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1. FC Köln: Timo Horn: "Man muss kühlen Kopf bewahren"

1. FC Köln : Timo Horn: "Man muss kühlen Kopf bewahren"

Mit 19 Jahren gab Timo Horn vor einem Jahr sein Debüt beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln, am Sonntag steht er zum 40. Mal in Folge im FC-Tor. Joachim Schmidt sprach mit ihm über den Club, Aufstiegschancen und seine Nationalmannschaftskarriere.

Timo Horn, in den letzten beiden Spielen sind Sie ohne Gegentor geblieben. Da schlägt doch das Torwartherz höher.
Timo Horn: Ja, ich hatte in den Spielen gegen Sandhausen und in Fürth wenig zu tun. Es liegt aber nicht nur am Torwart, wenn man zu Null spielt. Da kann ich mich auch bei meinen Vorderleuten bedanken. Die haben sehr gut verteidigt.

Dennoch gibt es bei der sportlichen Leitung Überlegungen, noch einen Innenverteidiger zu verpflichten.
Horn: Wir sind da, ähnlich wie in der letzten Saison, nicht so breit aufgestellt. Damals hatten wir das Glück, dass sich Dominic Maroh und Kevin McKenna nicht verletzt haben. Ich finde aber, dass es wichtiger ist, im Offensivbereich noch durchschlagskräftiger zu werden.

Für viele Torhüter ist das Zu-Null-Spielen das Wichtigste.
Horn: Für mich nicht. Ich freue mich mehr, wenn wir mit 2:1 oder 3:2 gewinnen statt eines 0:0. Hauptsache ist, wir holen die drei Punkte.

Sie gelten als sehr akribisch arbeitender Profi. Deshalb haben Sie Videos von Ihren Spielen von Experten analysieren lassen, um Schwachstellen auszumerzen.
Horn: Das stimmt, wobei ich das neuerdings mit unserem Torwarttrainer Alex Bade zusammen mache.

Mit welchem Erfolg?
Horn: Es wurde beispielsweise festgestellt, dass ich mein Stellungsspiel bei Flanken verbessern kann. Ich stand zuletzt meist im ersten Drittel des Tores, was mir im Spiel und Training nie aufgefallen ist. Anhand der Videos wurde es gut sichtbar und verständlich. Damit kann man noch ein paar Prozent herausholen.

Für die Aufklärung des Aussetzers, mit dem Sie sich beim Saisonauftakt in Dresden einen Gegentreffer zum 1:1-Endstand eingehandelt hatten, benötigten Sie aber keine Videoanalyse . . .
Horn: (lacht) Nein, nein. Ich bin ein Torwart, der versucht, manche Dinge spielerisch zu lösen. In Dresden hat es leider nicht funktioniert. Für meinen Fehler habe ich mich ja gleich bei den Kollegen entschuldigt.

Sie haben nicht auf die Hilfe Ihrer beiden Mentaltrainer zurückgegriffen?
Horn: Nein, das war nicht nötig. Ich habe mich diesbezüglich in letzter Zeit ohnehin mehr mit Werner Zöchling (der Soziologe arbeitet als Teamentwickler mit FC-Trainer Peter Stöger/Anm. der Red.) in Team- und Einzelgesprächen unterhalten. Für mich finde ich das sehr wichtig.

In der kommenden Woche startet die U21-EM-Qualifikation. Der Kader wurde noch nicht nominiert. Dauerhaft in dieser Auswahl zu spielen, ist jedoch eines Ihrer Ziele.
Horn: Das stimmt, wobei das sehr schwierig ist. Mit Bernd Leno und Marc-André ter Stegen stehen zwei Torhüter zur Verfügung, die in der Bundesliga und sogar international spielen und mir damit einen Schritt voraus sind.

Umso wichtiger wäre für Sie, in der Bundesliga zu spielen. Haben Sie sich angesichts Ihrer akribischen Karriereplanung einen Zeitpunkt gesetzt, wann Sie dort angekommen sein wollen?
Horn: Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in dieser Saison mit dem FC dort zu spielen. Das hat nicht geklappt. Aber ich verschwende auch keinen Gedanken, dass wir es bei diesem Anlauf nicht schaffen. Mein Traum ist es, mit dem FC in der Bundesliga zu spielen, und das ist realistisch.

Zur Person

Timo Horn (20) wechselte mit neun Jahren vom SC Rondorf zum 1. FC Köln. Von der U 15 bis zur U 21 durchlief er alle DFB-Juniorenmannschaften und absolvierte dabei 30 Länderspiele. 2012 gab der 1,92 Meter lange Torhüter sein Profi-Debüt.