Duell der Rivalen: Viele Kölner und Gladbacher Spieler ohne Derby-Erfahrung

Duell der Rivalen : Viele Kölner und Gladbacher Spieler ohne Derby-Erfahrung

Die Trainer Achim Beierlorzer und Marco Rose sind am Samstag nicht die einzigen Derby-Debütanten beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach. Für einige Spieler aus beiden Kadern ist es das erste Duell gegeneinander.

Hennes IX. ist in bester Gesellschaft. Das lebendige Wappentier des 1. FC Köln erhält am Samstag um 15.30 Uhr im Rheinenergiestadion aber nicht etwa Besuch von Artgenossen. Für den Geißbock ist es vielmehr das erste rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Und ein Blick auf die Kaderlisten der beiden Kontrahenten zeigt, dass der Glücksbringer nicht alleine ist. Allein bei den Gastgebern liegt die Anzahl der der Derby-Novizen im zweistelligen Bereich.

Es liegt in der Natur des Profifußballs, dass sich die Mannschaften von Saison zu Saison verändern. Dass in der voraussichtlichen Startelf der Kölner aber nur vier Spieler mit Derby-Erfahrung stehen, ist schon etwas Besonderes. Außer Torwart Timo Horn, Kapitän Jonas Hector sowie den Stürmern Jhon Cordoba und Anthony Modeste kennt niemand beim FC die spezielle Atmosphäre des Duells zwischen Geißböcken und Fohlen. Falls es nötig sein sollte, kann FC-Coach Achim Beierlorzer mit Marco Höger, Simon Terodde, Marcel Risse oder Vincent Koziello ein bisschen bis genügend Derby-Erfahrung von der Bank aus ins emotionale Geflecht dieser Begegnung werfen.

Erstes Derby für beide Trainer

Der Franke Beierlorzer betritt übrigens wie sein Gegenüber Marco Rose am Samstag auch Derby-Neuland. „Für mich ist es das erste West-Derby“, bekannte er am Donnerstag. Der 51-Jährige hat sich in seiner kurzen Zeit in Köln allerdings als Rhetoriker schon einen gewissen Ruf erarbeitet. Es verwundert deshalb kaum, dass Beierlorzer den vermeintlichen Nachteil der fehlenden Kenntnisse über das Nachbarschaftsduell in einen Vorteil umformuliert: „Ich glaube, dass es manchmal sogar ganz gut ist, wenn man diese Derbyerfahrung nicht hat und sein Spiel frei spielen kann. Wir dürfen uns nicht zu sehr mit diesem Derby beschäftigen, sondern müssen uns auf Gladbach und ihre Stärken konzentrieren.“

Marco Rose, der ohnehin immer den Eindruck vermittelt, dass ihn gar nichts aus der Ruhe bringen kann, greift sogar ganz tief in die Schublade der Standard-Trainersprüche: „Die Derby-Stimmung spüren wir alle. Wir müssen Herz zeigen, aber kühlen Kopf bewahren. Am Ende ist es ein Bundesligaspiel unter etwas anderen Umständen.“ Mit Stefan Lainer, Florian Neuhaus, Marcus Thuram, Alassane Plea oder Breel Embolo hat der im Sommer aus Salzburg an den Niederrhein gekommene Trainer drei Tage nach seinem 43. Geburtstag auch so seine Derby-Debütanten um sich herum. Es ist schon fast beruhigend, dass es aber auch ein paar „alte Hasen“ gibt, die wissen, wie man vor einem Spiel Köln gegen Gladbach für Stimmung sorgt: „Das Derby ist für mich nach wie vor eine ganz große Nummer und wird es auch immer bleiben. Und nach einer Saison ohne rheinisches Derby ist die Vorfreude nun natürlich noch größer als sonst“, sagt Borusse Patrick Herrmann.

Der Flügelflitzer wird das Geschehen allerdings auch zunächst nur von der Bank aus beobachten dürfen. Um sich trotzdem richtig einzustimmen, hilft Hermann und seinen Kollegen aber sicher ein Blick in die prall gefüllte Statistik.

FC strebt 25. Sieg an

Gewinnen die Kölner am Samstag das insgesamt 89. Duell der beiden Erzrivalen in der Bundesliga, wäre es erst der 25. Sieg für den FC. Ihren höchsten Erfolg gegen die Gladbacher in der höchsten deutschen Spielklasse feierten die Geißböcke am 1. Oktober 1977. In der Saison des Doublegewinns gewann die Mannschaft von Trainer Hennes Weisweiler mit 5:2 auf dem Bökelberg. In dieser Kategorie liegen die schon bei 48 Bundesliga-Derbysiegen stehenden Mönchengladbacher allerdings auch vorn.

Am 14. November 1984 und am 10. April 2011 kassierte der FC jeweils ein 1:5. Das bislang torreichste Duell fand am 20. Oktober 1979 im Müngersdorfer Stadion statt. Vor nur 33.000 Zuschauern gab es ein 4:4. Damals übrigens vor den Augen von Hennes IV., der zu diesem Zeitpunkt ein Derby-Spezialist war. Immerhin trat er seinen Maskottchen-Dienst schon im Jahr 1975 an.

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