Keller-Duell: Mainzer Schwarz nach Sieg gegen Hertha: „Emotionaler Sieg“

Keller-Duell : Mainzer Schwarz nach Sieg gegen Hertha: „Emotionaler Sieg“

Nach dem Abpfiff des Keller-Duells wurde der Mainzer Torwart Robin Zentner minutenlang von den Fans gefeiert. „Es ist ein Fußballspiel und man weiß, was man zu tun hat“, sagte der 24 Jahre alte Schlussmann nach dem 2:1 (1:0) gegen Hertha BSC cool.

Dabei hatte Zentner den ersten Saisonsieg der Rheinhessen in der Fußball-Bundesliga mit einer Glanzleistung maßgeblich geebnet - und folgte dann auch gerne der Aufforderung der Anhänger, mischte sich auf der Tribüne unter sie und genoss das Schulterklopfen sichtlich.

„Es war top. Er hat sensationell gehalten“, lobte 05-Trainer Sandro Schwarz den Keeper, der nach der Verletzung von Stammtorwart Florian Müller erstmal in dieser Saison zwischen den Pfosten stand. Dass den Mainzern nach drei Niederlagen ein erster Befreiungsschlag und das Verlassen des letzten Tabellenplatzes gelang, hatten sie vor allem in der zweiten Halbzeit ihrem Schlussmann zu verdanken.

Vor 22.798 Zuschauern hatte Robin Quaison (40. Minute) die Führung erzielt, die Marko Grujic (83.) ausgleichen konnte. Danach schienen die Berliner, die auf den letzten Liga-Platz abrutschten, näher am Sieg als die Platzherren, doch dank der Zentner-Paraden und des 2:1 in der 88. Minute durch Jeremiah St. Juste konnten die Mainzer einen „emotionalen Sieg“ (Schwarz) feiern.

Schwarz hatte für die von ihm zum „Spiel des Willens“ ausgerufene Begegnung kräftig rotiert und sechs Positionen neu besetzt: Angefangen mit Zentner für Müller bis hin zur Rückkehr des neuen Abwehrchefs St. Juste, der sich nicht nur wegen seines Kopfballtreffers zum 2:1 schon jetzt als Gewinn erwies.

„Der Druck ist raus, wir spüren eine Erleichterung“, sagte Schwarz zum Ende der Negativserie. Dagegen wächst nun der Druck auf Hertha-Coach Ante Covic, dessen Team bisher nur ein Remis erreicht hat. „Manchmal ist Sport nicht zu erklären“, sagte Covic angesichts von 16 Torschüssen, einem engagierten Auftritt, aber nur einem Treffer. „Wir haben alles reingehauen.“

Tatsächlich mussten die Mainzer um den Erfolg zittern. In der ersten Halbzeit traf Herthas Davie Selke fast unbehelligt nur den linken Pfosten. Aber auch Zentners Torwart-Kollege Rune Jarstein zeichnete sich aus. Mit Glanzparaden lenkte er zwei präzise Fernschüsse von Danny Latza (18.) und Daniel Brosinski (26.) um das Tor.

Machtlos war der Norweger in der 40. Minute beim kollektiven Blackout seiner Abwehrkollegen um Neuzugang und Debütant Dedryck Boyata, die den heranstürmenden Mainzer Kunde nicht attackierten. Dessen leicht abgefälschten Querpass brauchte Quaison nur noch einzuschieben.

Munter und vor allem gefährlich für die Mainzer ging es in der zweiten Halbzeit weiter, in der Zentner im Mittelpunkt eines großen Abwehrkampfes stand. So scheiterte erst Grujic (47.) mit einem Schuss aus sieben Metern an Zentners Reaktionsschnelligkeit. Danach war der Keeper zur Stelle, als Ondrej Duda erst drei Mainzer austrickste und aus der Nahdistanz abzog (51.). In der 60. Minute lenkte Zentner mit den Fingerspitzen einen Freistoß-Schlenzer von Duda noch um den Pfosten. Keine Chance hatte er dann gegen den Kopfballtreffer von Grujic (83.). Doch fünf Minuten später gelang St. Juste das Siegtor.

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