Bayernprofi Mickael Cuisance zum Anfassen bei Fanclub in Spich

Besuch aus München : Bayernprofi Mickael Cuisance besucht Fanclub in Spich

Der Bayern-Fanclub H.P. 2006 Troisdorf hatte den Münchner Profi Mickael Cuisance bei seiner Nikolausfeier in Spich zu Besuch. Dafür mussten die Fans viele Auflagen des deutschen Rekordmeisters erfüllen. Zum Beispiel die Frage beantworten, ob ein Feuerschlucker zugegen ist.

Mickael Cuisance kommt nur einmal kurz ins Stocken. Alle Fragen zuvor hat er souverän beantwortet. Egal, ob über seine Vergangenheit bei Borussia Mönchengladbach, sein heutiges Verhältnis zu deren Sportdirektor Max Eberl oder wer sein bester Kumpel beim FC Bayern ist. Doch als ein junger Fan im Trikot des 1. FC Köln ihm rät, doch lieber München zu verlassen und zu den Geißböcken zu wechseln, ist Cuisance sprachlos. Dann lacht er und antwortet ganz im Sinne eines Ex-Borussen: „Köln kommt für mich nicht infrage. Das geht gar nicht!“

Bei den 95 Fans im Soccerdome in Spich trifft der 20-Jährige damit natürlich auf vollste Zustimmung. Schließlich sind sie alle Fans des FC Bayern München – und überglücklich, dass der junge Fußballprofi des deutschen Rekordmeisters an diesem Tag zu Besuch ist. Eigens aus München ist der französische U20-Nationalspieler eingeflogen, um an der Nikolausfeier des Fanclubs H.P. 2006 Troisdorf teilzunehmen. Und er hat sichtlich Spaß dabei. Egal ob Fragestunde, Autogramme oder individuelle Fotos mit den Fans, zweieinhalb Stunden lang erfüllt Cuisance jeden Wunsch der anwesenden Bayern-Anhänger.

„Es war einfach unglaublich“, erzählt Michael Grommes, Gründer und Präsident des Troisdorfer Fanclubs, später. Und fügt an: „Dafür hat sich der ganze Aufwand absolut gelohnt.“ Denn für den 44-jährigen Finanzbeamten war das Treffen mit dem Fußballstar im Vorfeld vor allem mit einer Menge Arbeit verbunden. Dafür hat schon der FC Bayern selbst gesorgt.

Umfangreicher Fragenkatalog vom FC Bayern

Der erwartet bei solchen Fanclubbesuchen eine perfekte Organisation vom Veranstalter – und hatte Grommes dazu einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt. Wie kommt der Spieler zum Veranstaltungsort, wie wird eine Überfüllung des selbigen ausgeschlossen, gibt es einen Flucht- und Rettungsplan, ist ein Sanitätsdienst vor Ort oder wer ist zuständig, wenn der Strom ausfällt, wird darin abgefragt. Auch über gefährliche Programmpunkte möchte der Club gerne informiert werden, etwa ob ein Feuerwerk geplant ist oder ein Feuerschlucker kommt. Auf Wunsch der Bayern engangierte Grommes deshalb eigens einen gewerblichen Sicherheitsdienst, der Cuisance am Flughafen abholte und den ganzen Tag betreute.

Überrascht war Grommes davon nicht. „Ich wusste von anderen Fanclubs, dass der FC Bayern solche Auflagen vorgibt“, berichtet er. „Aber das hilft uns ja auch bei der Planung. Und die Sicherheit des Spielers steht an oberster Stelle“, sagt Grommes. Mehr als 20 Stunden hat er in die Organisation des Tagesablaufs investiert, viele weitere zuvor in den Versuch, einen Spieler des Rekordmeisters nach Spich locken zu können. Denn dafür musste Grommes sich sogar bei den Bayern bewerben.

4499 Fanclubs mit 358 151 registrierten Mitgliedern hat der Verein von der Isar aktuell weltweit. Und alle sehnen sich nach einem persönlichen Treffen mit den Stars. „Für uns war das wie ein Sechser im Lotto“, gesteht Grommes daher, der ein paar Tüten Haribo zu den Bewerbungsunterlagen gelegt hat. Klar, dass die Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war, bei 95 Personen war Schluss. Vor fünf Jahren hatte sein Club schon einmal Glück. Damals kam Co-Trainer Hermann Gerland zur Weihnachtsfeier. „Beim Tiger gab es aber keinen Fragenkatalog, das macht der FCB nur bei den Spielern“, erzählt Grommes.

Neben der Arbeit war es für den 360 Mitglieder starken Fanclub auch ein teures Vergnügen. Mehr als 600 Euro hat die Organisation gekostet, unter anderem wegen der Auflagen der Bayern. Der Besuch selbst indes ist kostenlos, Cuisances Flug von München nach Köln hat der deutsche Meister übernommen. „Das ist sensationell. Wir können uns nur ganz herzlich bei der Fanbetreuung des FCB bedanken“, sagt Grommes.

Auf den nächsten Besuch eines Bayernprofis müssen die Troisdorfer nun wohl wieder warten. Frühestens in fünf Jahren dürfen sie sich wieder bewerben, gibt der FC Bayern vor. „Aber 2024 schicken wir ganz sicher die nächste Anfrage – und vielleicht auch schon früher“, verspricht Grommes. Und wenn ein Münchner kommt, wird der 44-Jährige auch gerne wieder alle Auflagen des Erfolgsclubs von der Säbener Straße erfüllen.

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