Freundschaft hat Playoff-Pause: Kölner Haie wollen Spiel sieben erzwingen

Freundschaft hat Playoff-Pause : Kölner Haie wollen Spiel sieben erzwingen

Alexander Oblinger will mit den Haien ein siebtes Spiel gegen den ERC Ingolstadt erzwingen. Für seine Freundschaft mit ERC-Legende Thomas Greilinger ist auf dem Eis dann kein Platz.

Manchmal müssen Freundschaften ruhen. Alexander Oblinger hat da seine festen Prinzipien. Seit dem Start der Playoff-Viertelfinalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gegen den ERC Ingolstadt lässt der Angreifer der Kölner Haie den Kontakt zu ERC-Legende Thomas Greilinger (37) schleifen. Dabei verbindet beide ein enges Miteinander, seitdem Oblinger zwischen 2012 und 2014 die Schlittschuhe für die Oberbayern schnürte. „Der Greili und ich sind schon öfters gemeinsam in den Urlaub gefahren. Wir sind gute Freunde“, sagt Oblinger. Am Freitag (19.30 Uhr) spielt das einmal mehr keine Rolle. Dann geht die umkämpfte Serie in ihren sechsten Teil.

Trotz des 4:2-Heimerfolgs am vergangenen Sonntag steht der KEC unverändert unter Zugzwang. Das Team von Trainer Dan Lacroix liegt in der „best of seven“-Serie zwar nur noch mit 2:3 in Rückstand, ist aber erneut zum Siegen verdammt, um das drohende dritte Viertelfinal-Aus in Folge abzuwenden. Gelingt den Haien der Serienausgleich, steigt die entscheidende siebte Partie am Sonntag in der Lanxess Arena (Uhrzeit noch offen). Andernfalls müssten die Kölner ihren Sommerurlaub schon im März antreten.

Doch Alexander Oblinger ist guter Dinge, dass es seinem Team gelingt, der Serie eine erneute Verlängerung hinzuzufügen: „Wir machen vieles richtig und steigern uns von Spiel zu Spiel. Wenn wir unser Ding durchziehen, dann haben wir gute Chancen, mit einem Sieg nach Hause zu fahren“, meint der Stürmer.

In den ersten beiden Begegnungen in Ingolstadt war das den Kölnern nicht gelungen. Der KEC agierte beide Male überlegen, vor dem Tor jedoch zu uneffektiv – und verlor zweimal dramatisch in der Overtime. Erst mit 3:4, dann mit 2:3. Am Selbstvertrauen der Haie haben diese emotionalen Tiefschläge aber offenbar nicht allzu sehr genagt. „Jeder glaubt an sich und an das Team. Auch wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, ist die Stimmung in der Mannschaft gut“, versichert Oblinger.

Der gebürtige Augsburger fühlt sich gut und will auch am Freitag alles in die Waagschale schmeißen. „Ich habe genau die Energie, die ich für Playoff-Eishockey brauche, um jeden Check zu Ende zu fahren“, sagt der bullige Angreifer, der 1,91 Meter misst und 98 Kilogramm auf die Waage bringt. Gleich in seiner ersten Saison bei den Haien hat sich Oblinger zu einem fleißigen Arbeiter entwickelt. Der Rechtsschütze stand in allen 52 Hauptrundenspielen auf dem Eis. Dabei gelangen ihm sieben Tore und sechs Vorlagen. Nach den ersten fünf Playoff-Spielen liegt der Wert des früheren Junghais bei einem Treffer und einem Assist.

Wie es nach dieser Saison für den Mann mit den fehlenden vorderen Schneidezähnen weitergeht? Oblinger, dessen Vertrag bei den Haien ausläuft, weiß das noch nicht so genau. Zumindest möchte er in der Öffentlichkeit nicht darüber sprechen. „Ich will mich zu 100 Prozent auf die Playoffs konzentrieren. Nach der Saison wird man dann sehen, was passiert.“ Ein gemeinsamer Urlaub mit Thomas Greilinger ist in jedem Fall wahrscheinlich.