Erfolg gegen Düsseldorf: Haie nach 4:1-Derbysieg wieder in Form

Erfolg gegen Düsseldorf : Haie nach 4:1-Derbysieg wieder in Form

Vor der Saison wurden die Kölner Haie als möglicher Meisterkandidat gehandelt. Der DEL-Saisonstart mit neuem Coach war aber schwach. Nach dem Derbysieg gegen Düsseldorf ist die Eishockey-Welt in Köln wieder in Ordnung.

Um kurz nach vier am Sonntagnachmittag waren die Enttäuschungen der vergangenen Wochen ganz weit weg. In der Lanxess Arena erklang das „Trömmelche“, klatschend begleitet von den meisten der mehr als 17.000 Zuschauer, die es in den Schlussminuten der 224. Auflage des rheinischen Klassikers der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG nicht mehr auf ihren Plätzen gehalten hatte. Und auch den Protagonisten auf dem Eis ging der prestigeträchtige 4:1 (0:0, 1:1, 3:0)-Erfolg über den Erzrivalen runter wie Öl.

Nach einer Ehrenrunde sammelten sich die KEC-Profis kurz in der Kabine, um dann für eine „Humba“ noch einmal in den Innenraum zurückzukehren. Dabei trugen sie jenes Plakat mit der Aufschrift „Kölner EC“ bei sich, das mehrere Hundert Haie-Anhänger vor der Partie bei einem Fanmarsch vom Dom nach Deutz präsentiert hatten. „Es ist ein saugeiles Gefühl“, rief Stürmer Lucas Dumont im Überschwang der Gefühle in das Hallenmikrofon. Mike Stewart genoss seinen ersten großen Sieg als Kölner Trainer in etwas leiseren Tönen: „Das war etwas ganz Besonderes“, gestand aber auch der Kanadier. Überhaupt scheinen sich die Dinge für die Haie allmählich in die richtige Richtung zu entwickeln. Nach dem dritten Sieg in Folge mit voller Punktzahl befindet sich der KEC auf einem guten Weg, den Fehlstart hinter sich zu lassen.

Stewarts Profis hatten von Beginn an zu verstehen gegeben, sich der Bedeutung des Rheinderbys bewusst zu sein. Die Kölner warfen kämpferisch alles rein, ohne es dabei jedoch zu übertreiben und das eigene System zu verlassen, und besaßen nach 40 Sekunden eine Großchance, als Ben Hanowski aus zwei Metern vorbeizielte. Die DEG, angetreten mit einem imposanten Lauf von neun Siegen aus den vorherigen zehn Spielen, wurde vor allem dann zwingend, wenn es der KEC begünstigte. Wie etwa in der elften Minute, als sich Sebastian Uvira und Colin Ugbekile so stark behinderten, dass Düsseldorfs Kapitän Alexander Barta frei vor Hannibal Weitzmann auftauchte. Der Vertreter des am Fuß verletzten Kölner Stammtorhüters Gustaf Wesslau parierte nicht nur in dieser Szene stark. „Er hatte einige Top-Saves“, lobte Stewart.

Nach einem ersten Drittel auf Augenhöhe zogen die Haie das Geschehen zu Beginn des Mittelabschnitts zunächst an sich und kreierten im ersten Powerplay des Spiels (23.) mehrere Abschlüsse. Ein Schuss von Frederik Tiffels touchierte dabei den Querbalken. Umso überraschender gerieten die Hausherren in der 30. Minute in Rückstand: Weil Dominik Tiffels zu überhastet störte, konnte Barta einen Hintertorpass auf den dann freien Chad Nehring spielen, der aus kurzer Distanz vollstreckte. Es folgten schwierige Minuten für die Kölner, die eigentlich das 0:2 hätten kassieren müssen, als Kevin Gagné seitlich des eigenen Tores ein katastrophaler Scheibenverlust unterlief. Barta vergab aber (37.).

Dann brach die letzte Minute des zweiten Abschnitts an und es ereignete sich die spielentscheidende Szene, die die Partie zu Gunsten des KEC kippen ließ. Der über links durchgestartete Jason Bast schloss einen Konter kaltschnäutzig im kurzen oberen Eck zu seinem ersten Tor im Haie-Dress ab. „Das war ein wichtiger Treffer zu einem wichtigen Zeitpunkt“, kommentierte der Neuzugang. Der Ausgleich verlieh den Haien so großen Auftrieb, dass sie in den letzten 20 Minuten ihr vielleicht bestes Drittel der Saison aufs Eis brachten. Als Düsseldorf schlecht wechselte, erkannte Kevin Gagné als einziger die Situation, schüttelte zwei Gegenspieler ab und markierte per Alleingang die erste Kölner Führung (48.). Jakub Kindl, der bereits am Freitag das Siegtor zum 2:1 gegen die Schwenninger Wild Wings beigesteuert hatte, erhöhte mit einem Schlagschuss von der blauen Linie auf 3:1 (51.). Die Arena wurde immer lauter, und am Ende durfte sie sogar noch einen Empty Netter von Sebastian Uvira bejubeln (59.).

Köln: Weitzmann; Gagné, Aronson; Ugbekile, Kindl; Zerressen, D. Tiffels; F. Tiffels, Pfohl, Genoway; Dumont, Bast, Akeson; Hanowski, Matsumoto, Uvira; Ma. Müller, Sill, Oblinger. – SR.: Piechaczek/Schrader. – Zuschauer: 17129. – Tore: 0:1 Nehring (29:11), 1:1 Bast (39:13/Akeson, Dumont), 2:1 Gagné (47:46), 3:1 Kindl (50:17/Akeson), 4:1 Uvira (58:46/Kindl/ENG). – Strafminuten: Köln 6; Düsseldorf 8.

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