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DFB-Pokal: Leverkusen setzt sich in der Schlussphase mit 3:1 gegen Union durch

DFB-Pokal : Leverkusen setzt sich in der Schlussphase mit 3:1 gegen Union durch

Am Ende verdient setzt sich der Favorit Leverkusen in seinem DFB-Pokal-Heimspiel mit 3:1 gegen Union Berlin durch. Die Eisernen waren vor der Halbzeitpause zunächst überraschend in Führung gegangen.

Der Weg ist kurz und kann unkompliziert sein. Sechs Siege sind es nur bis zum Triumph im DFB-Pokal. Und Bayer 04 Leverkusen durfte auf der Suche nach einem Titel im Wettbewerb 2019/20 auch noch von einer günstigen Auslosung profitieren. Viertligist Alemannia Aachen und Heimspiele gegen Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn und Zweitligist VfB Stuttgart sind für einen Champions League-Teilnahme machbare Aufgaben. Was auch für das Viertelfinale galt, in dem die Werkself als klarer Favorit mit Union Berlin am Mittwochabend den nächsten Aufsteiger empfing. Nach 90 allerdings schwierigen Minuten und einem 3:1 (0:1)-Erfolg zog Bayer 04 ins Halbfinale ein

Fan ist auf der Westtribüne kollabiert

Über der ersten Halbzeit dieses Viertelfinals lag ein Schatten. Nach 15 Minuten stellten beide Fanlager ihren Support ein. Im Block F1 auf der Westtribüne der BayArena gab es einen medizinischen Notfall. Ein Bayer-Fan musste reanimiert werden. Während das Spiel in der gespenstisch ruhigen Arena weiterlief, kämpften Ärzte und Sanitäter um das Leben des Zuschauers. Erst kurz vor der Halbzeit konnte der Anhänger aus dem Stadion gebracht werden. „Zum Glück war ein Oberarzt direkt in der Nähe. Der Zuschauer konnte in einem stabilen Zustand ins Krankenhaus gebracht werden“, berichtete Bayer-Geschäftsführer Fernando Carro nach dem Spiel..

„Wir Spieler haben erst nach dem Spiel erfahren, was los war. Es war nicht einfach in dem ruhigen Stadion Fußball zu spielen. Es hat zu unserer Leistung in der ersten Halbzeit gepasst. Die war alles andere als gut“, sagte Innenverteidiger Sven Bender.

Leverkusen zunächst mit schwachem Auftritt

Schon vor dem Zwischenfall und während der gesamten ersten 45 Minuten waren die Gastgeber den Beweis ihrer Klasse schuldig geblieben. Trainer Peter Bosz hatte sein Team im Vergleich zum 1:1 bei RB Leipzig zwar nur auf zwei Positionen geändert. Bayer 04 war aber mit Charles Aranguiz für Exequiel Palacios und Daley Sinkgraven für Wendell nicht wieder zu erkennen. Gegen gut organisierte Gäste blieb Leverkusen vom Anpfiff weg uninspiriert, zweikampfschwach und ohne Torchance. Die Halbzeitführung der „Eisernen“ durch einen Kopfball von Marcus Ingvartsen nach Doppelpatzer von Sinkgraven (39.) war absolut verdient.

Die Pause kam den Leverkusenern gelegen, konnten sie sich doch nach dem Notfall und ihrem indiskutablen Auftritt neu sammeln. Peter Bosz brachte Mouusa Diaby sowie Mitchell Weiser und hatte in der Kabine offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Die Werkself ging mit veränderter Körpersprache, mehr Entschlossenheit und Tempo zur Sache. „Die Ansprache war, dass wir alles, was wir können zeigen sollen“, berichtete Sven Bender.

Diaby (48.) und Bender (50.) hatten erste Möglichkeiten. Just in dem Moment, als die Berliner sich etwas gefangen hatten und durch Robert Andrichs Weitschuss knapp am 0:2 vorbeigeschrammt waren (64.), brach das Unheil über die Köpenicker herein. Erst leistete sich der bereits verwarnte Christopher Lenz am Leverkusener Strafraum ein rüdes Foul an Aranguiz und sah Gelb-Rot (71.). Der gerade eingewechselte Karim Bellarabi nutzte die Überzahl dann umgehend zum Ausgleich (72.). Der Favorit drückte fortan auf die Entscheidung und bekam sie nach einem Eckball von Kerem Demirbay. Der nur 1,71 Meter große Aranguiz köpfte aus dem Stand zum 2:1 ins linke Eck (86.). Der starke Mouusa Diaby legte bei einem Konter noch das 3:1 nach (90:+1). Der Weg zum ersehnten Titel ist für Bayer einen Schritt kürzer geworden und die Aussichten noch besser. Und vielleicht bringt die Halbfinal-Auslosung am Sonntag die nächste machbare Aufgabe.