fehler von Schütz und das 6:3 wieder durch Bast (58.) trübten das Gesamtbild für den KEC noch etwas.