Eishockey: Kölner Haie schlittern in die Krise

Eishockey : Kölner Haie schlittern in die Krise

Nach fünf Niederlagen in sechs Spielen wächst der Druck auf Trainer Draisaitl. Sollten auch die anstehenden Partien verloren werden, steht der Ex-Nationalspieler vor der Ablösung in Köln.

Haben die Haie nicht genügend Qualität im Kader?

Der Umbruch im Sommer war wieder einmal groß. Die Haie haben mit Philip Gogulla einen ihrer deutschen Topspieler abgegeben, der aktuell in Düsseldorf Topscorer seines Teams ist. Zudem sagte Nationalspieler Markus Eisenschmidt den Kölnern ab und sorgt nun in Mannheim für Furore. Manager Mark Mahon und Trainer Peter Draisaitl haben auf den Importspieler-Positionen offenbar nur Durchschnitt verpflichten können. Colby Genoway, Justin Akeson im Sturm sowie Morgan Ellis und Tobias Viklung in der Verteidigung sind den Beweis ihrer Klasse bislang schuldig geblieben. Hinzu kommt das Verletzungspech: Die Neuverpflichtungen Marcel Müller und Frederik Tiffels haben noch kein Spiel bestreiten können.

Warum sind die Haie nach hoffnungsvollen Ansätzen zwischen Spieltag sechs und zwölf in den jüngsten drei Spielen eingebrochen?

„Ich hatte den Eindruck, dass wir stabiler geworden sind. Dann kam die Bayern-Tour und wir sind aus der Spur geraten“, sagt Mahon und fügt an: „Uns fehlt das Selbstvertrauen. Jeder kann mehr bringen. Wir können diese letzten Spiele nicht schönreden. Diese Phase ist ein Teil des Prozesses, in dem sich die neu zusammengestellte Mannschaft befindet.“ Das 0:6 in Ingolstadt hat bei den Spielern offensichtlich schweren Schaden verursacht. Mit Ausnahme von Kapitän Moritz und Fabio Pfohl ist kein Spieler in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und voran zugehen. Gegen Krefeld patzten sogar die sonst zuverlässigen Gustaf Wesslau und Corey Potter, der schon beim 1:4 in Augsburg dem Gegner ein Tor aufgelegt hatte,

Stimmt die Chemie zwischen den Spielern nicht?

Spieler und Verantwortlichen betonen gebetsmühlenartig, wie gut sich die Spieler untereinander verstehen und wie viel Spaß sie miteinander haben. „Bei uns versteht sich Jeder mit Jedem. Wir haben wirklich einen tollen Charakter in der Truppe“, sagt Neuzugang Fabio Pfohl. Fakt ist aber, dass die Mannschaft zuletzt die gute Stimmung nicht auf das Eis bringen kann. Warum das so ist, konnte oder wollte niemand erklären.

Liegt die aktuelle Misere an dem Trainerstab um Chefcoach Peter Draisaitl?

Mahon bestreitet, das es aus dem Kreis der Mannschaft Kritik am Führungsstil und den taktischen Vorgaben gibt. Nach der Art und Weise des Auftritts der Haie gegen Krefeld hat der Druck auf den Vater von NHL-Star Leon Draisaitl aber zugenommen. Sollten auch die Partien vor der Deutschland-Cup-Pause (5. bis 14. November) in Wolfsburg und Bremerhaven verloren werden, steht Draisaitl vor der Ablösung. „Es gibt im Moment keine Trainerdiskussion. Aus der sportlich schwierigen Situation wollen wir uns gemeinsam rausarbeiten. Jetzt gilt es, zusammen zu halten“, setzte Mahon am Mittwoch kein Ultimatum.

Mehr von GA BONN