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DFB-Pokal: Bayer Leverkusen nach Sieg gegen Stuttgart im Viertelfinale

DFB-Pokal : Bayer Leverkusen nach Sieg gegen Stuttgart im Viertelfinale

Bayer Leverkusen steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Mittwochabend setzte sich die Mannschaft von Trainer Peter Bosz mit 2:1 gegen Zweitligist VfB Stuttgart durch. Der Sieg war mehr als schmeichelhaft.

Von Martin Sauerborn

Leverkusen. Die Leichtfertigkeit ist ein ständiger Begleiter von Bayer 04 Leverkusen. Kein gern gesehener Gast. Aber einer, dem die Werkself immer wieder die Tür aufhält, wenn sie versucht, ihren forsch formulierten Zielen näher zu kommen. Wie im Achtelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch gegen den VfB Stuttgart. Nur, weil Gäste-Torwart Fabian Bredlow dem Fußball-Bundesligisten zwei Tore schenkte, steht das Team von Trainer Peter Bosz nach einem mehr als schmeichelhaften 2:1 (0:0) im Viertelfinale.

Die Leverkusener sollten eigentlich genug von diesen unnötigen Erfahrungen gesammelt haben, die sie das krasse Gegenteil von dem erleben lassen, was ihr Talent verspricht. Fast genau vor einem Jahr gab es etwa das peinliche Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal in Heidenheim, einem biederen Zweitligisten. Eine Lektion, die alleine hätte reichen müssen, um eine Wiederholung um jeden Preis zu vermeiden. Mal davon abgesehen, dass Bayer 04 im Falle eines Erfolges nur noch zwei Siege vom großen Finale in Berlin entfernt gewesen wäre. Hatte Peter Bosz nicht von Titeln gesprochen und sie versprochen?

Die Hausherren aber verweigerten am Mittwochabend vor nur 20.320 Zuschauern in der BayArena über weite Strecken das Fußballspielen. Was Bosz als Pressing predigt, verkam vor allem in der ersten Hälfte zum Alibi-Anlaufen. Auch sonst gab es kaum Tempo, von Aggressivität und Pokal-Leidenschaft in den Zweikämpfen mal ganz zu schweigen. Allein der junge Moussa Diaby sorgte für Gefahr. Die pure Geschwindigkeit des jungen Franzosen brachte Kai Havertz in Position. Der erstmals als Kapitän auflaufende Jungstar starb aber aus sieben Metern den Tod der Lässigkeit (18.). Als Diaby dann präzise auf Lucas Alario flankte und der Argentinier Fabian Bredlow per Kopf überwand, verhinderte Havertz die Führung. Im Abseits stehend hielt der 20-Jährige nämlich noch den Fuß rein und rief den Videoassistenten auf den Plan (44.), der korrekt und gegen Leverkusen entschied. Das 1:0 zur Pause wäre auch unverdient gewesen. Stuttgart hatte mehr vom Spiel und nicht nur wegen Silas Wamangitukas Lattenkreuz-Kracher (26.) die besseren Chancen. Ein stärkeres Team, als der Zweitliga-Dritte hätte den Pokalsieg-Traum von Bayer schon in den ersten 45 Minuten beendet.

Die Pause produzierte keine Veränderungen, außer das Bosz Jonathan Tah für den angeschlagenen Sven Bender einwechselte. In seiner ersten Szene hechelte der Nationalspieler gleich mal dem links durchgebrochenen Nicolas Gonzalez vergeblich hinterher. Lukas Hrdadecky im Bayer-Tor verhinderte mit einer Fußabwehr Schlimmeres (48.). Die Leverkusener fanden nun immerhin etwas Tempo. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus kassierte aber zwei weitere Abseitstreffer von Alario (53.) und Havertz (65.) ein.

Bredlow sprang den harmlosen Hausherren aber zur Seite. Erst boxte der VfB-Keeper sich eine Ecke von Kerem Demirbay unbeholfen mit links ins Netz (71.), dann legte er Alario nach einem harmlosen Schuss von Karim Bellarabi das 2:0 (83.) auf. Es passte zum leichtfertigen Leverkusener Auftritt, dass Wamangituka auf 1:2 verkürzen durfte (85.) und Bayer 04 bei zwei Großchancen des eingewechselten Mateo Klimowicz (86./90.+2) nur knapp an einer Verlängerung und einer möglichen Balamage gegen den Zweitligisten vorbeischrammte.

Leverkusen: Hradecky, Weiser, S. Bender (46. Tah), Dragovic, Sinkgraven (85. Wendell); Palacios, Demirbay; Bellarabi, Havertz, Diaby (67. Amiri); Alario. – Stuttgart: Bredlow; Stenzel, Phillips, Castro; Massimo (58. Mola), Mangala, Endo, Förster (79. Egloff); Wamangituka, Didavi (67. Klimowicz); Gonzales. – SR: Steinhaus (Langenhagen). – Zuschauer: 20.320. – Tore: 1:0 Bredlow (71./Eigentor), 2:0 Alario (83.), 2:1 Wamangituka (85.). - Gelbe Karte: Weiser.