2:1 gegen Ingolstadt: Terodde schießt 1. FC Köln mit Doppelpack zum Sieg

2:1 gegen Ingolstadt : Terodde schießt 1. FC Köln mit Doppelpack zum Sieg

Der 1. FC Köln hat Ingolstadt im Abendspiel am Dienstag mit 2:1 besiegt. Matchwinner war einmal mehr Simon Terodde. Der FC bleibt mit dem Erfolg Zweitliga-Tabellenführer.

Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, stand Simon Terodde wieder auf dem Platz. In Trainingsjacke und mit geballten Fäusten war der ausgewechselte Torjäger zurück auf den Rasen gelaufen und feierte mit sich und den 45.000 Zuschauern im Rheinenergiestadion den hart erkämpften 2:1 (0:0 seines 1. FC Köln gegen den FC Ingolstadt.

Und auf Terodde war mal wieder Verlass: Mit seinen Saisontoren neun und zehn war der 30-jährige bei seinem fünften Saisoneinsatz einmal mehr die Lebensversicherung für den FC, der nach dem zweiten Sieg in seinem vierten Heimspiel weiter an der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga thront.

Um den Prozess der Balance zwischen stabiler Defensive und kreativer Offensive ein Stuck voranzutreiben, warf FC-Coach Markus Anfang Jonas Hector als Anker in sein 4-1-4-1-System.

Der Kapitän kehrte nach seiner Sperre wie erwartet in die Startelf zurück und nahm die rechte Halbposition im Mittelfeld ein. Die Intention dieser Maßnahme war klar. Der Nationalspieler kann die Offensive beleben, denkt aber auch immer defensiv genug, um bei Ballverlusten abzusichern. Weil Hector wieder da war und Dominick Drexler nach links rückte, musste Serhou Guirassy auf die Bank. Anfangs Plan ging zunächst auf. Die Geißböcke fanden in der Stille des 20-minütigen Protestschweigens der Fans gegen den DFB schnell ins Gleichgewicht. Nach hinten brannte gegen harmlose Ingolstädter so gut wie nichts an.

Von einem ersten Impuls, den der Trainerwechsel von Stefan Leitl auf Alexander Nouri hätte setzen können, war in der ersten Hälfte ein Kopfball von Dario Lezcano (15.) und ein Freistoß von Sonny Kittel (43.) zu sehen. Der FC dagegen sammelte Torchancen wie Panini-Bildchen. Pech nur, dass Simon Terodde erst einmal über Ladehemmung klagte. „Ich habe mit einem schlechten Gewissen in der Pause gesessen. Wir haben gut gespielt und ich lasse die Mannschaft im Sich, weil ich zwei, drei dicke Chancen liegen lassen“, ärgerte sich der Torjäger über seine Fehlversuche (10./20./27.). Weil auch Lasse Sobiech (17.) nach einer Ecke von Louis Schaub nicht traf, ging es torlos in die Kabine. „Wir hatten 35 richtig gute Minuten und eine 2:0-Führung wäre mehr als gerecht gewesen“, haderte auch Markus Anfang mit der Chancenverwertung.

Zumal Ingolstadt mutiger und aggressiver in die zweite Hälfte startete. Timo Horn musste gegen Kittel retten (48.), war fünf Minuten später aber geschlagen. Diesmal erwischte ihn Kittel nach einem Ballverlust von Drexler und einem Stellungsfehler von Marcel Risse im kurzen Eck auf dem falschen Fuß. Die Kölner schwammen nun, ihre Abstände stimmten nicht mehr und die Balance war dahin. „Da müssen wir mutiger verteidigen“, kritisierte Markus Anfang.

Das Glück aber stand den Kölnern an diesem Abend zur Seite. Erst traf Ingolstadts Kapitän Marvin Matip nur den Pfosten (59.), dann bekam Schaub eine Ecke, die niemals eine war. Diese führte nach Foul von Kittel an Risse, zu einem Elfmeter, den Terodde sicher zum 1:1 verwandelte (70.). „Ich muss die Jungs für ihre Reaktion loben. Sie haben nie aufgeben und konsequent nach vorne gespielt“, freute sich Anfang. Eine Reaktion, die auch noch zum 2:1 führte. Wie schon in Sandhausen fand Schaub mit einer Ecke Terodde, der aus fünf Metern zum Sieg einnickte (85.). Es war sein 99. Zweitligator und die 100 wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

1. FC Köln: T. Horn; Risse, Sobiech, Czichos, J. Horn; Höger (84. Cordoba); Clemens (62. Guirassy), Hector, Schaub, Drexler; Terodde (86. Özcan).

Ingolstadt: Knaller; Krauße (86. Osawe), Matip, Lucas Galvao; Gimber, Schröck; Pledl, Kittel (0. Röcher), Lezcano; Benschop (71. Kutschke). –

SR.: Aarnink (Nordhorn). – Zuschauer: 45900. – Tore: 0:1 Kittel (53.), 1:1 Terodde (70./Foulelfmeter), 2:1 Terodde (85.) – Gelbe Karten: Hector; Lezcano, Gimber, Krauße, Otavio.