Eine Bootslänge voraus: Frederik Breuer wird GA-Sportler des Monats August

Eine Bootslänge voraus : Frederik Breuer wird GA-Sportler des Monats August

Ruderer Frederik Breuer hat die GA-Sportler-Wahl für den Monat August gewonnen. Der 17-Jährige Junioren-Weltmeister setzte sich gegen namhafte Konkurrenz durch.

Bereits 2019 hat Frederik Breuer das erreicht, was für das Gros der Sportler erst 2020 das große Ziel sein wird: Die Goldmedaille in Tokio. Diese gewann der 17-Jährige allerdings nicht bei den Olympischen Spielen, sondern bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern. Den Erfolg sicherte sich der Nachwuchsathlet der Bonner Ruder-Gesellschaft im Vierer plus Steuermann in einem packenden Endspurt gegen ein Boot aus Südafrika.

Dem Weltmeistertitel in der japanischen Millionenstadt folgt nun die Auszeichnung zum GA-Sportler des Monats August. Denn auch dort war er seinen Konkurrenten eine Bootslänge voraus. Bei der Abstimmung setzte er sich mit 37 Prozent der Stimmen gegen Bogenschütze Christoph Breitbach durch, für den 26 Prozent der GA-Leser wählten und der bei den „Finals“ in Berlin Bronze gewann. Auf Platz drei landete die fünffache Medaillengewinnerin bei den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport, Caro Arft. Mit den Plätzen vier und fünf zufriedengeben mussten sich die GA-Sportler des Jahres 2017 und 2018, Mittelstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen und Kanute Max Rendschmidt.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt Breuer nachdem er von seinem Sieg erfährt. „Dass ich mich gegen Topathleten wie Konstanze Klosterhalfen oder Max Rendschmidt durchgesetzt habe, ist schon eine Überraschung.“ Seinerzeit überraschend war zudem schon Breuers Nominierung für die Junioren-WM im August. Denn dafür qualifizieren sich die Ruderer Großteils durch Siege bei den Deutschen Meisterschaften – und da lief es für den Bonner nicht wie gewünscht: Ein vierter Platz im Vierer und Rang drei im Achter waren für eine direkte Berufung zu wenig.

Vier Starterplätze wurden jedoch durch einen Ruderergometer-Test vergeben, der bereits im Winter stattfand und bei dem Breuer zu den Besten gehörte. „Mit einer Teilnahme habe ich absolut nicht gerechnet. Dafür waren meine Ergebnisse bei der Meisterschaft zu schlecht und es gibt halt einfach auch sehr gute Nachwuchsruderer in Deutschland.“

Dass es diese nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gibt, mussten Breuer und das deutsche Boot dann auch im Endlauf bei der Junioren-WM feststellen. Kam die Mannschaft zu Beginn noch gut vom Start weg, fiel sie im Verlauf des Rennens bis auf Platz fünf zurück. Nach 1000 Metern hatten sich Breuer und seine Teamkollegen zwar wieder auf den vierten Platz gekämpft, doch die Boote aus Irland, China und Südafrika lagen immer noch zwei Sekunden voraus.

„Zu dem Zeitpunkt haben wir nicht mehr wirklich an eine Medaille geglaubt. Zwar war unsere Taktik so geplant, dass wir Ende noch Körner haben, doch die anderen Teams waren schon echt weit vorne“, sagt Breuer. Dann jedoch folgte ein beeindruckender Endspurt, der das deutsche Boot zuerst die Iren und anschließend die Chinesen überholen ließ. Bootsspitze an Bootsspitze überquerten das deutsche und südafrikanische Boot schließlich nach 2000 Metern die Ziellinie. „Direkt nach dem Rennen habe ich nicht gewusst, ob wir Erster oder Zweiter sind“, sagt Breuer. „Als wir erfahren haben, dass wir Weltmeister sind, war das ein unbeschreibliches Gefühl – Emotionen pur!“

Das Highlight einer noch jungen Ruder-Karriere, die erst vor fünf Jahren begann: „Nachdem ich mit Fußball aufgehört habe, brauchte ich einen anderen Sport und habe einfach mal Rudern ausprobiert.“ Keine allzu schlechte Wahl, wie sich spätestens jetzt herausstellt, die jedoch absolute Leidenschaft für den Sport bedingt. „Ich trainiere jeden Tag, samstags auch oft zweimal. Ich habe einfach Spaß am Rudern, ansonsten könnte ich so ein intensives Programm auch nicht durchziehen.“

Wohin die „Ruder-Reise“ bei Frederik Breuer noch hingeht? „Ach, das ist noch nicht so wirklich klar. Nächstes Jahr mache ich Abitur und gehe in meine letzte Junioren-Saison.“ Danach wären ein Wechsel an den Olympiastützpunkt in Dortmund oder ein Ruderstipendium in den USA Optionen. „Aber dafür muss ich mich erst einmal mit guten Leistungen beweisen.“ Ein Junioren-Weltmeistertitel ist dabei kein schlechter Anfang.

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